Liebe Community, kurz etwas zu meiner Person. Mein Name ist Ingo, bin 70er Baujahr, komme urspr. aus Berlin und sammle seit ca. 1990 mehr oder weniger aktiv Mineralien. Mich hat es damals schon dank des Fundstellenführers von Vollstädt vorrangig ins Granulitgebirge verschlagen. So gehörten und gehören Ullersberg, der Pegmatit von Wolkenburg, Bräunsdorf-Kaufungen, die Gegend um Penig (Amerika) und der Steinbruch Elzing zu meinen Suchgebieten. Damals, wie heute, faszinieren mich die farbigen Turmaline, welche aus dieser Gegend stammen. Irgendwie hatte ich immer dieses Bild von Vollstädt mit den fetten Verdelithkristallen vom Stbr. Amerika vor den Augen… Wie viele andere Sammler sicherlich auch, guckt man von Zeit zu Zeit nach angebotenen Stufen im Internet. Vor 4 Tagen bin ich dann über eine Anzeige bei Kleinanzeigen gestolpert: „Turmalin auf Quarzbrocken aus dem Vogtland“. Abmessungen des „Quarzbrockens“ 16cm in der Länge und 8 bzw. 5cm in der Breite. Beim vermeintlichen Quarzprocken handelte es sich um einen guten Quarzkristall mit ausgebildeten Endflächen, auf dem mehrere dunkle Turmalinkristalle, auch mit Endflächen, zu sehen waren. Und das alles zu einem sehr moderaten/fairen Preis. Ich dachte beim Betrachten der Bilder erst einmal an Schörl und ein Fundgebiet wie zum Beispiel Ifersgrün. Was mich dann allerdings teilweise stutzig machte, war die ganz dezent grünliche Färbung an einigen wenigen Bruchstellen der ansonsten dunklen/schwarzen Turmaline. Eine Anfrage beim Verkäufer, ob es sich um grüne Turmaline handelt, wurde bejaht. Ich habe dem Verkäufer zurückgeschrieben, das es keine grossen Farbturmaline im Vogtland zu finden gibt! Daraufhin antwortete der Verkäufer zeitnah, das ihm diese Stufe vor Jahren von einem Freund (und Mineraliensammler) aus dem Vogtland geschenkt wurde, mit der Angabe, dass diese Stufe aus seiner Heimat stammt. Einen Fundzettel gibt es dazu leider nicht. Was mich bei der ganzen Sache so dermassen elektrisiert, ist der Fakt, dass der gesamte Habitus der Stufe meiner Meinung und Erfahrung nach zu 99,9% ins Granulitgebirge passt! Der Quarz hat eine leicht rauchige Farbe (mit schleifbaren Partien), das Äussere komplett angeraut/-ätzt mit Resten von Glimmer und Feldspat. Die Turmaline sind maximal 4,5cm lang, 0,5 - 1cm dick und wären vielleicht nichts besonderes, ja wenn sie denn nicht Verdelithe wären. Von aussen sehen die Kristalle tiefdunkelgrün bis schwarz aus. Aber wenn man sie von hinten durchleuchtet, sind sie fantastisch grün und kleinere Partien extrem klar und fast facettierbar! Sie sind tektonisch beansprucht worden, sprich sie haben ca. alle 1 bis 1,5cm feine Risse bzw, Brüche. Viele Turmaline sind eingewachsen, einige liegen aber auch frei auf und haben unbeschädigte Endflächen. Ich habe im Internet ein Foto einer Stufe von Bernd Freiberg gefunden, welches von der Knaumühle stammt. Ich kann/darf dieses Foto allerdings aus urheberrechtl. Gründen nicht veröffentlichen. Wenn man das ausgestellte Stück mit meiner erworbenen Stufe vergleicht, könnte man fast meinen, sie stammen aus der gleichen Druse! Wenn die Stufe aus dem Granulitgebirge stammen sollte, kommt eigentlich nur die Knaumühle oder der Stbr. Amerika in Frage. Wolkenburg und Bräunsdorf fallen aus. Gibt es jemanden hier, der sich das Stück mal anschauen könnte/möchte weil er Vergleichsmaterial oder einfach sehr grosse Expertise bezüglich des Granulitgebirges besitzt? Ich selbst wohne aktuell in Leipzig. Wäre doch toll, wenn sich herausstellen würde, das diese Stufe tatsächlich aus dem Granulitgebirge kommt! Hinweise auch gerne per PM. Bei Interesse kann ich auch gerne hier schrieben, was bei der Recherche rausgekommen ist! Die Fotos wurden mit einem iPhone 12Pro gemacht und nicht verändert. Beste Grüsse Ingo