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Autor Thema: und wieder ratlos....  (Gelesen 9448 mal)

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steinfinder

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und wieder ratlos....
« am: 11 Feb 06, 03:41 »
gutes, ..... ;)

gefunden in einer quarzsandgrube, und auf diese drei kann ich mir gar kein reim machen.
fundort nrw/haltern, das einzige was ich dabei glaube erkennen zu können ist, das es
in form "gepresster" sand ist, neben einen haufen von feuersteinen und tonnen von losem sand
allerdings so auffällig das sie in die tasche gewandert sind.  :)

kennt das jemand? (foto ist leider ziemlich übel)

steinfinder  :)
« Letzte Änderung: 01 Jan 14, 20:34 von oliverOliver »

Offline Methakos

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Re: und wieder ratlos....
« Antwort #1 am: 11 Feb 06, 06:36 »
Sandkörner mit wahrscheinlich limonitischem Bindemittel(oder andere Eisenverbindungen)...unter Umständen auch silikatischem Bindemittel.

Offline Torben

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Re: und wieder ratlos....
« Antwort #2 am: 11 Feb 06, 11:41 »
Hi!

Vielleicht ein Fulgurit? Könnte ich mir gut vorstellen, auch wenn ich so einen mit etwas unregelmäßigerer Oberfläche erwarten würde.

Gruß

Torben

Offline giantcrystal

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Re: und wieder ratlos....
« Antwort #3 am: 11 Feb 06, 12:18 »
Schau mal nach, ob es mit Salzsäure braust. Wenn das häufiger vorkommt in der Sandgrube, ist es vermutlich ein sogenannter "Zapfensand" = durch Karbonat in teilweise kuriosen Formen verkitteter Sand

Glück Auf

Thomas

Offline uwe

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Re: und wieder ratlos....
« Antwort #4 am: 11 Feb 06, 15:18 »
Du schreibst, daß Du die Stücke neben Feuerstein gefunden hast. Falls der Durchmesser nicht größer als 1 cm ist, wird es wohl sogenannter "Donnerkeil" sein. Ich bin kein Fossiliensammler, aber ich habe mal gehört, daß es sich um  Reste der Rückenplatten (?) fossiler Tintenfische handelt.

Gruß
Uwe

steinfinder

  • Gast
Re: und wieder ratlos....
« Antwort #5 am: 11 Feb 06, 16:03 »
Hi,  :)

also, salzsäure hab ich natürlich auch nicht da, weiß auch nicht wieviele % sie haben müßte,
habe mal gelesen, hier im forum das 25% reichen würden, und das man die in Apotheken
und Baumärkten bekommt, was für mich heißt, ich werde gleich mal versuchen das "Zeug" [Hcl]
an den "start" zu bringen.   ;)

also häufiger kommt das nicht vor, bei einer begehung von etwa 2 stunden waren es genau diese drei.
und die in einem radius von etwa 2 - 3 metern.

durchmesser von ziemlich genau 10mm bis 16mm.

allerdings ist das mit dem "donnerkeil" ein guter tip,
werde mal die fossilienfreunde hier auf dem board fragen,
vielleicht wirds dann klarer.

gruß, steinfinder  ;)

MM-Bär

  • Gast
Re: und wieder ratlos....
« Antwort #6 am: 11 Feb 06, 18:28 »
Ja, das hat schon etwas von einem Belemnitenrostrum, allerdings mit einer recht seltenen(?) Oberflächenausbildung. Ist zwar blöd, aber was passiert, wenn Du die Stücke zwischen die Finger nimmst und kräftig drückst? Bröseln die Teile kaputt? Dann ist der Hinweis auf eine Blitzröhre gar nicht so abwegig. Bekommst Du die Teile hingegen dorch nicht kaputt, dann Salzsäure (Essigessenz ginge auch) drauf und weitergucken  :D

Offline rudi_strolz

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  • Auf den Stein muss der Hammer.
Re: und wieder ratlos....
« Antwort #7 am: 11 Feb 06, 19:31 »
Hallo zusammen,

auch wenn ich nicht unbedingt der Fossilienexperte bin, erinnert mich das doch sehr an Seelilienstielglieder!

