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giftiger malachit?

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kristallspürnase:
Hi Freunde!
Bräuchte mal schnell ne Info in wie weit der Malachit von uns Sammlern (also so knollig oder so) ohne Wasserbad, pulverisierung etc. gifitg serin könnte?

stufenwühlmaus:
Also vom Verzehr würde ich auf alle Fälle abraten ;D :D ;D.

Axinit:
Hallo,

essen willst Du Deinen Malachit ja wohl nicht oder ? Bei normalem Umgang, auch beim Pulverisieren kleiner Mengen, sollte es keine Probleme geben.

Kupfer ist, obwohl es ein Schwermetall ist, fuer uns Menschen relativ ungefaehrlich (toedliche Dosis ca. 10 g), dafuer aber ein starkes Gift fuer niedere Lebewesen.

Wenn Du es genauer wissen willst, nachstehend ein Auszug aus Roempp's Chemielexikon.

Viel Spass bei der Lektuere

Axinit

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Aus Roempp's Chemielexikon:

Toxikologie:
Beim Menschen können orale und inhalative Kupfer-Aufnahmen zu Vergiftungserscheinungen (Metall-Fieber) führen. Nach Inhalation von Stäuben und Dämpfen kann es zu akuten Irritationen der oberen Atemwege kommen. Die orale Aufnahme von löslichen Kupfer-Ionen in mg-Mengen, z.B. durch in Kupfer-Gefäßen aufbewahrten Zitronensaft, kann Erbrechen u. Durchfall hervorrufen [7,8]. Die Zufuhr von mehreren Gramm Kupfer kann zu Hämolyse, Leberschäden und Nierenschäden und Koma führen; die tödliche Menge liegt bei <10 g. Chronische Vergiftungserscheinungen aufgrund einer überhöhten Kupfer-Aufnahme treten erst bei Überschreitung der Eliminationsfunktion der Leber auf; es können Hepatitis, Leberzirrhose und eine hämolytische Krise auftreten. Dabei werden Zellschäden und Organschäden vermutlich durch reaktive Sauerstoff-Spezies verursacht, deren Bildung durch freie Kupfer-Ionen katalysiert wird oder durch die plötzliche Kupfer-Freisetzung aus Metallothionein durch oxidativen Streß bedingt ist.

Säuglinge und Kleinkinder reagieren besonders empfindlich auf ein Kupfer-Überangebot, da die volle Leistungsfähigkeit der Regulation der biliären Exkretion erst im Laufe der ersten Lebensjahre erreicht wird. In Indien führte die Aufnahme von in Kupfer-Geschirr zubereiteter Nahrung bei Säuglingen und Kleinkindern zu zirrhotischen Veränderungen der Leber mit häufig letalem Ausgang ("Indian Childhood Cirrhosis"). Seit 1979 sind auch in Deutschland Todesfälle bei Säuglingen bekannt, deren Milch mit kupferbelastetem Wasser zubereitet worden war ("German Childhood Cirrhosis"); Leberschäden, sogenannte frühkindliche Leberzirrhosen, wurden ebenfalls bei Verwendung von stark Kupfer-haltigem Trinkwasser (>10 mg/L) beobachtet. Erhöhte Gehalte an Kupfer in Trinkwasser können insbes. bei neuinstallierten Kupfer-Leitungen auftreten, wenn der pH-Wert des Wasser <7 u./od wenn es Sauerstoff-arm ist. Bei längerem Stehen können so Kupfer-Konz. bis über 20 mg/L erreicht werden. Aus Abwässern z.B. von Galvanikbetrieben od. Leiterplattenbetrieben ist Kupfer gemäß dem Stand der Technik zu entfernen.

MAK-Werte-Liste (2004): 0,1 mg/m3 (einatembarer Staub), Gruppe D (Schwangerschaft). Lösl. Kupfer-Salze (bes. Kupfersulfat) sind in größeren Mengen starke (reflektor.) Emetika. Näheres zur Toxizität u. Therapie s. Literatur [9].

