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Autor Thema: Was ist das? (aus Schlema)  (Gelesen 16966 mal)

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Offline geomueller

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Was ist das? (aus Schlema)
« am: 24 Nov 05, 20:45 »
Hallo alle,

brauche mal eure Bestimmungshilfe. Ich hatte schon längere Zeit ein Gangstück mit sehr schmalem Erzband (Bi-Co-Ni) und viel Calcit aus Schlema-Hartenstein Halde 371 im Keller liegen. das Stück sah nach nichts aus und ich wollte es schon entsorgen. Mehr aus Spielerei habe ich es doch noch in HCl gelegt und den Calcit wegelöst. Und siehe da große Überraschung, plötzlich hat sich die Stufe zu einem ansehnlichen Sück gewandelt :o :o

Blos was ist es??? Es handelt sich um lauter wirr angeordnete Nadeln bis max. 10 mm Länge die auf Chloanthit sitzen. Die Nadeln sind schmutzig-messingfarben, haben einen quadratischen bis rhomboetrischen Querschnitt, laufen spitz zu und sind oft gebogen.

Ich habe einen Verdacht, möchte aber erst eure Meinung hören.

Hier ein paar Bilder,

Gruß Jürgen

Offline geomueller

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Re: Was ist das? (aus Schlema)
« Antwort #1 am: 24 Nov 05, 20:46 »
Hier noch ein paar Vergrößerungen

Offline uwe

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Re: Was ist das? (aus Schlema)
« Antwort #2 am: 24 Nov 05, 21:48 »
Hallo Jürgen,

ist nicht so einfach. Von der Kristallform würde ich es für kristallines Arsen halten, obwohl das nicht messinggelb ist. Millerit sieht anders aus. Dyskrasit soll auf den Halden in Niederschlema mal gefunden worden sein. Ich habe noch kein Dyskrasit aus Schlema gesehen, das Pribram hat einen anderen Habitus.

Glück Auf
Uwe

Offline wolfilain

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Re: Was ist das? (aus Schlema)
« Antwort #3 am: 25 Nov 05, 00:54 »
hallo

Bei den aufnahmen muss ich irgendwie an Stromeyerit denken.
Aber das wäre eher unwarscheinlich.

Dyskrasit würde ich auch vermuten.

grüße
wolfilain

Offline Schluchti

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Re: Was ist das? (aus Schlema)
« Antwort #4 am: 25 Nov 05, 08:20 »
Hallo Jürgen,

ein sehr interessantes Stück! Mein erster Gedanke war auch Dyskrasit. Das paßt von der gelblichen Farbe und der nadeligen, gebogenen Ausbildung. Zwar habe ich von der 371 bisher nur knolliges und blechartiges Dyskrasit gesehen, aber das muß ja nicht viel heißen. Schau mal bei mindat die Bilder an. 

Mein zweiter Gedanke war Bismuthinit. Was hat das Material den für eine Härte und Strichfarbe?

Offline berthold

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Re: Was ist das? (aus Schlema)
« Antwort #5 am: 25 Nov 05, 08:22 »
Hallo,

nein, Dyskrasit glaube ich nicht. Da passt die Farbe schon mal nicht. Wenn doch - wäre ne Superstufe.  :D

Aber so eine richtige Idee, was es sein könnte hab ich im Moment nicht.  :'(

Gruß

Berthold

Offline McSchuerf

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Re: Was ist das? (aus Schlema)
« Antwort #6 am: 25 Nov 05, 09:06 »
' ...Zu den Neufunden vom Schacht 371 zählt das seltene Kupfer-Sulfoarsenid Lautit, das als stengelige Kristalle (bis 5 mm) und Kristallaggregate (bis 1,5 cm) in Erzproben mit ged. Arsen nachweisbar war.' :)

.. Zitat aus dem bekannten Buch: 'Mineralfundstellen Sächsisches Erzgebirge' ..

http://www.mindat.org/picshow.php?id=9110

kommt hin, denke ich.. :)

