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Der sächsische Bergbau geht vermutlich wieder los

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Blackminer:
Hier mal ein Beitag aus der "seriösen" Presse

http://www.bild.de/BILD/news/2011/01/30/gold-fund-in-der-lausitz/bohrten-nach-kupfer-fanden-gold.html

Bei solchen Berichten weiß man nicht, ob man lachen oder weinen soll.

Mineralroli:
Hallo
Das ist schon seit längerem bekannt und wird auch entsprechend umgesetzt.
Ich denke es ist ein Anfang und Hoffnung zugleich.
http://www.kupferschieferlausitz.com/
Beste Grüße
Roland

Garfield:
Re: Neues Berggeschrei - Oder: Die Risiken der Bergbaubetriebe

Hallo, habe den Mega-Thread gelesen und wollte Euch meine Meinung als Sammler aber auch als Investor zum neuen Berggeschrei mitteilen.

Allgemein betrachtet gibt es  Projekte und Lagerstätten noch reichlich in der Welt, in Deutschland und auch im Erzgebirge, nur Bergbau auf Kosten des Staates wird es in Zukunft keinen mehr geben in Deutschland.

Es mag sein dass für die Erschließung mancher Lagerstätte Subventionen seitens der EU oder spezieller Regionalförderprogramme bewilligt werden, dies wird aber nur einen kleinen Teil  zur Erschließung neuer Rohstoffvorkommen beitragen.

Das alleinige Risiko jeder bergbaulichen Unternehmung liegt somit bei den Bergbaufirmen selbst. Und wenn man diese Fakten und Risiken im Einzelnen betrachtet wird man verstehen weshalb die Unternehmen bei der Erschließung neuer Vorkommen immer noch zurückhaltend sind.

Problematisch ist schon die Bewertung eine Lagerstätte. Prinzipiell können tausende oder Millionen von Tonnen eines Rohstoffes in einer Lagerstätte liegen, wertvoll ist der Rohstoff nur wenn nach der Förderung ein Gewinn für das Bergbauunternehmen herausspringt.

Über diesen Gewinn müssen aber nicht nur die Kosten zur Unterhaltung des Bergbaubetriebes, sondern auch  Kosten aus dem Vorfeld des Betriebes, namentlich die Kosten der Rohstofferkundung, Lizenzkosten und Kosten zur Umweltverträglichkeitsprüfung  finanziert werden.

Kleines Beispiel, was dabei alles „schief“  gehen kann: Die Harz-Minerals GmbH:

Die Harz Minerals GmbH besitzt eine Lizenz zur Erkundung des gesamten Westharzes.
Mittels TEM Erkundung wurde hier im Mai 2008 eine  neue Gosetalanomalie am Rammelsberg bei Goslar südwestlich des UNESCO Weltkulturerbes Grube Rammelsberg aufgefunden.
Mann interpretierte aus diesen Daten ein „drittes“ Lager der berühmten SEDEX-Multimetallagerstätte.
Ein Bohrprogramm im Jahre 2009 erbrachte jedoch nur Kosten in Höhe von ca. 8 Mill.Euro jedoch keine neue Lagerstätte. Jetzt braucht man frisches Geld um tiefere Bohrungen zu finanzieren. Siehe Story:

http://www.scandinavian-highlands.com/media/1809/harz_minerals_gmbh_-_matinee_january_2010_-_deutsch.pdf

http://forum.untertage.com/viewtopic.php?f=1&t=4332

Weitere Risiken sind bekanntermaßen geologischer Schwierigkeiten bei Auffahrung und/oder Betrieb/Abbau der Lagerstätte oder auch natürliche Einflüsse wie aktuell die Flut in Queensland/Australien. Diese können Unternehmungen ebenfalls an den Rand der Existenzfähigkeit bringen.

Am extremsten und kritischsten ist aber der Faktor welchen schwankende Rohstoffpreise auf den Bergbau ausüben. Große Globalplayer wie BHP Billiton, Rio Tinto, XSTRATA etc. können einzelne Minen bei fallenden Preisen stilllegen, kleinere Betriebe gehen gnadenlos in Konkurs.

Als Beispiel gilt hierfür das Leichardt Kupferprojekt in Australien. Die vorherrschende Kupfervererzung von nur 0,5 Masseprozent hielt man bei Kupferpreisen vom 8000 $/Tonne und einem Lagerstättenvolumen von 8,8 Mill.T. Kupfer als rentabel. 2007 eröffnete die Firma Matrix-Minerals einen Tagebau sowie eine Verarbeitung für 5500 Tonne Kupfer/Jahr. 2008 musste die Firma aufgrund der durch die Finanzkrise verursachten fallenden Rohstoffpreise den Betrieb wieder einstellen. Matrix Minerals ging in Konkurs, die Lagerstätte wurde von Cape Lambert aus der Konkursmasse übernommen und ist bis heute nicht wieder in Betrieb.