Carsten

steinfinder

  • Gast
Re: und wieder ratlos....
« Antwort #8 am: 11 Feb 06, 21:02 »
hi  ;) ,

besagt stücke sind 100% struktur stabil,
da brökelt nix, nicht ein korn löst sich vom anderen.

hcl, konnte ich noch nicht besorgen, leider  ::),
gibts erst wieder montag, essigessenz habe ich auch nicht,
allerdings montag .......  ;D

ich habe mir natürlich auch meine gedanken gemacht,
nach dem prinzip, was könnte es logischerweise sein,
und da "spuckte" das hirn lediglich die blitz-sand theorie aus,
welcher dann nachgeforscht wurde, und irgendwie sahen
die stücke, welche blitzschmelze erlitten haben gänzlich anders aus...

da war noch was, zwar ganz an einer anderen ecke der grube,
siehe ergänzungsfoto, nun so ganz habe ich mir nicht getraut das
direkt mit reinzusetzten.
fand das genausomerkwürdig wie die drei schon gezeigten, ....

zu dem tipp von methakos, die teile sind auf jeden fall,
für ihre größe schwer, sicherlich schwerer als gleichviel sand....

und das was bis hierher die einfachste lösung ist,
sind die seelilienstiele,
genaueres wird sich dann montag zeigen,
wenn die stücke mal hcl probieren. .... ;)

im anhang das andere stück....

und. großes DANKE,  :)  :)

steinfinder
 

Offline IronKurto

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Re: und wieder ratlos....
« Antwort #9 am: 12 Feb 06, 02:19 »
FÜr nen Anfänger wie mich sieht das nach einem metamorph überprägtem Sandstein, also Quarzit aus, das passt aber nicht zu dem Fundort. Kies, oder Sandgrube mit Feuerstein war es, oder??

Offline Methakos

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    • The Lost Geologist
Re: und wieder ratlos....
« Antwort #10 am: 12 Feb 06, 09:50 »
Wie schwer? Quarz hat ne Dichte von ca. 2,65g/cm3
Wieg die Teile mal und bestimmt das Volumen(in einen Küchenmessbecher mit wasser legen. die differenz bzw. wasserverdrängung entspricht dem volumen.)
aus gewicht und volumen kannst du dann sicher die dichte bestimmen. leider kann man an fotos nur schwer das gewicht schätzen.:D

Ausserdem, wenn das eine Quarzsandgrube in NRW ist halte ich es für am wahrscheinlichsten, dass diese Sande Holozänen oder Pleistozänen Alters sind. Zu der Zeit war NRW nicht mehr vom Meer bedenkt und nach der Kreide gab es meines Wissens keine mehr. Daher würde ich auch die Seelilien ausschliessen.

Was für mich immer noch am wahrscheinlichsten ist ist der Fulminit(Blitzschlagröhre) oder durch ein Bindemittel verkittete Sandkörner. Ich hab mal aufm Praktikum in TGB Garzweiler Sand gefunden, da brauchte man einen Hammer und den auseinander zu schlagen.

TRotz allem. HCl test machen

Das andere Foto ist ein Quarzit. Denke ich.
« Letzte Änderung: 12 Feb 06, 09:54 von Methakos »

steinfinder

  • Gast
Re: und wieder ratlos....
« Antwort #11 am: 12 Feb 06, 10:13 »
gruß,  :)

danke für die antworten,
die fossilien experten hatten ein lösung,
und zwar sind es wohngänge von dem tier callianassa,
eine krebsgattung.

gutes,

steinfinder  ;)

Offline Methakos

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Re: und wieder ratlos....
« Antwort #12 am: 12 Feb 06, 10:16 »
Passt das vom Alter? Frag die mal wann die Viecher lebten. Das Alter der Sandgrube sollte nicht schwer herauszufinden sein. Geologische Karte von NRW oder Haltern besorgen oder im Stadtarchiv nachforschen, notfalls lokale Geologische Landesämter fragen.