Genet. bedingte Kupfer-Stoffwechselstörungen sind der Morbus Wilson mit abnormer Kupfer-Akkumulation u. das Menkes-Syndrom mit hochgradiger Kupfer-Unterversorgung, die amyotrophische Lateralsklerose und "Cutis laxa". Der amyotrophischen Lateralsklerose liegt eine Mutation der Kupfer-Zink-Superoxid-Dismutase zugrunde. Dies führt aufgrund von Schäden an Motorneuronen in Rückenmark und Gehirn, bedingt durch freie Radikale, zu einer fortschreitenden Muskelschwäche. "Cutis laxa" ist eine X-chromosomal rezessiv vererbte Krankheit, die auf einem Mangel an Kupfer-abhängiger Lysyl-Oxidase beruht.

Ökotoxikologie:
Metall. Kupfer zeigt nur insofern physiolog. Wirkung, als es in saurer Umgebung Spuren von lösl. Salzen abgibt, die Kupfer-Ionen (Cu2+) bilden. Diese wirken auf Algen, Kleinpilze u. Bakterien schon in sehr geringen Mengen als starkes Gift; bei sehr Kupfer-empfindlichen Algen scheinen äußerst geringe Kupfer-Spuren lebensnotwendig zu sein, doch wird schon bei geringfügigen Steigerungen der Kupfer-Konz. die tödliche Dosis erreicht; so wird z.B. die Schraubenalge Spirogyra bereits durch Kupfer in einer Konz. von 1 ppb geschädigt. Daher sollen z.B. auch Schnittblumen in Kupfer-Gefäßen länger haltbar sein als in Glasgefäßen.

Die molluskizide Wirkung des Kupfers versuchte man zur Bekämpfung von Bilharziose-Zwischenwirten zu nutzen. Es gibt allerdings auch Bakterien aus der Gruppe der Thiobacillus-Arten, die hohe Kupfer-Mengen (um 50 g/L) tolerieren u. daher zum Auslaugen armer Kupfer-Erze benutzt werden.

Muscheln u. Fische können höhere Kupfer-Mengen aufnehmen. Fische nehmen das Element direkt aus dem Wasser auf u. akkumulieren es stärker als z.B. Quecksilber, Blei od. Cadmium. Die Anwesenheit organ. Bestandteile, auch von Nitrilotriessigsäure u. Ethylendiamintetraessigsäure, reduziert ihre Kupfer-Aufnahme stark. Vergiftungen von Fischen wurden bei Kupfer-Belastungen von mehr als 0,5 mg/L beschrieben. Die Toleranzwerte für Fische u. Krebse betragen 0,03 bis 0,8 mg/L.

Durch das Kupfer-haltige Plastocyanin der Chloroplasten wird die Bildung des Chlorophylls (Blattgrün) gefördert. Deshalb zeigen z.B. mit Kupfer-Vitriol-Lsg. gespritzte Reben (Kupfer-Verb. wirken gegen Peronospora) oft ein sattes Grün u. die auf Mangel an wasserlösl. Kupfer-Verb. beruhende Urbarmachungskrankheit, Heidemoorkrankheit od. Weißseuche (äußert sich in mangelhafter Chlorophyll-Bildung u. Wachstumsminderung) kann aus demselben Grund durch Düngung mit Kupfer-Verb. weitgehend beseitigt werden.

Hg:

--- Zitat ---Bräuchte mal schnell ne Info in wie weit der Malachit von uns Sammlern (also so knollig oder so) ohne Wasserbad, pulverisierung etc. gifitg serin könnte?
--- Ende Zitat ---
Ich verstehe jetzt die Frage nicht so richtig.
Also allgemein gilt, dass wasserlösliche Cu-Salze eine gewisse Toxizität aufweisen (CuSO4 führt beim Verschlucken zum Erbrechen).
Bei einer unlöslichen Verbindung, wie Malachit, dürfte die akute Toxizität nicht so ungeheuer hoch sein. Man sollte eben die Stäube nicht unbedingt einatmen.
Frage soweit beantwortet?
Gruß
Hg

Krizu:
Hallo,

statt wasserlöslichkeit besser Löslichkeit in salzsauren Medien (=Magensaft).

BTW:
Schnecken, Garnelen und Welse reagieren schon teilweise auf einen Wechsel mit warmen Leitungswasser (höherer Kupfergehalt) mit dem Tod.


MfG

Frank

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