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Autor Thema: Eisenfund, Acker  (Gelesen 3460 mal)

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Offline Tom VIE

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Eisenfund, Acker
« am: 11 Dec 25, 21:19 »
Guten Abend.
Da ich die beiden Eisenstücke in einem Streufeld (Fall vom 12.06.2025 in Niederösterreich) gefunden habe (5. Besuch, am 29.11.2025) und mir die Erfahrung fehlt, ersuche ich um eure geschätzte Meinung.
Vorab: Ich gehe davon aus, dass es sich um ehemaliges Werkzeug oder einen Maschinenteil handelt.
Es gibt ein paar Punkte, die mMn nicht ganz in dieses Bild passen.
Zu den Daten: Fundsituation Acker (diesmal gepfügt), beide Teile etwa 10 m von einander entfernt in der Erde steckend.
Gewicht: 166g
Größe: größte Länge 5cm , Breite von 4,5 bis 2,7cm, Höhe. relativ gleichmßig 1,3 cm
Das zweite Stück wiegt genau die Hälfte:83 g, und ist an der stärksten Stelle etwas höher 1,5 cm.
stark magnetisch, Abrieb braun (Rost) dann grau.  Sehr schwer, meine Schätzung zwischen 7,5 und 8g/cm3.
Ich habe ein Stück vom größeren Teil abgeschnitten und geschliffen.
Uner dem Rost befindet sich eine dünne schwarze Schicht. Das teilpolierte Stück zeigt nur auf einer Seite Veränderungen (Rost).
Was mich verunsichert ist:
Das  teilpolierte Stück ist innerhalb von 24h nachgerostet ,allerdings nur auf der ehemaligen Aussenseite.
Beide Stücke haben dunkle Stellen unter dem Rost ist eine dünne schwarze Schicht (Anschliff des größeren Stücks).
Anschliff mit "Kratern" und der "Rostrest" scheint aus abgegrenzten Bereichen zu bestehen, die sich optisch stark unterscheiden.
Gegenarugmente: Gesamtgewicht: 269 g. Es wurde ein Höchstgewicht von 80g für das größte Stück angenommen. Keine "eindeutige" Schmelzkruste. Lage (geringer Abstand)
Als Gegenargumente (jetzt beginnt das schönreden) könnte man anführen, das die Geschwindigkeit mit 14,6km/s realtiv niedrig war. Bahnneigung (51,7 Grad) Ablation für 6,5 Sekunden. Langsamer könnte weniger Masseverlust bedeuten (Masseverlust als Scherverlust der geschmolzenen Schicht  eines Eisenmeteoriten). Und zur Schmelzkruste: Nachdem der Anschliff innerhalb von 24h nachgerostet ist, würden wohl 6 Monate auf einem Acker für eine Rostschicht ausreichen. Die Stücke lagen sehr nah beieinander, allerdings "passen" sie nicht zusammen was man bei einem Werkzeug oder Maschinenteil annehmen würde ,dass vermutlich (Rost nicht tief eingedrungen) noch nicht lange dort liegt.

Denke es ist "normales" Eisen. Wenn nicht, wäre es aber schade die Stücke vor sich hinrosten zu lassen.
Die Entscheidungsbaumgrafik ("habe ich einen Meteoriten gefunden") kenne ich schon. Stört mich nicht, wenn ich sie wieder sehe. Würde mich aber sehr freuen, wenn mögliche Antworten etwas mehr Text enthalten.
Das wars auch schon.
Frohe Festtage.
BG
Tom


Offline Tom VIE

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Re: Eisenfund, Acker
« Antwort #1 am: 11 Dec 25, 21:23 »
Und noch ein Bild vom kleineren Stück.
 Hämatit, Roteisenerz kann ich ausschließen (Schleiffarbe, Gewicht).
 
BG

Tom

Offline stoanklopfer

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Re: Eisenfund, Acker
« Antwort #2 am: 12 Dec 25, 05:34 »
Bombensplitter oder ähnliches?

Offline Tom VIE

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Re: Eisenfund, Acker
« Antwort #3 am: 12 Dec 25, 08:59 »
Hallo Stoanklopfer.
Kriegsmaterial, guter Ansatz, daran habe ich noch nicht gedacht.
Bombensplitter oder Ähnliches wäre natürlich möglich - dazu wäre interessant woraus die vor 80 Jahren gemacht wurden (Legierung?)
Fahrzeugteile aus der Zeit eher nicht: Das Eisen lässt sich mit einem Messer ritzen (Bild, links unten).
Werde mich auf die Suche nach Vergleichsbildern machen, vor allem wie der Rostbefall aussieht.
Danke
BG
Tom

Offline geomueller

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Re: Eisenfund, Acker
« Antwort #4 am: 12 Dec 25, 10:05 »
Ich habe auch so ein fragliches Stück welches 1890 in der Nähe von Annaberg Erzg. gefunden wurde. Nach einer Untersuchung mit Verdacht auf einen Meteoriten hat es sich als Fragment einen Kanonenkugel herausgestellt.

Glück Auf Jürgen

Offline Tom VIE

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Re: Eisenfund, Acker
« Antwort #5 am: 12 Dec 25, 11:55 »
Hallo Jürgen.
Kanonenkugel klingt spannend.
Vielen Dank
BG
Thomas

Offline oliverOliver

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Re: Eisenfund, Acker
« Antwort #6 am: 12 Dec 25, 14:17 »
Kanonenkugel im konkreten Fall wohl eher nicht, aber jedenfalls Eisenschrott.

