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Ceratites nodosus mit Bissspuren??? / Trias

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Loddah:
Hallo zusammen,

tja mit den Biss-Spuren im Muschelkalk ist das so eine Sache, das ist richtig... Das Problem bei den meisten Ceratiten ist, dass sie meist als Steinkerne erhalten sind (wie Sönke bereits bemerkt hat), das heißt, dass die Zahnabdrücke des Beutegreifers also nicht erhalten sein sollten... Denn diese werden zu Lebzeiten erzeugt und da ist der Innenraum ja noch vom Tier erfüllt. Erst nach dem Absterben wird das Gehäuse mit Sediment verfüllt und die eventuell in der Schale vorhandenen Löcher "verschwinden".

Bei dem Bild, das Björn als Link geschickt hat, habe ich übrigens auch so meine Zweifel, ob es sich hierbei um Bisspuren handelt... Die Vertiefungen sollen wohl die Bissspuren darstellen (wenn man's mit der Skizze vergleicht). Aber wieso gehen dann Vertiefungen in den Steinkern? Das Material kam ja erst später... Und dass hier gerade die Erosion ansetzt und die alten Vertiefungen im "Weichkörper" (= der Raum, der heute mit Sediment verfüllt ist) wieder herausgelöst hat, kann ich kaum glauben... Zumindest fällt mir kein Mechanismus ein, mit dem die Natur das machen könnte.
ABER: Das "Loch", das sich am nächsten an der ersten Lobenlinie befindet und am nächsten zum Zentrum des Ceratiten befindet, hat einen deutlichen runden "Hof", der tatsächlich von einem Zahn stammen könnte. In der Beschreibung heißt es, dass das organische "Reparaturmaterial" zum Teil erhalten ist...

Interssant an Marcus' Stück ist, dass im zweiten Bild die unteren Löcher (also die zur Externseite hin) mit einer Linie verbunden werden können. Das zweite Loch von links (das, das nach unten von der Linie versetzt ist) zeigt dabei ebenfalls einen runden Hof, genau, wie das "Fossil des Monats Oktober". Die Entstehung eines solchen Hofs könnte vom Biss durch die Schale auf den Steinkern übertragen werden, wenn nämlich die Schale beim Verfüllen derselben noch intakt war und der Eindruck des Zahns, eine tellerförmige Vertiefung in der Schale hinterlassen hatte.

Trotzdem tendiere ich bei beiden Stücken eher dazu, dass es sich bei den Löchern um durch Erosion erzeugte "Spuren" handelt, denn in sämltlichen Löchern die als "Bisspuren" gedeutet werden, befindet sich typischer Verwitterungslehm, wie er in Karbonaten sehr häufig vorkommt. Siehe auch tertiäre Verwitterungslehme der Schwäbischen Alb... Alle Verwitterungslehme, die ich aus Süddeutschland kenne, besitzen komischerweise immer diesselbe rötliche Farbe!

Grüße,
Lothar

Joachim:
Mit Bissverletzungen hat das absolut nichts zu tun.

Das Phragmocon des Ceratites nodosus wurde vor der Sedimentation nicht vollständig verfüllt.
Wärend der Diagenese setzte sich das Füllmeterial auf der Unterseite ab.Als sich dann die Schale des Ceratiten auflöste wurden diese Nichtverrfüllten Kammerteile  eben als so "Löcher" erhalten.
Das hat auch absolut nichts mit Verwitterung zu tun.

Gruss Joachim

marcus:
hallo zusammen!!

vielen dank für eure ausführlichen antworten !!!!!


lg
marcus

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