.. hier ist übrigens nochmal mein Lautit-(Foto) aus den Odenwald.. die Kristallform kommt hin auch wenn die xx hier nur mehr tafelig ausgebildet sind.

http://www.mineralienatlas.de/showpict.php?pict=Lautit_Odenwald_Peter.jpg

Gruß Peter
« Letzte Änderung: 25 Nov 05, 09:14 von McSchuerf »

Offline loparit

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Re: Was ist das? (aus Schlema)
« Antwort #7 am: 25 Nov 05, 09:17 »
Mein erster Gedanke war auch Bismuthinit aber der Hinweis von Mc-Schuerf ist wirklich gut. Ich würde auf alle Fälle einen Kristall opfern und eine Untersuchung anstreben. Denn es scheint ein äußerst interessantes Teil zu sein  ;)

Glückwunsch :D

Gott seidank hast du es in HCL gelegt und nicht entsorgt. ;D

Gruß loparit

Offline McSchuerf

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Re: Was ist das? (aus Schlema)
« Antwort #8 am: 25 Nov 05, 09:23 »
Wenn's tatsächlich Lautit wäre, wovon ich eigentlich überzeugt bin, dann hast Du, Jürgen wirklich etwas ganz Besonderes gefunden! ;)

Gruß Peter

Offline McSchuerf

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Re: Was ist das? (aus Schlema)
« Antwort #9 am: 25 Nov 05, 09:29 »
Ich lese gerade noch etwas, wonach es auch Cubanit sein könnte.

'Messinggelbe bis goldgelbe Cubanit-Nadeln bis über 3 mm Länge stammen aus dem Gang "Dyskrasit" (1575m-Sohle, Schacht 371), in Paragenese mit Dolomit und tafeligen Magnetkies-XX (bis 5 mm)'

.. also Jürgen..überprüfe bitte die Paragenese daraufhin ..

Entweder ist es evtl. Lautit (orthorhombisch - da würde auch das entsprechend zugespitze XX-Ende passen.. messinggelb angelaufen durch möglicherweise auch höheren Eisenanteil als Fremdbeimengung (??) ..Oxidationshäutchen..) oder es sind evtl. Cubanit-Nadeln..

Bismuthinit wird überhaupt nicht von Schlema beschrieben - nur Ged. Wismut, Allargentum mit Dyskrasit, Safflorit, etc.. aber alle Beschreibungen dazu stehen diametral zu dem gezeigten Bild und der Beschreibung!

Bäumchenförmige Pechblende (Uraninit) wurde noch von der Reicherzhalde am Schacht 371 gefunden (also prüfe auch mal bitte vorsichtshalber die Radioaktivität mit Deinem Geigerzähler. ;)

Gruß Peter
« Letzte Änderung: 25 Nov 05, 09:37 von McSchuerf »

Offline Schluchti

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Re: Was ist das? (aus Schlema)
« Antwort #10 am: 25 Nov 05, 10:04 »
An Cubanit habe ich auch gedacht, aber wieder verworfen. Cubanit sollte im Anbruch richtig hellgelb-metallisch sein und kam von der 371 meines Wissens nur in recht kleinen Nadeln im unteren mm Bereich vor.

Bismuthinit ist nicht im Vollstädt für Schlema beschrieben, wohl aber z.B. bei Minmax. Die BiCoNi-Vererzung in der Paragenese der Stufe könnte das zumindest auch als nicht unwahrscheinlich erscheinen lassen.

Aber Härte und Strichfarbe, sowie die Farbe im frischen Anbruch können sicher weiterhelfen.   

Offline McSchuerf

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Re: Was ist das? (aus Schlema)
« Antwort #11 am: 25 Nov 05, 10:08 »
Hallo Schluchti,

und hältst Du von meinem Lautit-Vorschlag denn gar nichts? :P

« Letzte Änderung: 25 Nov 05, 11:12 von McSchuerf »

Offline Schluchti

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Re: Was ist das? (aus Schlema)
« Antwort #12 am: 25 Nov 05, 10:13 »
Hallo Peter,

da bin ich unschlüssig. Von der Beschreibung könnte es natürlich ebenfalls passen. 

