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Autor Thema: Was kann man in Pleistozän und Miozän finden?  (Gelesen 3278 mal)

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Offline Hotzenplotz

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Hallo!

Folgende Bilder stammen aus einer Lehm/Sandgrube in BY.
Laut geologischer Karte zeigen sie Pleistozän- oder Miozän-Schichten.
In der gesamten Grube findet sich nur dieser eine schwarze Schichtaufschluss. Er wird überdeckt von geschätzt 10 Metern sandigem/lehmigem Pappzeugs.
Gesamtansicht Bild1

Ins Detail:
Der obere Schichtbereich besteht aus flaserigem Material (Detailaufnahmen Bild 2-3-4-5-6), was sich nach unten verfestigt (Bild7)
Ein paar Holzstücke gucken aus den Schichten raus, aber nur in einem Teilbereich (Bild 8-9-12)
Diese Stücke sind federleicht, teilweise vollkommen rundum geschwärzt oder nur eine Seite; ein Stück weist Frassgänge auf. Die Querschitte sind oval. Es lösen sich teiweise feine dünne Streifen ab, die vielleicht den streifigen Elementen in den Detailbildern entsprechen könnten

Meine Frage ist, ob man in solcherlei Material mehr finden könnte als pflanzliche Überreste. Wenn da mal irgendein Tümpel war, könnte ja auch mal ein Tier reingefallen sein, wovon dann Zähne oder Knochen erhalten geblieben sein könnten.

Und allgemein: es handelt sich... sehr vereinfacht ausgedrückt.... um Braunkohlebildung?


Offline Hotzenplotz

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Re: Was kann man in Pleistozän und Miozän finden?
« Antwort #1 am: 09 Oct 25, 21:23 »
Rest

Offline jlies

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Re: Was kann man in Pleistozän und Miozän finden?
« Antwort #2 am: 10 Oct 25, 14:11 »
Ja, für mich sieht das auf den ersten Blick nach inkohltem oder mumifizierten Holz aus. VG Jörn

Offline oliverOliver

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Re: Was kann man in Pleistozän und Miozän finden?
« Antwort #3 am: 10 Oct 25, 15:37 »
Stimme zu - "Kohlebildung" ja, aber eben erst schwach (unvollständig) inkohlt, was zu einem (geologisch) jungen Alter passt "Kohleton").
Tierische Fossilien: prinzipiell sicher möglich - aber leider kommen eben nicht überall, wo das theoretisch möglich oder zu erwarten wäre, dann auch wirklich "tote Tiere" vor.
ga
oli

edit:
wobei mir die Bilder im ersten Beitrag kein Holz, sondern "Pflanzenstängel" etc. und eine Frucht?/Knospe?? zu zeigen scheinen, also vmtl. eine "Feuchtbodenvegetation" an oder in einem Tümpel oder Altarm.
« Letzte Änderung: 10 Oct 25, 20:56 von oliverOliver »

Offline jlies

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Re: Was kann man in Pleistozän und Miozän finden?
« Antwort #4 am: 11 Oct 25, 09:00 »
... ja, ich hatte mich nur auf das Holz bezogen ... ansonsten ev. auch 2 Früchte: schau mal im 2. Bild direkt über dem Stängel das Rote ...

LG


edith: Man könnte den Faden vielleicht nun etwas treffender bezeichnen ..
« Letzte Änderung: 11 Oct 25, 16:09 von jlies »

