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Autor Thema: Verschiedene, (un)bestimmte Mineralien  (Gelesen 12270 mal)

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Offline manu

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Re: Verschiedene, (un)bestimmte Mineralien
« Antwort #15 am: 13 Feb 06, 19:30 »
Wie funktioniert das mit dem Film schwärzen genau? Und das Mit der Boraxperle?
Viele grüße manu

Offline Hg

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Re: Verschiedene, (un)bestimmte Mineralien
« Antwort #16 am: 13 Feb 06, 20:01 »
Hallo manu,
also wenn Du der Meinung bist, dass Du ein radioaktives Mineral hast (Pechblende), dann würde ich das mit in die Schule nehmen und dort messen o.ä.
Das mit dem Film schwärzen ist so eine Sache. Da legt man das Präparat (in dem Fall das Mineral) auf eine Fotoplatte, die man dann entwickelt. Die radioaktive Strahlung schwärzt dann den Film. Es geht aber nix über eine Messung (da kannst Du auch gleich abschätzen wie stark aktiv die Stufe ist  ;))
Beim Nachweis mit der Boraxperle bringt man auf einem Magnesiastäbchen eine kleine Menge der Substanz mit etwas Borax (Na2B4O5(OH)4x8H2O)
in eine Bunsenbrennerflamme und glüht diese dann. Bei Cobalt wird die Perle dann blau, bei Chrom grün usw.
Aber ich kann nur betonen: keine radioaktive Substanzen in eine Brennerflamme!!
Du bringst dadurch u.U. feine radioaktive Partikel in die Luft, die Du dann einatmest. Also Finger weg!!
Messe zuerst, ob die Stufe radioaktiv ist.
Gruß
Hg

Offline Krizu

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Re: Verschiedene, (un)bestimmte Mineralien
« Antwort #17 am: 13 Feb 06, 21:06 »
Hallo,

das mit der Filmfärbung ist nicht so einfach wie es im Buch steht ;-)

Aber vielleicht war unser film zu empfindlich. Es war alles schwarz. Der Kollege war nur in der Ukraine, der film war schwarz, er hat aber überlebt  8)

MfG

Frank


Offline Robin

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Re: Verschiedene, (un)bestimmte Mineralien
« Antwort #18 am: 13 Feb 06, 22:55 »
Hallo,

Was anscheinend auch geeignet ist zum Nachweis von radioaktive Mineralien: Aluminiumfolie! ;D

Das unten gezeigte Stück (Pechblende + Torbernit) war ca. ein halbes Jahr in Alufolie eingepackt, und hat es deutlich schwarz verfärbt.

Braucht aber 'ein wenig' Zeit wie du siehst.. ;)

Gruß Robin

Offline uwe

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Re: Verschiedene, (un)bestimmte Mineralien
« Antwort #19 am: 14 Feb 06, 09:03 »
So eingfach ist das mit der Boraxperle nicht. Ich kann mich dunkel daran erinnern, wie wir uns als Lehrlinge damit abgemüht haben. Das Prinzip ist, das Metalloxyde sich im geschmolzenen Borax lösen. Je nachdem, ob man die geschmolzene Perle in den Reduktionsteil oder in den Oxydationsteil der Bunsenbrennerflamme hält ergeben sich, wenn man Glück hat, typische Farben. Wenn man beim Schmelzen zittert und die Perle immer zwischen Reduktionsteil und Oxydationsteil wechselt ist das Ergebnis sehr fraglich. Außerdem geht das nur gut bei den Salzen der Schwefel-, Salz- oder Salpetersäure. (Bei Carbonaten ist es nicht nötig, die haben von Haus aus eine typische Farbe.) Bei den meisten Mineralen, bei denen die Metalle meist an Schwefel oder Arsen gebunden sind hilft die Boraxperle auch nichts -  es sei denn, man löst das Mineral erst in  einer der o.g. Säuren und läßt die Flüssigkeit eintrocknen.

Wenn man die fertige Perle nicht vorsichtig in dem kälteren Teil der Flamme schrittweise abkühlt, dann platzt die Schmelze beim Abkühlen ab und liegt überall auf dem Teppich. Da die Farbe erst bei der kalten Perle richtig zu definieren ist nützt dann auch nichts mehr.

Man braucht für die Perle nur ein Stäubchen der Analysensubstanz. Als die Gefahr bei einer radioaktiven Substanz ist theoretisch vorhanden, praktisch aber nicht allzu groß. Es wird  ja keine Atombombe eingeschmolzen.

Glück Auf
Uwe

Offline berthold

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Re: Verschiedene, (un)bestimmte Mineralien
« Antwort #20 am: 14 Feb 06, 10:08 »
Hallo,

Zitat
Was anscheinend auch geeignet ist zum Nachweis von radioaktive Mineralien: Aluminiumfolie!

Das hab ich noch nie gehört.  :o Ich vermute eher, dass es zu irgendwelchen chemischen Reaktionen kam.

