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Autor Thema: lauter Dreiecke - was ist das?  (Gelesen 10024 mal)

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Offline Jochem

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lauter Dreiecke - was ist das?
« am: 03 Mar 06, 18:58 »
Hallo,
hier habe ich ein schön metallisch glänzendes Mineral aus dem Wannigebiet / Binntal. Wer kennt das?

Offline Jochem

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Re: lauter Dreiecke - was ist das?
« Antwort #1 am: 03 Mar 06, 18:58 »
und noch

Offline Harjo

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Re: lauter Dreiecke - was ist das?
« Antwort #2 am: 03 Mar 06, 20:08 »
Hi, wenn ich Wannigebiet hore gehen die gedanke naturlich richtung Cafarsite, Chernovite, Hematite, aber die passen meine meinung nach nicht zu deine Kristalaggregate.
Ich wurde auf Sphalerite(Zinkblende) tippen, Ich weiss nicht ob Zinkblende im gebied um den Wannigletscher allgemein ist, aber ich habe sphalerite gesehen die ganz ahnlich aussahen.

Gruss

Harjo


Offline loismin

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Re: lauter Dreiecke - was ist das?
« Antwort #3 am: 03 Mar 06, 20:22 »
Hallo Jochem

Ich kenne zwar die Fundstelle nicht aber für mich sieht das nach Magnetit xx aus
Gruß
Loismin

Offline Harjo

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Re: lauter Dreiecke - was ist das?
« Antwort #4 am: 03 Mar 06, 22:46 »
Ja, nog nicht daran gedacht, sieht indertat wie Magnetit aus!

Grusse

Harjo

Offline MineralienfanBQ13

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Re: lauter Dreiecke - was ist das?
« Antwort #5 am: 04 Mar 06, 00:43 »
Nach Magnetit sieht es wirklich aus. Würde ich auch sagen.

Gruß
Brian

Offline Schweizer Strahler

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Re: lauter Dreiecke - was ist das?
« Antwort #6 am: 04 Mar 06, 01:25 »
Moin, meiner Meinung nach handelt es sich bei den Kristallen um so genannten Niob-Rutil, der in der Wannigletscher / Cherbadung-Region typischer Weise, wenn auch nicht allzu häufig, auftritt

Für denkbar, aber nicht so wahrscheinlich, halte ich eine Pseudomorphose (mit evtl. Hämatit, Rutil).

Zwar gibt es auch Sphalerit-Vorkommen im Binntal (z.B. Lengenbach), allerdings soweit ich weiß nicht am Wannigletscher / Cherbadung-Region.

An Magnetit glaube ich nicht, da die Magnetit-Kristalle am Wannigletscher fast ausschließlich glatte Flächen aufweisen, was hier ja nicht der Fall ist.

Cafarsit schließe ich aus, da sie in dieser Kristallform nicht auftreten (am ähnlichsten sind dieser Kristallform Cafarsit-Kuboktaeder).

Gruß Dominik
« Letzte Änderung: 04 Mar 06, 11:30 von Schweizer Strahler »

Offline osito

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Re: lauter Dreiecke - was ist das?
« Antwort #7 am: 04 Mar 06, 01:32 »
Ich kann dem unechten Schweizer Strahler  :D nur Recht geben. Könnte sich tatsächlich um einen Niob-Rutil handeln  ;). Schaut doch mal im Mineralienatlas der Schweiz nach, falls jemand im Besitz dieses Buches ist. Bin zur Zeit in Mexiko und habe deshalb keinen Zugang zu meiner Bibliothek

Offline Schweizer Strahler

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Re: lauter Dreiecke - was ist das?
« Antwort #8 am: 04 Mar 06, 10:53 »
Von den Kristallen her ist Zinkblende durchaus denkbar, aber nicht vom Fundort - ich habe nochmal in dem Buch "Das Binntal und seine Mineralien"
nachgeschlagen - Demnach beschränkt sich das Vorkommen von Sphalerit im Binntal auf die Grube Lengenbach und in großen Ausnahmen auf die Gneise beim Saflisch-Wasserstollen; kommt aber nicht in der Cherbadung-Region vor.

Ich bleibe also beim Niob-Rutil - ist sowohl von der Farbe als auch von der Form wahrscheinlich.  ;)

Gruß Dominik
« Letzte Änderung: 04 Mar 06, 11:30 von Schweizer Strahler »

Offline Collector

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Re: lauter Dreiecke - was ist das?
« Antwort #9 am: 04 Mar 06, 12:09 »
Hallo Dominik

die von Graeser und Albertini beschrieben Niob-Rutile sind entweder schwarze skelettartige Verwachsungen unter 1 mm oder gelbrote faserige Kristalle.
Die ersten dieser Nb-Rutile traten auf Cafarsit auf und sind als Seltenheit im Naturhistorischen Museum in Basel.
Die später gefundenen Nb-Rutile traten als schwarze, krustige Verwachsungen auf gelbem Anatas auf, bzw. als gelblich-faserige Pseudomorphosen in Anatas-Form könnten Nb-Rutile sein. Eine genaue Bestimmung ist nur durch chemische oder Röntgenanalyse möglich.

