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Arbeitstechnik im Anstehenden

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Schaufelartist:
Hallo!

Na das nenne ich doch mal 2 fundierte Antworten!!!! Super! Vielen Dank!
Bei nächster Gelegenheit werde ich zunächst mal Ralfs Methode ausprobieren – erscheint mir erstmal am praktikabelsten.

Die Sache mit der Leih-Hilti behalte ich aber mal im Hinterkopf.

Ralf, vielleicht kannst Du mir noch eine Empfehlung geben bezüglich der am häufigsten benötigten Spaltkeile – da gibt's ja verschiedene Ausführungen und Qualitäten.

Reichen 3 Keile i. d. R. aus?

Nochmals vielen Dank!

Peter

Trüffelschwein:
 ;D  Hi Folks, hier wat mir dazu eingefallen ist:

Der Strahler
In einer kleiner Spalte fein
funkelte ein Edelstein
ach, wie leuchtend, voll im Glanz
der Strahler tanzt den Freudentanz

Dieser lila Amethyst
fest am Stein gewachsen ist
der Phonolith in jener Schart´
ist von Natur aus ziemlich hart

Er gibt nicht nach, der harte Stein
dem Meissel und dem Fäustelein
Das müsste auch, so würd man sehen,
doch auch automatisch gehen?

Man braucht als erstes Aggregat
son fetten Pressluftapparat
und dann schleppt man noch da hinne
eine große Bohrmaschine

Ein Presslufthammer ist schon da
an der Kluft geht’s    „Ratata“
und wo Kräfte sinnlos walten
kann sich die Kluftwand nicht mehr halten

Sie kracht zusammen mit Getösel
der Amethyst ist nur noch Brösel
und der Strahler, ist kein Quatsch
ist wie der Lehm – so quasi Matsch....

In einer kleinen Spalte fein
funkelte ein Edelstein
groß die Freude, wenn man´s schafft,
birgt man Ihn mit Muskelkraft
trüff, trüff
und guten Rutsch
Charly

uwe:
Das Gedicht, welches Charly zum Besten gegeben hat bringt die Sache auf den Punkt. Entweder man kann die Kristalle mit einem Strahlstock oder leichtem Brecheisen von der Wand der Kluft lösen oder die Sache vergessen. Es genügt schon ein Faustgroßer Brocken von 5 Meter Höhe   auf den Helm und man hat ein Halswirbeltrauma.

Alles Gute im Neuen Jahr und kein Steinschlag von oben wünscht Uwe

Ralf:
Hallo Peter,

was die Spaltkeile angeht, gibts tatsächlich verschiedene Ausführungen. Da sind zunächst die meist dreiteiligen Spreizkeile. Diese verwendet man allerdings nur in Verbindung mit Bohrlöchern. Heißt mehrere Löcher hintereinander gebohrt, Keile rein und draufgehauen. Meist spaltet sich der Stein dann entlang der Linie. Aber es ging ja in erster Linie um die Arbeit ohne Maschinen.
Nehmen wir an, es ist Dir gelungen im Gestein einen längeren Riß zu erzeugen und Du möchtest ein möglichst großes Stück auf einmal entfernen. Dann sind einfache Keile am besten geeignet. Im Prinzip ist das nix anderes als kurze Flachmeißel. Die setzt Du am Riß nebeneinander an und klopfst mit dem Fäustel so lange bis sie richtig fest sitzen. Ist das geschehen, nimmst Du den dicken Hammer und klopfst damit der Reihe nach auf die Keile. Immer nur einen Schlag, dann den nächsten Keil. Bist Du am letzten angelangt, fängst Du am ersten wieder an. Dabei muss man nicht mit aller Kraft draufhauen. Wichtiger ist, den Keil richtig zu treffen. Oft ist´s ein Geduldsspiel, aber irgendwann reißt der Stein garantiert.
Wie gesagt tun dazu kurze Flachmeißel gute Dienste.
Noch ein paar allgemeine Tips:

Wenn Du anfängst das Gestein mit dem dicken Hammer zu malträtieren, schau öfter mal genau nach. Oft schafft man feine Haarrisse, die man im Eifer des Gefechtes leicht übersieht. Hier kann man Kraft sparen, wenn man schon dann die Keile einsetzt. Ein weiterer, oft begangener Fehler sind zu lange Meißel. Diese übertragen die Kraft der Schläge schlecht auf das Gestein, bzw, sie verkanten sehr oft. Eine Länge von 15 cm ist ideal zum Anfangen. Längere nimmt man erst, wenn man schon ein Stück in der Kluft ist. Das zum spalten Flachmeißel besser sind als Spitzmeißel dürfte klar sein. Stumpfe Meißel oder Keile lässt man vom Schlosser nachschleifen und gleich auch die Spitze härten. Man bekommt die Dinger zwar auch mit der eigenen Schleifmaschine wieder scharf, aber die Härte geht dabei flöten ( oder wird zu groß ) dann ist nach ein paar Schlägen wieder Ende. Brauchst Du´s nur für den Urlaub oder insgesamt sehr selten, reichen billige Baumarktmeißel als Einwegwerkzeug.

Und nochmal: Kristalle mit dem Brecheisen oder ähnlichem von der Kluftwand zu hacken ist Kluftschändung. Das tut man nicht, dann lässt man die Finger besser ganz davon. Gibt eh nur minderwertigen Schrott.

Gruß
Ralf

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