Gruß

Berthold

Offline smoeller

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Re: Verschiedene, (un)bestimmte Mineralien
« Antwort #21 am: 14 Feb 06, 11:45 »
Hallo,

Bei Foto 1 stimme ich den bisherigen Antworten voll zu: es ist Erythrin. Der kommt in dieser Ausbildung in Wittichen fast täglich zutage. Ist meist eine Neubildung aus der Halde, die aus feinsten Kobaltresten im Sand des Haldenmaterials entsteht.
Abb.2 ist eher Granat als Vesuvian. Der Granat ist eisenreich, also Almandin. Das erkennt man an der Farbe. Es ist übrigens kein Eklogit!
Das silberglänzende Mineral dürfte Muskovit sein, aber auch andere Hellglimmer kämen infrage, so der Si-reichere Phengit. Ist aber bei dem Granat wohl eher unwahrscheinlich. Pyrop-reicher Granat ist hellrosa bis fast weiß. Das ist richtig. In den Alpen gibt es Pyrop im Dora-Maira-Massiv. Da habe ich zu hause sehr schöne Stücke bis Faustgröße. Die sind blassrosa (heller als der Erythrin auf Foto1). Pyrop ist ein Hochdruck-Mineral.
Foto 3: Lässt sich anhand des Fotos nicht sagen. Könnte Manganmineral, Pechblende oder oxidisches Kobaltmineral (Heterogenit,Asbolan) sein. Vielleicht Strichfarbe oder Radioaktivität testen.

Glück Auf!
smoeller

Offline Hg

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Re: Verschiedene, (un)bestimmte Mineralien
« Antwort #22 am: 14 Feb 06, 12:02 »
Zitat
Was anscheinend auch geeignet ist zum Nachweis von radioaktive Mineralien: Aluminiumfolie!
Das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Die Schwarzfärung wird einfach durch Oxidation der Alu-Folie duch das Mineral hervorgerufen,
nicht aber durch Radioaktivität (wenn das doch so wäre würde mich der theoretische Hintergrund brennend interessieren  ;)).
Wie uwe schon korrekt gesagt hat, ist das mit der Boraxperle nicht soooo einfach. Ich habe mich während einer Chemielaboranten-Ausbildung und im Chemiestudium des öfteren bei diversen Analysen mit den Perlen abgemüht  :P .
Und wie gesagt, die Perle bringt hier nichts, wenn es um den Nachweis von Radioaktivität geht.
Gruß
Hg

Offline jos hens

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Re: Verschiedene, (un)bestimmte Mineralien
« Antwort #23 am: 14 Feb 06, 13:55 »
Diese Geiger habe ich mir vor 9 Monaten gekauft,

http://cgi.ebay.com/ws/eBayISAPI.dll?MfcISAPICommand=ViewItem&item=7585374880

Grtz

Jos

Offline manu

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Re: Verschiedene, (un)bestimmte Mineralien
« Antwort #24 am: 14 Feb 06, 18:54 »
Vielen Dank für die vielen Beiträge. Am besten ist es wohl, wenn ich die Mineralprobe mit in die Schule nehme, und mich an meine NWA-Lehrein wende (NWA-Fächerverbund aus Physik,Chemie und Bio). Die Schule hat auf jeden fall ein geigerzähler. Bald hält auch ein Klassenkamerad ein Referat über Radioaktivität. das passt ja ganz gut, da bringe ich es dann mit.
Mit dem ebay-Geigerzähler:
Es ist schade, dass es der Händler in der USA ist. Ich hab leider keine erfahrung mit Ebay-käufen aus der USA

Viele Grüße manu

Offline Robin

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Re: Verschiedene, (un)bestimmte Mineralien
« Antwort #25 am: 15 Feb 06, 00:57 »
Hallo Berthold und Hg,

Ihr habt natürlich recht, 'einfacher' Oxidation würde auch reichen. Da hätte ich noch nicht an gedacht, obwohl es eigentlich naheliegend ist ::)

Trotzdem: es ist schon merkwürdig das ähnliche (aber weniger aktive) Stücke von die gleiche Fundstelle keine Alufolie-Verfärbung produzieren.
... da müßte ich mal weiter testen mit Stufen von andere Fundorten ;)

Rein theoretisch: können die Oxidations-Reaktionen evt. durch Strahlung beschleunigt werden? (dabei denke ich an Ionisierung von Atomen, hauptsächlich im Gestein/Mineral, aber evt. auch Verunreinigungen in der Alufolie?)

Gruß Robin

Offline KOstMineral

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Re: Verschiedene, (un)bestimmte Mineralien
« Antwort #26 am: 15 Feb 06, 08:04 »
Hallo Robin

Ich denke es hat was mit der Spannungsreihe zu tun. Al ist wesentlich unedler als U.

Gruss
Klaus

Offline manu

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Re: Verschiedene, (un)bestimmte Mineralien
« Antwort #27 am: 24 Feb 06, 20:38 »
Hallo!
Also das Mineral ist nicht radioaktiv. Die Mutter einer Klassenkameradin ist CTA von Beruf und hat es mir bei ihrer Arbeitsstelle getestet.
Die strichfarbe konnte ich leider noch nicht bestimmen, weil die Probe einfach zu klein ist. Habe das Bild noch ein mal angehängt. Das Foto ist  mit höherer qualität und schärfer.
Viele Grüße manu

 

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