Offline Sargentodoxa

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Re: Was kann man in Pleistozän und Miozän finden?
« Antwort #5 am: 11 Oct 25, 10:34 »
Hallo Marian
Nach deinen Bildern zu  urteilen, hast du in deiner Grube eine eingelagerte Ton-/ Mergellinse mit Einschwemmung von humosen Lagen bzw. Kohle-Ton-Ablagerungen. Dies ist in vielen Kies-Tongruben in Bayern im Bereich der Ablagerungen der Oberen Süßwassermolasse (OSM) in dieser Form anzutreffen. Die Mergellinsen beherbergen häufig eine Blattflora und aus den humosen Kohle-Ton-Lagen kann man eine Frucht-und Samenflora ausschlämmen. Im Schlämmmaterial kann man dann auch kleine Faunen-Elemente wie Zähne, Knöchelchen usw. finden. Vom Alter kann man diese Ablagerungen ins Mittel- bis Obermiozän stellen.
Wenn du eine genaue Ortslage der Grube mir mal mitteilen würdest, könnte ich dir vielleicht mit Literaturhinweisen weiterhelfen. Viele dieser Gruben sind von meinem Freundeskreis besammelt und wissenschaftlich bearbeitet worden. Ich selbst habe dort nie gesammelt, aber doch einiges an Schlämmmaterial bearbeitet. Die schmalen hellen Streifen auf dem Foto sind verdrückte Schlauchwurzeln von Monokotylen (?Riedgräser), was auch mit dem Samen übereinstimmen würde (Cyperaceen). Ohne Größenangabe und Bino aber schwer bestimmbar. Hoher Xylit-Anteil ist mitunter auch normal. Das Material müsste mit 3-5% Wasserstoffperoxid aufgeschlossen und nach Trocknung ausgelesen werden. Werner aus der Lausitz

Offline Hotzenplotz

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Re: Was kann man in Pleistozän und Miozän finden?
« Antwort #6 am: 12 Oct 25, 16:30 »
Hier ein paar Bilder nachgereicht von der Verwandschaft....
Die zwei 'Grosssamen' (ein kleines 'Tannenzäpfle' dabei) später.

Die metallisch schimmernden filigranen vermutlich Käferflügelchen finden sich relativ häufig. Vielleicht kann man sie sogar identifizieren (Bild1/2)
Edit: Glanzschnellkäfer ?

Dann gabs einmal eine Ansammlung von kleinen Knübbelchen. Ob da zwei freiliegen und einige noch bedeckt sind..... ?..... (Bild3/4)

Ein winziges 'Schälchen'...... Kernhälfte...?..... (Bild5)

Eine Lage Ästchen (Bild6)

Man wird sich eine Vergrösserungsmöglichkeit anschaffen müssen, um vor Ort genauer zu schauen.



« Letzte Änderung: 12 Oct 25, 16:53 von Hotzenplotz »

Offline Hotzenplotz

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Re: Was kann man in Pleistozän und Miozän finden?
« Antwort #7 am: 13 Oct 25, 20:34 »
Danke für die bisherigen Antworten!

Der Fundort befindet sich in der ostbayrischen Oberpfalz und ist nicht öffentlich zugänglich.
Meiner Recherche nach befindet er sich damit nicht im erwähnten Molassebecken.

Ich würde selber gern nochmal dort schauen, bin aber nicht so oft in BY. Es hätte auch keinen Sinn, dort ohne erfahrungsgestützen Plan nach weiteren Funden zu suchen.
(zudem drängt sich ein anderer Fundort in den Vordergrund, der meine knappen verwandschaftlichen  Besuchszeitenkontingente in Beschlag nehmen wird).

Ein paar Bilder schieb ich heute Abend hier noch nach....

Offline Hotzenplotz

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Re: Was kann man in Pleistozän und Miozän finden?
« Antwort #8 am: 02 Nov 25, 09:43 »
Nach Kunde aus dem fernen Bayernlande bewegen sich diese Funde altersmässig bei 12 Mio Jahre.

Das muss man erstmal richtig erfassen, dass so ein mumifiziertes Zweiglein so alt ist.....
Interessant ist, dass die Tannenzapfen immer noch auf Wechsel der Feuchtigkeit reagieren und die Schuppen flexibel abspreizen. Diese Millionen Jahre überdauernde Eigenheit scheint für die moderne Wissenschaft von Interesse zu sein.

Diese kleinen harten glänzenden Kügelchen könnten die Samenkapseln von einem fleischfressenden Nassgebietgewächs ähnlich Dionaea muscipula sein.
Neuere Funde zeigen zeigen wohl rispenartige Ansammlungen dieser Kapseln.

Als nächster Fund wird wohl bald ein mumifizierter Katzenbär o.ä. zu vermelden sein  ::)



 

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