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bescheidene Hölzer aus Österreich ..........

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oliverOliver:
Viele SMFF-Hölzer scheinen durch „Kompaktion“ ( http://de.wikipedia.org/wiki/Kompaktion ), also durch Sedimentdruck vor oder während der Verkieselung, deformiert worden zu sein. Entgegen dem, was der Fachausdruck erwarten ließe, sind diese Hölzer aber nicht besonders kompakt im üblichen Sprachgebrauch (was ja schön wäre), sondern komprimiert bzw. plattgedrückt, was sich in einer schichtig-blättrigen, leicht aufsplitternden Struktur äußert.
Unter den Einwirkungen von Landwirtschaft, aber auch natürlichem Transport und Erosion entstehen dann oft entlang dieser „Schichtung“/"Schieferung" gebrochene, sehr dünne bzw. flache Platten und Plättchen.
Die Fotos zeigen zwei Fragmente vom selben Stück (aus dem Horner Becken), das in mehrere Teile zerbrochen ist – ich bin mir noch unschlüssig ob ich’s wieder ankleben soll oder nicht, da im Bruch sowohl Struktur als auch Farbe besser zu sehen sind – allerdings ist eine handvoll Plättchen statt eines größeren Holzes auch nicht das Wahre ….

oliverOliver:
Noch eine Anfängerfrage:
Handelt es sich bei diesen linear angeordneten „Gängen“ um Bohr- bzw. Fraßspuren von Insekten, oder nur um Zerfallsstrukturen, also durch das Vermodern entstandene Hohlräume ?? (ebenfals ein Stück aus der SMFF).
Die gerade Anordnung parallel zur Längsachse des Holzes scheint mir eher für Zerfallsstrukturen zu sprechen, aber diese kreisrunden „Austritte“ ?
Und bei anderen Stücken (z.B. AW # 37 und 40) sind nicht verkieselte Hohlräume oder nur „löchrig“ verkieselte Bereiche, bei welchen es sich um vermoderte Partien handeln dürfte, meist weitaus diffuser bzw. „schwammiger“ und nicht so scharfkantig linear ausgeprägt  – also doch Bohrgänge ?
Ich bin etwas ratlos und wäre für Tipps dankbar !

triassammler:
Hallo Oliver,

so Anfänger ist die Frage gar nicht - kann man trefflich drüber rätseln...

Gegen Bohrgänge spricht m. E. der absolut parallele Verlauf zu den Holzfasern. Bohrungen zweigen immer irgendwann mal ab, bilden Seitenkammern oder Verbindungsgänge oder wechseln insgesamt leicht die Richtung. Außerdem werden sie bevorzugt im Holz direkt unter der Rinde (fossil meist nicht überliefert) oder horizontal angelegt.

Andererseits spricht genau jener parallele Verlauf für Deine favoritisierte Deutung als Hohlräume von zerfallenen Fasern. Was die "kreisrunden Austritte" angeht: Auf dem Foto sehe ich genau einen einzigen solchen. Ob das also die Regel ist sei dahingestellt. Außerdem handelt es sich nicht um einen Austritt (= Ausgang auf die Stammoberfläche) sondern einen Querschnitt infolge zufälligen Querbruchs des Kieselholzes. Ich habe schon einige fossile Hölzer gesehen bei denen der mikrobielle Abbau von Holzsubstanz durchaus faserparallele Kanäle mit rundem Querschnitt erzeugt hat.

Gruß,
Rainer

oliverOliver:
@ Triassammler Rainer:
danke für die Infos !
Austritte: ich weiß, darum hab ichs ja unter Anführungszeichen gesetzt (wollte mir langatmige Beschreibungen ersparen), aber du hast natürlich recht.
Gänge bevorzugt direkt unter der Rinde: stimmt ebenfalls, aber vor allem bei lebenden Bäumen. Bei Totholz kann das schon anders aussehen. Trotzdem bestärkt deine Sichtweise meine Vermutung, dass es sich eher um Zerfallsstrukturen handeln dürfte - nochmals herzlichen Dank !

oliverOliver:
Hier ein paar Vergleichsfotos von einem rezenten Bohrgang –
Das sieht allerdings schon sehr ähnlich aus ….

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