Offline Tom VIE

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Re: Eisenfund, Acker
« Antwort #7 am: 20 Dec 25, 17:53 »
Hallo Oliver.
Ja, eine Kanonenkugel wirds wohl nicht sein.
Um das Thema für mich abzuschließen, habe ich den polierten Anschnitt geätzt (HNO3/Ethanol).
Es scheint eine Legierung zu sein, zumindest haben sich mit der Ätzung, unterschiedliche Färbungen ergeben.
Anbei die Bilder. Die Kamera verpixelt bei 40x Vergrößerung  - unterm Mikroskop sind die Strukturen nicht so stark abgegrenzt.
Wie schon erwartet keine verräterischen Muster oder Linien.
Vergrößerungen 10, 20 und 40 fach.

BG
Tom

Offline Tom VIE

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Re: Eisenfund, Acker
« Antwort #8 am: 20 Dec 25, 18:01 »
Und noch ein Bild (lässt sich im Beitrag nicht austauschen).
 Die Bilder erscheinen hier sehr rotstichig.
« Letzte Änderung: 20 Dec 25, 21:39 von Tom VIE »

Offline RainerB

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Re: Eisenfund, Acker
« Antwort #9 am: 20 Dec 25, 22:01 »
Bin öfters mit dem Metallsuchgerät unterwegs und habe ähnliche Stücke schon öfters gefunden.
Es dürfte sich um ein "Ochseneisen" handeln. Also eine art spezielles Hufeisen für Paarhufer.

Offline Tom VIE

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Re: Eisenfund, Acker
« Antwort #10 am: 21 Dec 25, 11:05 »
Hallo RainerB.
Danke für deinen Input, Ochseneisen kannte ich bisher nicht.
Fundort würde ja passen.
Wie schwer waren deine Ochsenschuhe?
Ich habe mir Bildmaterial (Kuheisen, Ochseneisen; Niederösterreich) angeschaut
das schwerste dort ausgestellte Stück wiegt 136g bei einer Länge von 13 cm.
In einer Kurzdoku (Deutschland 1971), war das Ausgangsmaterial  für Kuheisen Stabeisen 40mmx8mm.
Da gibt es sicher eine Bandbreite, allerdings wiegen die beiden Stücke (unvollständig, sofern sie zusammengehören)
249 g und haben eine Stärke zwischen 12 und 15mm.
Was wäre deine Idee bei dieser Stärke? Landwirtschaftliches Gerät, ein Teil eines Rohlings?
Das größere Stück ist leicht gerundet.
BG
Thomas

Offline RainerB

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Re: Eisenfund, Acker
« Antwort #11 am: 21 Dec 25, 16:51 »

Wie schwer waren deine Ochsenschuhe?


Nicht so besonders schwer, wir Du ja geschrieben hast um die 150gr vielleicht. Materialdicke so 6-8mm flach und in leicht bogenförmiger Ausprägung, häufig mit einem kurzen 90° Schenkel an einem der Enden.




Was wäre deine Idee bei dieser Stärke? Landwirtschaftliches Gerät, ein Teil eines Rohlings?
Das größere Stück ist leicht gerundet.
BG
Thomas

Das gewölbte dicke Stück, vom zweiten Bild, könnte mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Splitter einer Hohlkanonenkugel sein.
Ich habe viele Stücke aus einem Schlachtfeld aus Napoleons Zeit hier, die sehen exakt identisch aus.
Fand in der Fundgegend eine Schlacht statt?
Besser nicht anschleifen und blank machen, dadurch vermindert es den "Sammlerwert".

Die anderen Stücke könnten evtl auch solche Splitter sein, nur erkenne ich die gewölbte Außenform auf den Bildern nicht so gut. Materialdicke 15-20mm passt, die Dicke muss auch nicht exakt gleichmässig sein, die Hohlkugeln waren nur im Außendurchmesser halbwegs genau.

« Letzte Änderung: 21 Dec 25, 20:37 von RainerB »

Offline Tom VIE

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Re: Eisenfund, Acker, schwarze nadelförmige Einschlüsse?
« Antwort #12 am: 21 Dec 25, 20:31 »
Danke Rainer, sehr interessant.
Ob dort gekämpft wurde muß ich überprüfen (gut möglich in der Gegend um Melk).
Allerdings habe ich beim dritten Ätzversuch etwas gefunden und es könnte etwas anderes sein.
Das was ich ursprünglich als Kratzer (stark silbern reflektierend bei schrägem Lichteinfall) und/oder Fehlätzungen gedeutet habe und was mich geärgert hat, weil diese "Kratzer" auch beim dritten mal Schleifen (volles Programm von 400er bis 3000er Körnung nach den beiden ersten Ätzversuchen)  einfach nicht verschwinden wollten, sind plan und schwarz.
Sieht für mich nach Bildervergleich aus wie Schreibersitnadeln ( und dann könnte es sich vielleicht doch um einen Meteoriten handeln). Vergleichsbilder zu den Strukturen findet man, wenn man Hexahedrite (Richland/Fredericksburg Meteorite) 1 in Google eingibt (bin mir nicht sicher, ob link teilen hier im Forum ok ist, deshalb so).
Bilder sind 20x und 40x. Die schwarzen Einschlüsse sind makroskopisch sichtbar (hell reflektierend). Die parallelen Linien im letzten Bild halte ich für Schleifartefakte.
Bin schon gespannt, was dabei rauskommt und bitte um Rückmeldungen.
BG
Thomas

Offline grille

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Re: Eisenfund, Acker
« Antwort #13 am: 21 Dec 25, 21:00 »
Hallo Thomas,
da gibts Spezialisten im NHM.
Frohe Weihnachten an Alle und Glück Auf 2026!

Offline oliverOliver

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Re: Eisenfund, Acker
« Antwort #14 am: 21 Dec 25, 21:19 »
hallo Thomas,

Zitat
dann könnte es sich vielleicht doch um einen Meteoriten handeln

träum ruhig weiter  ;D >:D

schöne Weihnachten
oli