Mineralien / Minerals / Minerales > Mineralien (Fundort) bestimmen / determine minerals
Glendonit
Philip Blümner:
Wieso ein Schuh?
Maurice:
Hallo,
Entschuldigung dass ich erst jetzt reagiere, aber ich habe diese Forum erst jetzt gefunden. :)
Ich habe eine Frage woher komt die Information das Glendonite calcite pseudo nach Glauberite sein soll?????? Hast du irgendwelche Wissenschaftliche publikation hierüber?
Wirklich ALLE Referenzen die ich gesehen habe behaupten Calcite pseudomorf nach Ikaite. Ikaite ist eine CaCO3 Phase die nur unterhalb 4 grad C stabil ist. Der Glendonit Igel sind enstanden in sedimentëren umstanden im Sandstein der Tersky Terrane, in der gegend von Olentitsa am Südküste der Halbinsel
McSchuerf:
Hallo Maurice,
kannst Du mir dann eine von Deinen gesicherten Referenzen/Quellen nennen oder hierher verlinken? :)
Ich verweise auf meine Erklärungen auf Seite 1...Hey's Mineralindex, etc..
...aber ich hatte mein Exemplar mit den rotbraunen XX ursprünlich auch als 'Ikait' gekauft. Glendonit stand aber auch dabei!. Als Erklärung auf dem Etikett stand:
'..kristallisiert im strandnahen Bodensediment des Meeres aus, wenn H2O < 0 Grad C ohne zu gefrieren. Bei höheren Temperaturen Rekristallisierung zu Calcit ohne Form und Festigkeit zu verlieren.'
Ikait ist Ca[Co3] x 6 H2O und ist immer kalkweiß und nicht rotbraun! Und ich bleibe dabei: Pseudomorphose von Calcit nach Glauberit-XX = Glendonit - kein Ikait...so steht es im Hey's und zu Ikait steht da etwas anderes.
weitere Quelle wie Robin schon anmerkte:
http://un2sg4.unige.ch/athena/cgi-bin/minfich?s=Glendonite
Gruß Peter
Maurice:
Meine Quellen sein:
*The Kola Peninsula a Brief Mineralogical Guide, Aleksander Evseev, World of Stones 5-6 1995
*Ikaite, CaCO3.6H2O: Cold Comfort for Glendonites as Paleothermometers, Swainson et al, American Mineralogist Vol 86 (2001) p1530-1533
*Microbial-mediated carbonates in de the gulf of Cadiz: data of Iberco, Hesperides, Cornide and Fila de Hormigas, Geophysical research abstracts Vol 7 (2005)
*Kaplan, M. E., 1979. Calcite pseudomorphs (pseudogalussite, jarrowite, thinolite, glendonite, gennoishi, White sea hornlets) in sedimentary rocks. Plenum Publishing Corporation 1980. Translated from Lithologiya I Poleznye, 5, 125-141.
*Suess, E., Balzer, W., Hesse, K-F., Muller,P.J., Ungerer, C.A., & Wefer,G., 1982. Calcium Carbonate Hexahydrate from Organic-Rich Sediments of the Arctic Shelf: Precursors of Glendonites. Science, 1216, 1128-1130.
*Shearman, D. J. & Smith, A. J., 1985. Ikaite, the parent mineral of jarrowite-type pseudomorphs. Proceedings of the Geologists' Association of London, 96, 305-314.
