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Autor Thema: Fisch aus dem Miozän, Bestimmung.  (Gelesen 6109 mal)

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Offline Maximus

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Fisch aus dem Miozän, Bestimmung.
« am: 07 May 26, 20:55 »
Hallo,

Bei folgendem Fossil ist das Namensetikett abhanden gekommen.
Fundort und Alter sind aber bekannt (s. Foto).
Kann das jemand von euch vielleicht einer Art zuordnen?
Ich bin schon länger auf der Suche, habe aber noch nichts passendes finden können...

Viele Grüße
Maximilian

Online Gerdchen

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Re: Fisch aus dem Miozän, Bestimmung.
« Antwort #1 am: 08 May 26, 13:35 »
Hallo,

das ist ein  Aeoliscus sp. (Schnepfenmesserfisch) aus der Tongrube Unterfeld bei Rauenberg (früher Frauenweiler) und stammt aus dem Oligozän (nicht Miozän).

Grüße
Wolf-Gerd

Offline Maximus

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Re: Fisch aus dem Miozän, Bestimmung.
« Antwort #2 am: 09 May 26, 09:01 »
Vielen Dank für die Bestimmung!

Schönes Wochenende,
Maximilian

Offline oliverOliver

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Re: Fisch aus dem Miozän, Bestimmung.
« Antwort #3 am: 09 May 26, 09:09 »
Nachdem da Frauenweiler-Wiesloch draufsteht, würde ich aber eher diese Fundstelle annehmen:

https://www.mineralienatlas.de/?l=32621

ist aber eh gleich neben oben genannter Grube - also der selbe Fundbereich
(oder haben wir wieder mal im Lexikon eine Fundstelle auf zwei unterschiedlich benannte Lokalitäten aufgeteilt???)

Online Gerdchen

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Re: Fisch aus dem Miozän, Bestimmung.
« Antwort #4 am: 09 May 26, 15:14 »
Hallo Oliver,

früher lag die Tongrube Unterfeld auf der Gemarkung Frauenweiler. Nach einer Flurbereinigung (2011) dann auf der Gemarkung Rauenberg. Daher sind viele "ältere" Funde (z.B. meine ab 1981) als Frauenweiler gekennzeichnet.
Die Gruben in Frauenweiler, also auf der anderen Seite der Autobahn sind schon sehr lange nicht mehr in Betrieb und liegen in einem Naturschutzgebiet.

Mit Sicherheit handelt es sich bei der Fundortangabe um die Grube Unterfeld.

Diese Problematik hatte ich schon zweimal in einem anderen Threat angesprochen aber leider nie eine Antwort bekommen oder damit eine Diskussion angestoßen.

Grüße
Wolf-Gerd

Offline oliverOliver

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Re: Fisch aus dem Miozän, Bestimmung.
« Antwort #5 am: 09 May 26, 15:31 »
hallo Wolf-Gerd,
danke für die Info!
Fürs Lexikon stelt sich mir aber - auch wenn die beiden Gruben in schon sehr lange nicht mehr in Betrieb sind - trotzdem die Frage: sind die als "eigene Fundstelle" gerechtfertigt (ich nehme mal an, dass es aufgrund der gleichen(?) geologischen Situation dort auch entsprechende Funde gab) - oder beziehen sich alle Angaben im Lexikon eh auf die Grube, die wir unter "Wiesloch-Frauenweiler" im lexikon haben?
lg
oli

Online Gerdchen

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Re: Fisch aus dem Miozän, Bestimmung.
« Antwort #6 am: 09 May 26, 17:35 »
Hallo Oliver,
die beiden Gruben sind unter Frauenberg angelegt. Sie liegen auch nur wenige Km von der Grube Unterfeld entfernt und sind geologisch auch mit Unterfeld identisch. Es gab noch eine Reihe weiterer Gruben bei Wiesloch und bei Nußloch. Auch dort die gleiche Geologie und die gleichen Funde. Die Wieslocher Funde und Gruben sind sehr gut in: Jahresberichte und Mitteilungen des Oberreihnischen geologischen Vereins von 1919
sehr gut beschrieben.
In den Fokus der Fossiliensammler ist aber Frauenweiler erst nach dem Artikel "Eikamp, H. (1983). Harte Arbeit - karger Lohn. Fossilien von Frauenweiler. Min.-Mag., Jg.7, H.9, S.427-28" gekommen. Seit 1983 wird die Grube intensiv besammelt. Zu dieser Zeit standen die anderen Gruben schon unterwasser und boten keinerlei Fundmöglichkeiten mehr. Also auch der Artikel, obwohl Frauenberg dransteht, gehört eigentlich zur Grube Unterfeld (Rauenberg).
Durch die Flurbereinigung bei der die Grube zu Rauenberg kam, kommt es daher oft zu der Verwechslung mit den beiden anderen Gruben.
Also alles was von 1978 (beginn des Tonabbaus durch die Firma Bott) bis 2011 gefunden wurde ist mit Tongrube Frauenweiler beschriftet, erst danach wurde mit Rauenberg beschriftet.
Ich gehe davon aus, dass die Kiemenreusenstrahlen, die unter dem Fundort Frauenweiler eingestellt sind, ebenfalls aus der heutigen Grube Unterfeld stammen.

2004 wurde glaube ich der erste Kolibri dort gefunden.

Die Fundstelle war sensationell und ist heute unter Bauschutt und einer Photovoltaik Anlage verschwunden.

lg
Wolf-Gerd




Offline oliverOliver

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Re: Fisch aus dem Miozän, Bestimmung.
« Antwort #7 am: 09 May 26, 17:51 »
nochmals danke für die Info -
dann belass ich es vorerst im Lexikon so, wie es ist 8auch wenn die Kiemenreusenstrahlen evtl. aus der anderen Grube sind) - werde aber dieses Thema hier auf beide Seiten verlinken.
lg
oli

Online Gerdchen

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Re: Fisch aus dem Miozän, Bestimmung.
« Antwort #8 am: 09 May 26, 18:49 »
Eben erst erschienen: Die Tongrube Unterfeld ("Frauenweiler"): trauriges Schicksal einer herausragenden Fossillagerstätte, vonNorbert Micklich, in der Zeitschrift Fossilien, Mai/Juni 2026 43. Jahrgang.

Auch hier wird Frauenweiler noch im Titel erwähnt, weil die Grube halt unter der Namen bekannt ist.

LG

 

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