Hallo ..
..hier ein Infobrief ..
Lange Vorlaufzeit für die Kambrische Explosion
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Trilobiten, lange ausgestorbene Arthropoden,
entwickelten sich möglicherweise bereits wesentlich
früher als bisher angenommen. Neue Untersuchungen
deuten daraufhin, dass die Kambrische Radiation, auch
„Big Bang“ genannt, früher als bisher angenommen begann.
Die Untersuchungen lassen ebenfalls neue Folgerungen für
das Auseinanderbrechen des Superkontinents Pannotia zu.
Die traditionelle Sichtweise der Kambrischen Explosion
ist die, dass das frühe Leben auf der Erde eine
außergewöhnlich schnelle Diversifikation durchlebte.
Dies resultierte in dem nahezu gleichzeitigen Erscheinen
der Vorfahren der meisten Großgruppen der Tiere. Um zu
untersuchen, wann die Explosion begann, benutzte der
Paläontologie Bruce Lieberman von der University of
Kansas in Lawrence, Computer Algorithmen um den
Verwandtschaftsgrad für mehr als 100 Trilobitarten
zu bestimmen. Dabei wurden verschiedene Faktoren
wie die Länge und die Zahl der Körpersegmente von
Tausenden von Trilobiten miteinander verglichen.
Die Analyse gibt eindeutige Hinweise, dass die
Trilobiten bereits zu einem Zeitpunkt sehr divers
waren, als die Kambrische Explosion gerade erst begann.
Obwohl der Grund für die Kambrische Explosion bislang
unbekannt ist, vermuten viele Wissenschaftler, dass
sich durch das Auseinanderbrechen des Superkontinents
Pannotia vermehrt isolierte Populationen bildeten und
neue ökologische Nischen geschaffen wurden. Allerdings
ist es bislang noch sehr umstritten, wann genau Pannotia
auseinanderbrach. Eine vielverwendete Theorie besagt,
dass das Auseinanderbrechen vor 523 Mio. Jahren begann.
Demnach müßten die Kontinente vom Südpol bis zum Äquator
in weniger als 15 Mio Jahren gewandert sein – eine
Geschwindigkeit, die 13 mal so schnell ist, wie die
fünf Zentimeter, mit denen sich die Kontinente heutzutage
bewegen. Im Gegensatz dazu zeigen die
Verwandtschaftverhältnisse der Trilobiten, dass die
Spaltung wesentlich früher begann und gradueller verlief.
Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, tat sich Lieberman
mit Joseph Meert von der University of Florida in
Gainesville zusammen, der die ursprüngliche Orientierung
der Kontinente anhand der Magnetisierung der Gesteine
bestimmt. Während der Gesteinsbildung richten sich
magnetische Minerale an dem Magnetfeld der Erde aus.
Da das Erdmagnetfeld einem stetigen Wandel unterzogen
ist, wird somit eine Positionsbestimmung des Gesteins
zur Zeit seiner Bildung möglich. Die Informationen die
geographische Lage der Fundorte der untersuchten
Trilobitenfamilien und die magnetischen Daten wurden
miteinander kombiniert. Das Team folgerte aus diesen
neuen Daten, dass die Aufspaltung Pannotias vor 580 Millionen
Jahren nahe des Südpols begann und die Kontinente rund
80 Millionen Jahre brauchten, um bis zum Äquator zu gelangen –
mit einer angemesseneren Geschwindigkeit von 15 Zentimenter pro Jahr.
Quelle: ScienceNow,
www.sciencemag.org, 13.04.04
Gruß Peter