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Autor Thema: Kleines, schwarzes nicht identifizierbares Mineral  (Gelesen 5328 mal)

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Offline Methakos

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Heute war ich um mal die Aussicht zu geniessen den Berg hinter der Wohnanlage hier in Santiago de Surco in Lima hochgefahren. Naja...wie es so kommen musste bin ich da oben an Ende der Asphaltierten Strasse gleich über ein Calcitgängchen gestolpert und hatte mir paar Stücke mit den Händen rausgebrochen mit dem Beschluss für bessere Teile bald mit Hammer, Meissel und Taschenmesser wiederzukommen.

Zu Hause habe ich auf einem der Calcitbruchstücke winzige, schwarze Kristalle entdeckt, die ich bisher trotz Bestimmungsbuch und Mineralienatlas unfähig bin zu identifizieren. Wahrscheinlich liegt's daran, dass der größte Kristall es auf gerademal knapp 2mm Gesamtdurchmesser bringt.

Bisher herausgefunden habe ich über diese schwarzen Kristalle:
Kristallform: 2 aufeinanderstehende, 4-kantige Pyramiden. Ob diese nun kubisch, tetragonal oder orthorhombisch sind mag ich wegen der geringen Größe nicht mehr zu unterscheiden.
Strichfarbe: orangebraun bis rotbraun
Härte: Kann weder Glas noch Taschenmesserstahl ritzen, Plastik eines CD-Covers kann man mit viel Mühe ritzen.
Spröde.
Glas bis Seidenglanz.
Farbe: Schwarz ( dunkel schwarzgrau)
Nicht magnetisch. Liess sich mit Küchenmagnet nicht bewegen, hochheben, gar nix.
Kommen zusammen und in direktem Kontakt mir Calcit vor, ebenfalls vorhanden irgendwas in Richtung Limonit als dünne, mikrige Krusten und dunkle Flecken, die an irgendwelche Mangansachen erinnern. Calcitgang in marinen Andesiten, durchschlägt die Schichten fast vertikal (60 - 90°). Wie oben gesagt, hatte nix ausser Fotoapparat dabei, weil ich eigentlich nur für die Aussicht aufm Berg war. Die Andesite dürften kretazischen Alters sein. Fundort, siehe oben. Grosse Teile der Andesite sahen irgendwie alteriert aus, spröde wie einige andere silifizierte Gesteine, die ich schon anderswo gesehen habe. Teils mir rot-braun-gelben Verfärbungen auf Kluft- und Bruchflächen (die ich der eher der tiefgründigen Verwitterung zuschreibe). Gestein an sich ziemlich kaputt. Ca. 10m entfernt am Weg eine erkennbare Störung mit mindestens 1.5m Versatz...wo es weiterging lag entweder unter dem Asphalt oder ausserhalb des Sichtfeldes.

So...mehr Informationen habe ich derzeit nicht zu Hand. Anbei noch 3 Fotos:
Casuarinas03: Das Gängchen
Casuarinas01: Bruchstück mit den kleinen, schwarzen Kristallen. Die 2 kleinen, schwarzen Teile an an der einen oberen Ecke sind solche Kristalle.
Casuarinas02: Die beste Nahaufnahme, zu der ich fähig war mit meiner Kamera.

Offline Collector

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Re: Kleines, schwarzes nicht identifizierbares Mineral
« Antwort #1 am: 04 Jan 06, 00:13 »
tippe auf Pato asado al hilo (dulce)

collector

Offline Methakos

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Re: Kleines, schwarzes nicht identifizierbares Mineral
« Antwort #2 am: 04 Jan 06, 00:22 »
Sorry, läßt sich auch nicht essen.  ;D
Die Bestellliste musste als Größenmaßstab herhalten.  ;)

Offline osito

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Re: Kleines, schwarzes nicht identifizierbares Mineral
« Antwort #3 am: 04 Jan 06, 11:45 »
Schade,
Der Grössenmassstab sieht wirklich lecker aus. ICH LIEBE POLLO CON TAMARINDO.
Leider habe ich keine Idee um was es sich bei den kleinen Kristallen handeln könnte.

Online smoeller

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Re: Kleines, schwarzes nicht identifizierbares Mineral
« Antwort #4 am: 04 Jan 06, 15:27 »
Hallo,

Ich denke mal, dass es ursprünglich Pyrit-Kristalle waren. Dazu würde die Form (Oktaeder) passen. Diese sind dann unter Erhaltung der äußeren Form (Pseudomorphose) in Eisenhydroxid übergegangen. Die Härte würde dabei möglicherweise für kristallisiertes Material sprechen, also Goethit oder Lepidokrokit.

smoeller

Offline uwe

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Re: Kleines, schwarzes nicht identifizierbares Mineral
« Antwort #5 am: 04 Jan 06, 21:25 »
Ich habe Hämatitkristalle von der Thomas Ranch / USA, welche als Oktaeder vorliegen. Ich denke es ist Hämatit.

