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Autor Thema: Wölsendorf - Stinkspat  (Gelesen 3696 mal)

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Offline Stefan

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Wölsendorf - Stinkspat
« am: 15 Dec 05, 23:22 »
Hallo,

ich habe hier eine Analyse von Wölsendorfer Stinkspat...

Für alle die es interessiert hier die Ergebnisse.

F 47.18% wt
Mg 0.37
Al 1.38
Si 1.84
Ca 49.23
Occasional traces of oxygen

Die Analyse wurde am Department of Chemistry - University of North Texas durchgeführt.
Danke an Dr. Jim Marshall

Gruß Stefan
« Letzte Änderung: 15 Dec 05, 23:34 von Stefan »

Offline berthold

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Re: Wölsendorf - Stinkspat
« Antwort #1 am: 16 Dec 05, 08:26 »
Hallo Stefan,

das deckt sich weitgehend mit den mir bekannten Werten, wobei ich allerdings Fe vermisse - sollte sicher drinnen sein.

Kannst Du sagen aus welcher Grube der untersuchte Stinkspat kam?

Gruß

Berthold

Offline Krizu

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Re: Wölsendorf - Stinkspat
« Antwort #2 am: 16 Dec 05, 08:39 »
Hallo,

Was mich etwas verwundert sind Spuiren an Sauerstoff. Liegt Al und Si im Gitter vor? Oder doch eher als Mineral (Ton etc) an der Oberfläche? Blei war nicht in der Nähe?

MfG

Frank

Offline berthold

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Re: Wölsendorf - Stinkspat
« Antwort #3 am: 16 Dec 05, 09:07 »
Hallo Frank,

also, ich denke, dass Al und Si sicher von Tonmineralien kommt - und dann ist das mit dem Sauerstoff auch klar. Wenn man nur mal Ca:F anschaut kommt 1:2.02 raus, das hätte ich anders herum erwartet, denn wenn F (Stinkspat !) abhaut bleibt Ca übrig.  :-\

Nur, ich vermute dass die Analyse mit EDX oder RFA gemacht wurde und da ist systembedingt F (weil kleine Ordnungszahl) nicht mit so großer Genauigkeit zu bestimmen, so dass ich da auf Werte zwei Stellen hinter dem Komma nicht viel gebe.

Ach ja, wenn Pb dann sollte aber auch S da sein.  ;)

Gruß

Berthold

Offline Krizu

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Re: Wölsendorf - Stinkspat
« Antwort #4 am: 16 Dec 05, 09:35 »
Hallo,

bei den Si+Al Gehalten sollte der Sauerstoff deutlich sein, einige Prozent.

Hast Du bei deiner Rechnung (Mg+Ca):F gerechnet? Bei einer EDX bin ich immer froh gewesen, wenn die Prozente der leichten Elemente (<Na) sicher stimmen! Deshalb ist die Art der Analyse nicht uninteressant. :D

MfG

Frank

Offline berthold

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Re: Wölsendorf - Stinkspat
« Antwort #5 am: 16 Dec 05, 10:46 »
Hallo,

nein, ich habe nur Ca:F gerechnet. Bei (Ca+Mg):F kommt recht genau 2.00 heraus.  :)

Dann stellt sich natürlich die Frage, in welcher Form Si und Al vorliegen, da habe ich echt ein Problem. Richtig, da bräuchten wir schon ein paar Prozent Sauerstoff.

Wenn wir Si und Al ins Gitter einbauen, dann fehlt F - aber schon mächtig.  :P

Gruß

Berthold


 

Offline Stefan

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Re: Wölsendorf - Stinkspat
« Antwort #6 am: 16 Dec 05, 16:13 »
Die Analyse wurde per EDX durchgeführt.