Soweit zur Beschreibung der Nb-Rutile : Graeser, Albertini, 1995; Wannigletscher und Conca Cervandone; Lapis 20, 7-8

Aber: Der Berg Cherbadung heißt auf der italienischen Seite Monte Cervandone. Von dort wird Sphalerit beschrieben.

s.a. Albertini:, 2003; Il dioside del Monte Cervandone; Rivista MIneral. Italiana, 27, 3.

gruß
collector

Offline Schweizer Strahler

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Re: lauter Dreiecke - was ist das?
« Antwort #10 am: 04 Mar 06, 12:38 »
Moin collector,

"Niob-Rutil: Tetragonal. Gelb, rötlichbraun, dunkelrot,schwarz, bis 1cm Größe. Als Seltenheit in der Arsenmineralien-Paragenese findet sich diese äußerst interessante Rutil-Varietät mit dem aussergewöhnlichen Spurenelementengehalt in den Gneisen der Wannigletscher / Cherbadung-Region. Niob-Rutil wurde 1969 durch S.Graeser bestimmt und wenige jahre später publiziert. Gut entwickelte Kristalle kommen in Aggregaten von selten bis zu 1cm Größe vor und erinnern von ihrem Aussehen zunächst nicht an die Mineralart Rutil. Die Färbung der Niob-Rutile wird von C.Albertini (1991) von gelbbraun auf rötlichbraun, dunkelrot und schwarz erweitert."

Zitat aus dem Buch "Das Binntal und seine Mineralien" von Thomas Schüpbach und André Gorsatt (was ich im übrigen sehr empfehlen kann).

Die Paragenese ist am Monte Cervandone ähnlich, differiert aber doch mit der von der Cherbadung Region, von wo Sphalerit nicht beschrieben wurde.

Gruß Dominik
« Letzte Änderung: 04 Mar 06, 12:43 von Schweizer Strahler »

Offline Jochem

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Re: lauter Dreiecke - was ist das?
« Antwort #11 am: 04 Mar 06, 16:46 »
Junge Junge, hab ich da mal wieder ne Diskussion ausgelöst.

Nachdem der Tip Magnetit fiel, hab ich gleich mal den Kompas drangehalten und tatsächlich ein Ausschlag! Magnetit! Dann eine Stecknadel am Faden: kein Ausschlag! Doch kein Magnetit? Der müßte doch ferromagnetisch sein und die Nadel anziehen. Also paramagnetisch (war das nicht die korrekte Bezeichnung? Korrigiert mich wenn falsch). Kann Niob einen Rutil paramagnetisch machen???

Ansonsten hat´s einen schwarzen Strich, was gegen Sphalerit spricht.

Was meint ihr?

Grüße, Jochem

Offline Uwe Kolitsch

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Re: lauter Dreiecke - was ist das?
« Antwort #12 am: 04 Mar 06, 18:51 »
Magnetit (obwohl ich den Nb-haltigen Rutil nicht ausschließen würde - habe bisher nur Photos gesehen).
Sicher kein Sphalerit.

Offline Aletsch

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Re: lauter Dreiecke - was ist das?
« Antwort #13 am: 06 Mar 06, 09:41 »
Hallo auch!
Ich habe insgesamt ca. 2 Monate am Wannigletscher verbracht und so ziemlich alles gefunden, was es da zu finden gibt.
Hierbei handelt es sich eindeutig um Magnetit in der ganz typischen Ausbildung für die Region Wannigletscher / Cervandone. In meiner Sammlung befinden etwa 10 Stufen mit Magnetit dieser Art, mit Kristallen bis ca. 8 mm. Begleitmineralien können sein: Cafarsit, Fluorit, Asbecasit, Rauchquarz, Rutil, Synchisit, Glimmer, Albit, Hämatit, Turmalin.
Niob-Rutil vom Wanni sieht völlig anders aus, ist nicht oktaedrisch flächenbegrenzt und erscheint meist schlecht definiert und mit vielen Zusatzflächen, die ihn oft rundlich erscheinen lassen. Niob-Rutil ist praktisch nicht optisch bestimmbar, sondern nur durch Analysen, er lässt sich meist nicht aufgrund seiner Erscheinung identifizieren.

Liebe Grüsse,

Aletsch

Offline Aletsch

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Re: lauter Dreiecke - was ist das?
« Antwort #14 am: 06 Mar 06, 12:02 »
Hallo noch mal,

habe auf die schnelle mal 2 (schlechte) Fotos von einem Stück gemacht, das hier noch ungereinigt liegt.
Kristallgrösse der Magnetite ca. 3-4 mm. Begleitmineralien sind Albit, Glimmer und verwitterte Cafarsite.
Leider kann ich sie nicht einfügen. Kann mir das bitte jemand erklären? Ich schicke auch gerne die Bilder jemandem, der sie dann einstellen kann.
rocks-and-shells@t-online.de

Gruß,
Aletsch