*http://www.mindat.org/min-27112.html (OK gebe zu daß Mindat nicht immer zu trauen ist)
* First known Cretaceous glaciation: Livingston Tillite Member of the Cadna-owie Formation, South Australia, Alley N.F.1; Frakes Australian Journal of Earth Sciences, April 2003, vol. 50, no. 2, pp. 139-144(6)
* Glendonite Formation in Assocation with Methane Oxidation in the Middle Permian Wandrawandian Siltstone, Southern Sydney Basin, Australia Stephanie G. Thomas, Geosciences, University of Nebraska-Lincoln
* The Cold Carbonate Connection Between Mono Lake, California and the Bransfield Strait, Antarctica, Whiticar M.J.1; Suess Aquatic Geochemistry, 1998, vol. 4, no. 3-4, pp. 429-454(26)
* http://gemoc.anu.edu.au/course/geol1002/field/kioloa/ulladulla/glendonite.htm
*Sedimentology of the Wandrawandian Siltstone in the Southern Sydney Basin, NSW, Australia: Record of a Middle Permian Glacial Period?
*Stephanie G. Thomas, Christopher R. Fielding, and Tracy D. Frank. Geosciences, University of Nebraska-Lincoln
*Why Are There No Glendolites In The Western Australia Permian?, John Gorter, AGIP Australia Limited
*Kennedy, G. L; Hopkins D. M., and Pickthorn W. J. 1987. Ikaite, the glendonite precursor, in estuarine sediments at Barrow, Arctic Alaska. G. S. A. Ann. Mtg. 1987 Abstr. Prog. 9, 725.
Ich kann die verwechslung auch erklären!! :) :) "Glendonit" is entdeckt worden in Glendon, am Hunter River in New South Wales, Australien in 1905. Damals ist es beschrieben als: Körnige Calcit pseudomorph VERMUTLICH nach Glauberite. (T.W.E David & T.G Taylor) Und da geht es schon schief. Viele wissenschaftliche Quellen haben 'vermutlich' weg gelassen. Erst in 1962 wurde Ikaite entdekt auf Grönland. Noch etwas später wurde dann erkannt daß Glendonite eine Pseudomorphose nach Ikaite ist.
Ich kann auch drie Quellen nennen die sagen daß es Glauconit ist ;D :
Record Geological Survey New South Wales, Vol 8, p161 (1905)
Alex Kipfer's Mineralien Index (1975)
Strunz , 6. auflage (1974)
Diese sind aber alle älter. Also heute scheint der Konsensus pseudomorph nach Ikaite zu sein.
Glück Auf!
Maurice
McSchuerf:
Hallo Maurice,
ich muss - nach wie vor - widersprechen.. ;)
Wie kann es eine Pseudomorphose von etwas nach Ikait geben, wenn Ikait selbst mit '00' in Lapis angegeben ist (z.B. in Lapis) also keine Kristalle (weder xx noch XX) bildet ???
Die Kristallform der rotbraunen und doch recht großen XX sind eindeutig. Bei einer Pseudomorphose von etwas nach etwas, bleibt das Mineral nach dem Wörtchen 'nach' immer in seiner ursprünglichen Form erhalten.
Wenn also Ikait gar keine Kristalle ausbilden kann, wie soll es da dann überhaupt eine Pseudomorphose von Calcit nach Ikait geben bzw. diese eher für Glauberit sprechenden XX vorliegen? Die Logik spricht einfach dagegen.
Das führte ich aber auch schon auf Seite 1 aus - wenn auch nicht ganz so ausführlich. ;)
Trotzdem aber schon mal vielen Dank für Deine angegebenen Quellen. :)
Es könnte natürlich auch sein, dass es sich bei der damals übernommenen Angabe 'Ikait' für den besagten Fundort: 'russische Weißmehrküste' quasi nur um eine 'Zwischenphase' handelt, die dann aber auch nur bei der angegebenen Temperatur stabil bleibt und sich bei erhöhter Temp. erst zu Glauberit umwandelt und danach der Calcit als quasi 3. Phase den Glauberit wieder verdrängt, weil das Natrium ja sowieso leicht flüchtig ist. Dann läge aber als Endprodukt - so wie gekauft - eindeutig eine Pseudomorphose von Calcit nach Glauberit vor. Die sichtbaren XX sprechen ja auch eine eindeutige Sprache. ;D
Gruß Peter
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