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Autor Thema: Analysen  (Gelesen 312 mal)

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Offline Falk

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Analysen
« am: Heute um 10:42 »
Hallo,
Ich sammle als Hobby Erdpigmente und hätte gerne von einem Pigment gewusst aus was es besteht. Besonders interessieren mich da die chem. Verbindungen. Also nicht nur ob z.B. Fe, Si, oder Al drin ist sondern ob Manganoxid, Eisenoxid, oder -karbonat oder Silikate drin sind. Wo könnte ich solche Analysen anfordern und was würde es ca. kosten? Kann mir da jemand Tipps geben?

Grüße
Falk

Offline Axinit

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Re: Analysen
« Antwort #1 am: Heute um 11:20 »
Servus,

mit einer "Analyse" wirst Du in diesem Fall nicht weit kommen  ;).

Um die gewuenschten Informationen zu bekommen braeuchtest Du idealerweise ein Pulverdiffraktogramm pro Probe. Ohne Auswertung kostet so etwas zwischen 50 und 100 Euro (Selbstkostenpreis; ich betreibe kein Dientsleistungslabor).

Alternativ koennte auch ein Infrarot-Spektrum der Probe erste und wichtige Hinweise zur Natur der vorhandenen Verbindungen liefern (Kostenpunkt: ca. 50 Euro).

Eine quantitative Bestimmung aller vorhandenen Elemente kann sehr schnell sehr teuer werden > hoeherer dreistelliger Betrag.

Ich beziehe mich hier auf quantitative Bestimmungen einzelner Elemente - keine EDX-Analyse.

Letztere ist bestenfalls semiquantitativ und kann Anhaltspunkte liefern (ca. 30 Euro). Die Bestimmung leichter Elemente oder des Wassergehaltes ist problematisch.

Alles weitere gerne per PN (sinnvolle Analysen, moegliche Dienstleister, Kosten etc.).

Ich wuerde gerne eine (sinnentleerte) Diskussion zu Analytik und Mineralanalytik im Besonderen  vermeiden.
Geiz ist vielleicht geil, aber in diesem Zusammenhang kontraproduktiv  ;D.

GA Harald


Offline Uwe Kolitsch

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Re: Analysen
« Antwort #2 am: Heute um 15:36 »
> Letztere ist bestenfalls semiquantitativ

Vielleicht vor 20 Jahren. Heutzutage bzw. bereits seit ca. 2011 ist bei modernen Geräten und moderner Software die Genauigkeit üblicherweise besser als 5-10%, selbst ohne Standards. Ausnahmen: Mineralien mit ungewöhnlicher Chemie oder z.B. Koexistenz von sehr schweren und sehr leichten Elementen in der Struktur.

Offline Axinit

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Re: Analysen
« Antwort #3 am: Heute um 18:03 »
Servus,

semiquantitativ ist eine Frage der Definition  ;D. Ich bin mir nicht sicher, ob wir vom Gleichen sprechen.


Eine quantitative Element-Analyse von metallischen Elementen liefert ueblicherweise Messwerte, deren Abweichung von den berechneten Element-Gehalten plus/minus 0.1 % betraegt.

Fuer C & H werden plus/minus 0.3 % akzeptiert, Sauerstoff und Schwefelbestimmungen koennen (muessen aber nicht) deutlich ungenauer sein.


Eine EDX-Messung, deren Ergebnis plus/minus 5 - 10 % von den tatsaechlichen Elementgehalten abweicht, kann schnell und ohne grossen Aufwand wertvolle Anhaltspunkte zur Zusammensertzung liefern, aber eine gut durchgefuehrte quantitative Analyse i. A. mitnichten ersetzen. 


Sonstige Tuecken, wie die Schwierigkeit Wassergehalte oder leichte Elemente per EDX zu bestimmen, wollen wir einmal aussen vor lassen.


Wie ich schon eingangs schrieb, wuerde ich gerne eine (auch fuer den Fragesteller irrelevante) Diskussion zu Analytik und Mineralanalytik im Besonderen  vermeiden.


Jeder darf und kann Minerale untersuchen (lassen), wie sie/er moechte und kann ... .


GA Harald


Offline Bruno80090

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Re: Analysen
« Antwort #4 am: Heute um 18:20 »
Guten Abend Falk,
Zunächst einmal: sind kostspielige Analysen wirklich notwendig? Die Literatur zu natürlichen Pigmenten ist bereits sehr umfangreich und bietet eine Fülle nützlicher Informationen, die die Angelegenheit deutlich aufklären können. Mit freundlichen Grüßen, Bruno

Offline Falk

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Re: Analysen
« Antwort #5 am: Heute um 18:58 »
Hallo Bruno,

also ich bin da nicht wirklich weiter gekommen. Eisen, Karbonate, Calcium kann ich noch nachweisen, dann hörts bei mir aber auf. Kannst du mir Literatur empfehlen?

Grüße
Falk

Offline Uwe Kolitsch

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Re: Analysen
« Antwort #6 am: Heute um 19:18 »
Gute Frage, wie "semiquantitativ" definiert wird.

Die Google KI liefert eine extrem breit gefasste Definition:

"Semiquantitativ bezeichnet eine Messmethode oder Analyse, die zwischen qualitativ (vorhanden/nicht vorhanden) und quantitativ (exakter Zahlenwert) liegt. Sie schätzt Konzentrationen oder Mengen, oft durch Einteilung in Kategorien (z. B. gering, mittel, hoch) oder Stufen. Ergebnisse sind ungenauer als exakte Messungen, aber informativer als bloße Feststellungen."

PS Mich hatte v.a. das "bestenfalls" gestört. Nach meiner Erfahrung kann ich jedenfalls mit unserem REM-EDS-Setup (JEOL JSM-6610 LV + Bruker e-FlashHR+ Detektor (Detektorfläche 30 mm2, Energieauflösung 127 eV) + Bruker Esprit 2.0 Software) locker 95-97% aller Mineralien, die ich in diversesten Dünnschliffe antreffe, problemlos identifizieren. Beim problematischen Rest geht es z.B. um intermediäre Mischkristallphasen sehr nahe an der 50:50-Grenze oder um F:OH-Verhältnisse oder um Bi-F-(O)-Phasen. Dann müssen quantitative Elektronenmikrosondenanalysen und/oder Raman usw. ran.

In den Geowissenschaften werden Elektronenmikrosondenanalysen heute oftmals nur noch verwendet, wenn es um Spurenanalysen im ppm-Bereich geht.




 

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