So eingfach ist das mit der Boraxperle nicht. Ich kann mich dunkel daran erinnern, wie wir uns als Lehrlinge damit abgemüht haben. Das Prinzip ist, das Metalloxyde sich im geschmolzenen Borax lösen. Je nachdem, ob man die geschmolzene Perle in den Reduktionsteil oder in den Oxydationsteil der Bunsenbrennerflamme hält ergeben sich, wenn man Glück hat, typische Farben. Wenn man beim Schmelzen zittert und die Perle immer zwischen Reduktionsteil und Oxydationsteil wechselt ist das Ergebnis sehr fraglich. Außerdem geht das nur gut bei den Salzen der Schwefel-, Salz- oder Salpetersäure. (Bei Carbonaten ist es nicht nötig, die haben von Haus aus eine typische Farbe.) Bei den meisten Mineralen, bei denen die Metalle meist an Schwefel oder Arsen gebunden sind hilft die Boraxperle auch nichts - es sei denn, man löst das Mineral erst in einer der o.g. Säuren und läßt die Flüssigkeit eintrocknen.
Wenn man die fertige Perle nicht vorsichtig in dem kälteren Teil der Flamme schrittweise abkühlt, dann platzt die Schmelze beim Abkühlen ab und liegt überall auf dem Teppich. Da die Farbe erst bei der kalten Perle richtig zu definieren ist nützt dann auch nichts mehr.
Man braucht für die Perle nur ein Stäubchen der Analysensubstanz. Als die Gefahr bei einer radioaktiven Substanz ist theoretisch vorhanden, praktisch aber nicht allzu groß. Es wird ja keine Atombombe eingeschmolzen.
Glück Auf
Uwe