Fossilien / Fossils / Fósiles > Kopffüßer / Cephalopoda
Frage an Ammonitenspezialisten
melano:
Hallo Leute !
Je länger ich mich mit diesem Thema beschäftige umso mehr Fragen tauchen auf.
z.B.:
* Wieviele Ammonitengenerationen kann denn dann so eine Entrollung gedauert haben, bis sie " durch " war ?
Ich habe da überhaupt keine Vorstellung. Spricht man da von Hunderten, von Tausenden oder gar von Millionen Jahren.
Damit komme ich auch gleich zur nächsten Frage.
* Wie alt ist eigentlich ein Ammonit durchschnittlich geworden ?
und:
* Was hatte denn das erste Exemplar für einen Beweggrund sein Äusseres, egal ob aus Umweltbedingungen oder welchen Gründen auch immer zu ändern,
wenn es den " Erfolg " ohnedies nicht erleben konnte.
* Oder veränderte sich das Vieh garnicht " bewusst " sondern die Umweltbedingungen veränderten es ?
* Müssten nicht relativ viele Exemplare einer Art in den verschiedensten " Entrollungssstadien " gefunden werden ?
Wenn ich mit meiner Fragerei nerven sollte, sagt es mir bitte ------ es geht zur Not auch so :-X
Viele Grüsse,
melano
Soenke:
Hallo melano,
Ich denke da muss man schon in Hunderttausenden, eher in Jahrmillionen rechnen, wenn man sich die Entwicklung neuer Arten oder gar diesen Entrollungsprozess betrachtet.
Wissen sollte man, dass sich die Ammoniten als Leitfossilien zur Schichtbestimmung so sehr eignen, weil ihre einzelnen Gattung in Relation zu denen anderer Tiergruppen nur kurze Zeit überdauert haben, sprich etwa 2-3 Millionen Jahre. Es gab aber auch sog. Durchläufer (Extremfälle sind Lytoceras und Phylloceras die ein Vielfaches dieser 2-3 Millionen Jahre gelebt haben und sich daher nicht zur genauen Schichtzuordnung heranziehen lassen).
Die Frage, ob eine Art nicht in verschiedenen Stadien der Entrollung zu finden sein müsste, würde mich auch interessieren - prinzipiell müsste dem ja so sein, wenn man davon ausgeht, dass so eine Entwicklung sich nicht innerhalb von Jahrhunderten sondern Jahrmillionen vollzog.
Ob da jemand eine Antwort weiß?
Gruß
Sönke ;)
Zuercherella:
Hallo zusammen,
die Frage nach der Art der Entrollung kann ich teilweise beantworten: bei Ancyloceras aus der unteren Kreide wird angenommen, dass dieser der Vorläufer von Tropaeum ist. Ancyloceras ist im unteren Apt hakenförmig ausgebildet. Bei Tropaeum bowerbanki , später im Unterapt, ist eine lose Entrollung mit wenig Abstand zu sehen, während sich bei Tropaeum drewi alle Umgänge berühren. Hier geht es also um Jahrmillionen, falls es wirklich eine Entwicklungslinie ist, die Bedingungen haben sich hier verrmutlich kontinuierlich verändert.
Bei der Frage nach dem "warum" ist es relativ einfach: eine Art ändert nicht "bewusst" die Form. Es geht immer darum, dass Änderungen oder Mutationen dann überleben, wenn es dadurch Vorteile gibt. D.h., eine Entrollung kann nur dann in signifikanter Anzahl gefunden werden, wenn die Umweltbedingungen es zuließen. Dann wird es relativ schnell gehen, d.h. die neuen Vorteile werden recht schnell auftreten, und Übergangsexemplare sind eher selten (s. Missing Link bei der Dinosaurier/Vogel Diskussion). Wo genau die Grenze zwischen den Arten oder Gattungen entsteht, ist nicht einfach. Viele Autoren neigen dazu, beim Auftreten einer kleinen zusätzliche Knotenreihe eine neue Art oder Gattung aufzustellen, was aber oft auch Variationsbreite einer Art sein kann. Da muss man sehr genau nach der Schicht und der Anzahl der Abweichungen schauen.
Insgesamt ist das Thema sehr komplex und muss sehr genau untersucht werden. Hier helfen nur viele Exemplare, die horizontiert gesammelt und genau untersucht werden.
Viele Grüße
Michael
Joachim:
Es gibt nichts in der Natur was keinen Sinn und nutzen hätte.
Es gab zb wärend des Campan im Pierre Shale die tollsten Formen an Heteromorphen Ammoniten.
Im Buch von Keupp ist eine schöne Stufe von mir abgebildet.Didimoceras und Solenoceras.
Der Didimoceras ist sogar Pathologisch. :D ;)
Stellt euch solche Ammoniten einfach mal vom Larvenstadium an vor.
In jeder Lebensphase haben diese eine andere Gehäuseform.
Wenn nun so ein "Korkenzieherammonit" in der Wassrsäule sinkt oder steigt macht er eine Drehbewegung.
Idealer kann man gar nicht irgendwelche Kleinstlebewesen in der Wassersäule einfangen.
Bricht so einem Ammonit aber der Embrionalkammerbereich ab dann hatte er keine Überlebenschance.
Im Maastricht gab es ja dann wieder ganz normale Formen wie zb. den Sphenodiscus.
Gruss Joachim
melano:
Liebe Leute !
Meinen Dank an alle die versucht habe etwas Licht in mein Dunkel zu bringen.
Viele Grüsse,
melano
Navigation
[0] Themen-Index
[#] Nächste Seite
[*] Vorherige Sete
Zur normalen Ansicht wechseln