edit: hab schnell bei den fossis nachgelesen. alles klar.
« Letzte Änderung: 12 Feb 06, 10:19 von Methakos »

Offline Loddah

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  • Spurenfossilien und -Literatur zu mir bitte!
    • Spurenfossilien
Re: und wieder ratlos....
« Antwort #13 am: 12 Feb 06, 21:29 »
Hallo zusammen,

jetzt muss ich mich hier doch einklinken, obwohl ich eigentlich im Urlaub in Dänemark bin...
Belemnit: Nein!
Seelilienstielglieder: Nein! (Die bestehen aus Calcit-Einkristallen und zwar jedes Stielglied aus einem und das sieht man...)
Krebsbauten: Vielleicht, aber sicher nicht von Callichurus (Wurde früher Callianassa genannt, dieser Name ist aber ein jüngeres Synonym und ist deshalb laut den Regeln der zoologischen Benennung ungültig), da das eine rezente (das heisst heute lebend) Gattung ist.

Was mir um eine genauere Aussage machen zu können sehr wichtig wäre, wäre ein Foto von der Querseite. Würde mich interessieren, ob man da echt nichts sieht... Versuch's vielleicht mit Streiflicht.

Salzsäure (übrigens sind 25% viel zu viel!!! Normalerweise testet man Calcit oder calcitischen Zement mit 3-5% Salzsäure. Wenn du höhere Prozentzahlen nimmst, schäumt jedes Karbonat!!! Habe 20% HCl bisher übrigens nur bei "Bauhaus" gesehen, steht bei Farben und Lacken...) Salzsäure-Untersuchung (sprich ob's schäumt) bringt aber nichts, da wenn nur das Bindemittel (Zement, mit dem die einzelnen Sandkörner miteinander verkitrtet sind) aus Calcit besteht, es kaum schäumt. Sollte der Sand aber aus Calcit bestehen, geht richtig die Post ab! Das lässt sich aber auch einfacher testen:

Einfach Glasflasche nehmen und mit dem Stein daran kratzen. Entstehen Kratzer, die auf der Flasche sichtbar bleiben, wenn man mit der Hand darüber reibt, handelt es sich mit grosser Wahrscheinlichkeit um Quarzsteinchen. Bei calcitischem Sand bleiben keine Kratzer auf der Flasche zurück.

Beim Zweiten Foto handelt es sich mit Sicherheit um einen sogenannten Windkanter. Dafür spricht die polierte Oberfläche und die mehr oder weniger scharfen Grate, die dem Stein diese pyramidenartige Form verleihen. Das Gestein als solches ist sicherlich eine Art Quarzit (metamorpher Sandstein) oder ein Sandstein (Sediment mit Quarzzement).

Ein gemeinsames Auftreten der genannten Dinge ist in Quartären Ablagerungen nichts ungewöhnliches. So, wie Du den Aufschluss beschreibst, scheint es sich dabei um eine Ablagerung aus einer der letzten Eiszeiten zu handeln.

Das einzige, das nicht passt, wären die Spuren... Deshalb bitte unbedingt Fotos von der Schmalseite schicken!!!

Bis dann,

Grüsse,
Lothar

steinfinder

  • Gast
Re: und wieder ratlos....
« Antwort #14 am: 12 Feb 06, 21:56 »
Hi  ;), danke,
sorry, der urlaubsstörung wegen,

ist auf jeden supernett! das dich eingeklinkt hast.

Material erzeugt kratzer auf Glas, welche dauerhaft sind.

mit dem Foto von der Schmalseite, Querseite,

http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,7653.0.html

hoffe das hier die gewünschte perpektive bei ist.
ansonsten, bekommst du die aufnahme die du wünscht,
bitte dann genau sagen wie und in welcher position,
und wie es mit dem licht am besten ist...... ;)
(was in  ........ "namen" ist "streiflicht"??)

nochmal, danke,

steinfinder  :)



 

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