Hallo Waldemar,
Dein Quarz aus China hat mehrere Phasen des Wachstums durchlebt. Die primär gebildeten größeren Kristalle wurden am Ende ihres Wachstums mit einem (in deinem Fall wieder weggelösten) Wachstumsinhibitor belegt. Das Weglösen des Inhibitors hat auch die Kristalle mattiert. Bei den hier gezeigten Beispielen aus dem Juchem und aus Walhausen war dieser Wachstumsinhibitor Hämatit. Bedingt durch diesen Wachstumsinhibitor war das spätere, erneute Kristallwachstum nur an ausgewählten Stellen möglich. Dieses Prinzip ist die Ursache für vielfältige Zepterbildungen beim Quarz. Da bei deinem Stück genauso wie bei meinen Belegen die Kristallisation aber nicht an der Spitze stattfindet, sondern hauptsächlich an den Kanten, würde ich hier von der Ausbildung einer zweiten autoepitaktischen Quarz-Generation sprechen.
Den Begriff "Käppchenquarz" soltest du im ernst gemeinten Kontext nicht verwenden. Es gibt die Quarzvariation "Kappenquarz" als eingeführten, seriösen Begriff. Die Bildungsbedingen sind hier übrigens ähnlich, allerdings trennt der Wachstumsinhibitor die unterschiedlichen Quarzpartien, so das diese lose vorliegen.

Käppchenquarz? Hat schon jemand so etwas gesehen? / Quarz mit mehreren Wachstumsphasen

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Interessant sind in diesem Zusammenhang auch die folgenden Forumsbeiträge:
https://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,61416.msg406609.html#msg406609Gruß von Klaus