Zitat
Die Analyse wurde durch  EDX (Energie Dispersionsröntgenstrahl) Analyse durchgeführt. Diese Analyse ist nur bis ungefähr 0.5 empfindlich und trifft nicht auf Elemente unter Sauerstoff zu. Gelegentlich wurde etwas Sauerstoff in der Analyse, aber nicht generell bemerkt. Die Analyse scheint, auf eine sehr direkte Art und Weise die bekannte Formel für CaF2 aufzuzeigen (teile jeden wt% durch die Ordnungszahl, um die molare Zuteilungen zu erhalten). Die Magnesium, Al- und Silikonverunreinigungen sind typisch.

Gruß Stefan

Offline Krizu

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Re: Wölsendorf - Stinkspat
« Antwort #7 am: 16 Dec 05, 16:22 »
Hallo Stefan,

der letzte Satz stört mich etwas, liegt vielleicht am Zusammenhang:
Zitat
Die Magnesium, Al- und Silikonverunreinigungen sind typisch.

Es stimmt, die sind oft bei Mineralien vorhanden, aber doch Mg im Gitter und Al + Si als oxidische Anhaftung. Die zeigt sich aber dann im sogenannten Materialkontrast. Damit sollte die Probe erst auf Homogenität kontrolliert werden.

Die EDX scheint einem Übersetzungsfehler zum Opfer gefallen sein: Energy Dispersiv Xray - Analytic (Energie-Dispersive-Röntgen-Anaytik) , im gegensatz zur WDX, der Wellenlängendispersiven, die langsamer ist aber besser trennt.

Hast Du vielleicht ein Bild und ein Spektrum?

Die Messung ist mit Sicherheit sehr hochwertig, sonst käme (CA+Mg) : F nicht mit 2.0 raus!

MfG

Frank




« Letzte Änderung: 16 Dec 05, 16:24 von Krizu »

Offline Stefan

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Re: Wölsendorf - Stinkspat
« Antwort #8 am: 16 Dec 05, 16:33 »
Ja das ging per automatischer Übersetzung, da sind sicher Fehler drinnen  ;)

Nein ein Bild habe ich nicht. Die Analyse wird wenn möglich noch intensiviert. Evtl. eine Spurgasanalyse (oder wie man das nennt) um  die Existenz von CF4 and SF6 nachzuweisen. Solche Untersuchungen wurden wohl schon mal durchgeführt. Sowie Untersuchungen um das frei werdende F2 beim zerschlagen nachzuweisen. Dies ist aber bei dem extrem reaktionsfreudigem F2 sehr schwierig und derzeit findet sich wohl niemand, der bereit wäre sie durchzuführen ...

Die EDX war nur um Den Stinkspat zweifelsfrei als Fluorit zu identifizieren.

Den Fundort kann ich gerade nicht so genau benennen, da ich mitten im Umzug stecke und ums verrecken die Unterlagen grad nicht finde. Kann aber nochmal nachfragen ... Für mich lief das immer unter Uranstollen oder so, war auf jeden Fall stellenweise recht hellgelb leuchtend unter UV Licht in dem Stollen.

Gruß Stefan

Offline berthold

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Re: Wölsendorf - Stinkspat
« Antwort #9 am: 16 Dec 05, 17:45 »
Hallo,

jetzt habe ich nochmal nachgesehen, in allen bisher mir bekannten Stinkspat-Analysen kommt Fe (bis in den %-Bereich) vor. Seltsam, dass der hier fehlt.

Dass Schwefelhexafluorid vorkommen könnte (ebenso wie Sulfurylfluorid, dieses sicher) hab ich auch schon gehört. Man hat sogar Sulfurylfluorid als für den Gestank verantwortlich bezeichnet, ist natürlich Unfug, da geruchlos. Für beide Verbindungen fehlt mir aber jetzt der Schwefel, wo soll der herkommen (in anderen Analysen ist der drinnen)?

Zitat
Für mich lief das immer unter Uranstollen

...das dürfte dann der Johannesschacht sein.

Gruß

Berthold

 

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