Glück Auf
Uwe

Offline Methakos

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Re: Kleines, schwarzes nicht identifizierbares Mineral
« Antwort #6 am: 05 Jan 06, 01:56 »
SSchade, dass die Kriställchen nicht größer sind. Bei den Winzlingen ist es so schwer was dran auszuprobieren. :'(

Offline Krizu

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Re: Kleines, schwarzes nicht identifizierbares Mineral
« Antwort #7 am: 05 Jan 06, 09:37 »
Ich denke mal, dass es ursprünglich Pyrit-Kristalle waren. Dazu würde die Form (Oktaeder) passen. Diese sind dann unter Erhaltung der äußeren Form (Pseudomorphose) in Eisenhydroxid übergegangen. Die Härte würde dabei möglicherweise für kristallisiertes Material sprechen, also Goethit oder Lepidokrokit.

Hallo,

Alle "verwitterten" Pyrite, die ich gesehen habe, sind zu Limonit (=Rost) verwittert. Eine Neubildugn von Hämatit konnte ich nicht beobachten. Das Problem ist vermutlich das Wasser und die schwefelige/Schwefelsäure.

MfG

Frank
« Letzte Änderung: 06 Jan 06, 08:51 von Krizu »

Offline Methakos

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Re: Kleines, schwarzes nicht identifizierbares Mineral
« Antwort #8 am: 05 Jan 06, 23:38 »
War heute wieder dort und habe eine ganze Reihe kleiner Doppelpyramiden herausgepult. Habe mehrere Dutzend davon im Gang gefunden. Die größte ca. 3mm. Fast alle im Bereich mit eindeutig(soweit das ohne Labor halt bestimmtbar ist) erdigem Limonit und Hämatit. Hier einige neue Fotos des heutigen Fundes. Kantenlänge der Kristalle auf den fotos ca. 1 bis 2 mm. Das letzte ist ne Verzwilligung.
« Letzte Änderung: 05 Jan 06, 23:40 von Methakos »

Offline Methakos

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Re: Kleines, schwarzes nicht identifizierbares Mineral
« Antwort #9 am: 06 Jan 06, 18:39 »
Da ich heute sowieso nochmal zu meinem Praktikumsplatz musste hatte ich 3 der besten Kristalle mitgenommen. Dort 3 Geologen gezeigt, nach anfänglichem Spinellverdacht auf Grund der Kristallform, haben wir uns dann aber alle auf Hämatit geeinigt. Genauer: Pseudomorphose von Hämatit zu Pyrit.

Bisher ist der größte Kristall knapp 2 bis 3 mm....vielleicht finde ich in den folgenden Tagen noch größere Exemplare. So einer mit 5mm Kantenlänge wäre schön, besonders, weil die Kristalle bei einigen geradezu perfekt sind! :)

Offline McSchuerf

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Re: Kleines, schwarzes nicht identifizierbares Mineral
« Antwort #10 am: 07 Jan 06, 14:57 »
Zitat
'...Nicht magnetisch. Liess sich mit Küchenmagnet nicht bewegen, hochheben, gar nix...''

wenn das magnetisch gewesen wäre, hätte ich an etwas verwitterte Magnetit-Pyramiden gedacht oder wenn Pseudomorphose ...an Martit! Die Spinell-Theorie passt auch nicht so richtig....da müsste dann schon eine ggf. hochmetamorphe Geschichte vorliegen..aber bei dieser erdigen Matrix zweifelhaft. Aber so erscheint mir auch letztere Theorie... nämlich evtl. 'Pseudomorphose von Hämatit nach Pyrit-Oktaedern' am plausibelsten...obwohl ich da auch noch stärkere Zweifel habe.. man müsste dazu erst einmal nach Präzedenzfällen im Mineralreich suchen. :)

scheidet denn schwarz-metallisch angelaufener bzw. oxidierter Pyrit oder Chalkopyrit völlig aus? Härtest empfiehlt sich da..
andere mögliche Pseudomorphosen, darunter auch ggf. Paramorphosen, d.h. innerhalb der gleichen Klasse (2 oder 4) gebildete Pseudomorphosen sind ja auch nicht ganz auszuschließen.

Gruß Peter
« Letzte Änderung: 07 Jan 06, 15:05 von McSchuerf »

Offline Philip Blümner

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Re: Kleines, schwarzes nicht identifizierbares Mineral
« Antwort #11 am: 07 Jan 06, 15:07 »
Ich sage angelaufener Hämatit oder angelaufener Pyrit bzw. Limonitpsm nach Hämatit/Pyrit!

Offline Methakos

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Re: Kleines, schwarzes nicht identifizierbares Mineral
« Antwort #12 am: 07 Jan 06, 16:28 »
Also Pyrite in dieser Form gibt es. Habe ich schon gesehen, auch wenn die Kristalle meist keine spitzzulaufenden Spitzen hatten.
Mit den neuen Kristallen, die auch bisl besser erhalten und größer sind, habe ich die Härte nochmal probiert und konnte Stahl damit recht schnell ritzen.
Unter Verlust eines der besseren Kristalle konnte ich unter großem Aufwand auch Glas(Trinkglas) nun ganz, ganz leicht ritzen.

Chalkopyrit passt wegen Härte, Strich und Spaltbarkeit überhaupt nicht. Auch konnte ich an der ganzen Fundstelle bisher keine Chalkopyrite oder Pyrite finden.
Beim Pyrit ist vor allem die deutliche Strichfarbe nicht eben passend. Da beim Härtetest ein kristall mitten druchbrach konnte man sehen, dass die auch innen schön schwarz sind.

Hinzu sehe diese kristalle unterm Bino auch eher aus wie Hämatit. Genauere Analysemethoden stehen mir leider nicht zur Verfügung.

 

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