Anhand des Bildes bei mindat vermag ich es eher nicht zu erkennen. Ich habe selber auch noch keinen Lautit von der 371 gesehen. Ich muß mal gucken, ob ich an einen analysierten Lautit von der 371 rankomme, dann könnte man Vergleiche anstellen.


Mal sehen, wenn uns Jürgen dann die Härte, Strichfarbe und den Bruch liefert, kommen wir vielleicht weiter.

Offline geomueller

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Re: Was ist das? (aus Schlema)
« Antwort #13 am: 25 Nov 05, 10:49 »
Hallo alle,

erst mal recht vielen Dank für die rege Beteiligung und die vielen Hinweise und Vorschläge.

Also noch mal zu ein paar Eigenschaften die ich mittlerweile bestimmt habe. Die Farbe im frischen Anbruch ist genau wie auf den Bino-Bildern, schmutzig messingfarben. die Strichfarbe würde ich als sehr dunkelgrau bis fast schwarz bezeichnen. Der Glanz ist matt metallisch. die Härte geht beim besten Willen bei diesen Nädelche nicht zu bestimmen ::). Noch mal zur Paragenese, die Nadeln sitzen def. auf Chloanthit/Skutterudit, ged. Arsen und Pechblende sind auf der Stufe nicht vorhanden, also auch keine höhere Radioaktivität.

Meine persönlichen Vermutungen gingen bis jetzt zu Dyskrasit oder Emplektit.

Dyskrasit habe ich aus Hartenstein-Schlema in Nadeln noch nicht gesehen, da feht mir der Vergleich. Der Dyskrasit aus Pribram sieht anders aus und kommt fast ausschließlich in Stibarsen vor.

Ich tippe stark auf Emplektit, wobei mir der aus Hatenstein-Schlema nicht bekannt ist ???

Zu euren weiteren Tipps, an Cubanit hatte ich auch gedacht, hab es aber wieder verworfen weil die Farbe nicht hinkommt, auch ist auf meiner Stufe def. kein Magnetkies. Bismuthinit ist auch ein heißer Kanditat, wäre möglich müsste weiter untersucht werden. Am meiste tendiere ich aber zu Emplektit.

Was meint ihr dazu und gibt es weitere Meinungen?

Gruß Jürgen
« Letzte Änderung: 25 Nov 05, 10:52 von geomueller »

Offline McSchuerf

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Re: Was ist das? (aus Schlema)
« Antwort #14 am: 25 Nov 05, 11:12 »
Zitat
' ...Zu den Neufunden vom Schacht 371 zählt das seltene Kupfer-Sulfoarsenid Lautit, das als stengelige Kristalle (bis 5 mm) und Kristallaggregate (bis 1,5 cm) in Erzproben mit ged. Arsen nachweisbar war.'

.. Zitat aus dem bekannten Buch: 'Mineralfundstellen Sächsisches Erzgebirge' ..

http://www.mindat.org/picshow.php?id=9110

kommt hin, denke ich..

.. hier ist übrigens nochmal mein Lautit-(Foto) aus den Odenwald.. die Kristallform kommt hin auch wenn die xx hier nur mehr tafelig ausgebildet sind.

http://www.mineralienatlas.de/showpict.php?pict=Lautit_Odenwald_Peter.jpg

Gruß Peter

Der einzige der dazu Stellung bezogen hat, ist loparit und Schluchti schließt es gleich von voneherein aus. Schon mal ein orthorhombisches Mineral gesehen? ::) :(

Ich finde es einfach unverständlich, dass auf meine Vorschläge überhaupt nicht konstruktiv eingegangen wird. Aber das ist ja auch nix Neues! ???
Obwohl ich selbst über Lautit verfüge und die Beschreibung stengelig sowie das Mindat.org Foto genau passen würden.
Ich könnte fast wetten, dass da Lautit herauskommt aber was red ich eigentlich noch. ::)..Ihr wisst ja doch alles besser! ;D

Gruß Peter
« Letzte Änderung: 25 Nov 05, 11:16 von McSchuerf »

 

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