Als letztes Risiko ergibt sich das Problem übermotivierter Umweltaktivisten. Dieses Problem ist ja in Deutschland leider vorherrschend, auch wenn die Wetterunbilden aufholen. Eine Umweltklage und der Bergbaubetrieb steht, die Kosten der Finanzierung  und die Betriebskosten laufen jedoch weiter.

Aufgrund dieses letztgenannten Risikos ist es für mich auch verständlich, wenn vor Ort neuer Bergbauunternehmen (z.B. Niederschlag) Fotoverbot herrscht und die Bereiche generell weitläufig  gegen Aktivisten  und andere „Eindringlinge“ - leider auch Sammler - abgesperrt werden.

Prinzipiell werden sich also die Fundmöglichkeiten im sächsischen Bergbau weiterhin verschlechtern.

Ein - vielleicht nicht ganz ernst gemeinter - Vorschlag meinerseits: Einfach diesen Negativtrend umgehen und Aktien der Bergbauunternehmen kaufen !

Wenn Rohstoffpreise an den Weltmärkten aufgrund der Nachfrage weiter steigen und die Bergbaubetriebe große Gewinne einfahren werden auch die Aktien dieser Unternehmen kräftig zulegen.

Dann ist die Zeit gekommen Mineralienstufen von den Gewinnen einfach am Mineralienmarkt zu erwerben !

Glück Auf.
Uwe.


fassi:
Hallo Uwe - Du hast den Nagel auf den Kopf getroffen -

dendrocopos:
Hallo, erst einmal recht herzlichen Dank an Uwe. Mitteilungen wie diese sind leider in der Presse nicht erwünscht. Mit solchen reißerischen , sachlich und fachlich falschen Aussagen wie in der BILD ist schon mehr Leserschaft zu begeistern. Das Erlaubnisfeld der Kupferlagerstätte Spremberg-Graustein-Schleife liegt überwiegend auf brandenburgischem Gebiet und der Firmensitz der KSL Kupferschiefer Lausitz GmbH ist Spremberg. Die sogenannten „neuen Erkenntnisse“ sind kalter Kaffee denn diese Lagerstätte wurde schon in den 60er und 70er Jahren des letzten Jahrhunderts ausgiebig erkundet. Diese Erkundungsergebnisse standen der KSL zur Verfügung. So wurden im vergangenen Jahr nochmals drei Bohrungen mit mehreren Ablenkern bis in eine Tiefe von ca.1100m niedergebracht um im wesentlichen die Ergebnisse aus DDR Zeiten zu bestätigen. Seit Januar 2011 findet auf einer Fläche von 80 km²eine 3D seismische Erkundung der Lagerstätte statt.
Momentan geht man von 1,5 Millionen Tonnen Kupfer aus, denen das Hauptaugenmerk gilt.  Dieses Kupfer hat einen aktuellen Marktwert von etwa neun Milliarden Euro. Setzt man dagegen den gegenwärtigen durchschnittlichen Goldpreis bei 30.000 Euro pro Kilogramm an, dann ergibt sich für diese Lagerstätte ein Gesamtwert für Gold von 450 Millionen Euro. Die Metallverteilung im Erz besteht zu 80 Prozent aus Kupfer. Die restlichen 20 Prozent folgen in der Reihenfolge Silber, Gold, Blei und Zink. Diese Erzverteilung ist ähnlich denen bei der KGHM in Polen, welcher der größte Silberproduzent in Europa ist sowie denen des Mansfelder  Reviers. Zusätzlich sind in geringen Mengen auch seltene Metalle wie Platin vorhanden. Insgesamt sollen vom Mutterkonzern, Minera S.A., Investitionen  in Höhe von 750 bis 800 Millionen Euro getätigt werden. Das an die Aktivitäten der Investoren auch sehr viele Erwartungen und Hoffnungen der Region geknüpft sind, könnt ihr in nachfolgendem Link  erlesen.
http://www.lr-online.de/wirtschaft/wirtschaft-lr/Spremberg-ist-in-der-Kupfer-Spur;art1067,3202283
Und immer schön geschmeidig bleiben: KEINE unerwartet aufgefundene Goldader mit Großstufen gediegenen Goldes für eure Sammlungen. Auch die Waschpfannen können im Keller verstauben. Alles nur im ppm Bereich!

Glück auf!
Frank

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