Zwar sollte man wie immer bei diesen Diskussionen die Kirche im Dorf lassen - ABER...
Siehe das Sicherheitsmerkblatt für den Umgang mit Orpiment/Auripigment, wenn es als (feinpulvriges !) Farbpigment verwendet wird:
https://www.kremer-pigmente.com/elements/resources/products/files/10700_SHD.pdfTräfe also auch auf "trockene" Bearbeitungen zu.
Dann zu dem von Alfredo angesprochenen Bericht, der zu seiner Bewertung führt, Orpiment sei harmlos (
https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0736467912002375).
Es wurde in dem Fall 84g eines pulverisierten Minerals (Orpiment) verschluckt. Verschluckt, nicht als Staub eingeatmet oder auf der Haut aufgebracht!
Der Bericht sagt aus: "Our experience demonstrates that massive ingestion of a poorly soluble inorganic arsenic compound can be successfully managed with gastrointestinal decontamination alone without chelation, provided that the patient remains asymptomatic during close clinical monitoring."
Also nur ein bisschen Übelkeit und Verstopfung war es nicht, denn "the patient was managed with whole bowel irrigation with a polyethylene glycol solution, maintenance intravenous hydration, and observation on a telemetry unit." (komplette Magen-Darm-Spülung, dadurch also eine zeitnahe komplette Entfernung des As-haltigen Materials aus dem Magen-Darm-Trakt!)
Und der Patient hatte trotzdem deutlich erhöhte As-Werte in seinem Organismus ("A spot urine specimen collected 12h after admission contained 1490μg of total arsenic per liter (background range<50μg per liter").
Hier also bei der Bewertung der Giftigkeit sowohl die Menge / Dauer und der Aufnahmenweg zu betrachten!
As-haltige Mineralien dauerhaft als Schmuck zu tragen ist damit sicher anders zu bewerten als eine einmalige Aufnahme über den Magen, alleine von der "Verweildauer" des Stoffes im / am Körper her ...
Und die Handhabung als Mineralstufe ist dann wiederum ganz was anderes, wie auch Alfredo sagt.
Insofern sind zumindest Alfredos Vorschläge zum richtigen Umgang mit dem Material beim Bearbeiten richtig. Ob ich das Zeug allerdings als Schmuck ohne dauerhafte Versiegelung (Lack?) in Umlauf bringen würde - von mir ein "nein".
VG & GA
Marc