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Autor Thema: Der sächsische Bergbau geht vermutlich wieder los  (Gelesen 194485 mal)

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Offline geomueller

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Re: Der sächsiche Bergbau geht vermutlich wieder los
« Antwort #30 am: 18 Jun 08, 20:13 »
Hallo alle,
Die Deutsche Rohstoff AG hat ihre Seiten aktualisiert. Stehen ganz interessante aktuelle Sachen drin zu Details der Lagerstätten für die sie die Rechte weiterer Erkundungen erhalten hat.

http://www.rohstoff.de/public/projekte.shtml

Gruß Jürgen

Offline Uwe Kolitsch

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Re: Der sächsiche Bergbau geht vermutlich wieder los
« Antwort #31 am: 18 Jun 08, 21:42 »
Aus dieser Website:

"Storkwitz
Größtes europäisches Seltenerdenvorkommen?

Der DRAG wurde ein großes Aufsuchungsfeld im Nordwestzipfel Sachsens verliehen, in dem gleich mehrere Lagerstätten und Vorkommen liegen. Das Feld liegt um die Kreisstadt Delitzsch und hat einen Umfang von ca. 100 km².

Im Zuge von Explorationstätigkeiten auf Uran wurde Mitte der 1970er Jahre ein Niob-Seltenerden Vorkommen im Bereich Storkwitz entdeckt. Die Untersuchungsergebnisse wiesen auf interessante Konzentrationen an Seltenerdenelemente (SEE) hin, insbesondere Lanthan, Cer, Praeodymium und Neodym (die sogenannten Leichten SEE).
(...)"


Weiß jemand, um was für eine Art von Vorkommen es sich handelt?

Offline zinnwald

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Re: Der sächsiche Bergbau geht vermutlich wieder los
« Antwort #32 am: 18 Jun 08, 21:53 »
Hallo,

bei dieser größe der lagerstätte, vermute ich, das es sich um  sdimentäre ablagerungen ( Sande, Kiese oder Tone ) handeln könnte.
gruß
bodo

Offline stollentroll

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Re: Der sächsiche Bergbau geht vermutlich wieder los
« Antwort #33 am: 18 Jun 08, 22:21 »
Nachgewiesen sind Carbonatite und ähnliche Gesteine.
In dem Material gibt es Selten-Erd-Carbonate, Pyrochlor, Allanit-(Ce) u.a.

Ein Foto vom Pyrochlor :
http://tw.strahlen.org/fotoatlas1/pyrochlore_foto.html

Glück Auf
Thomas

Offline Blackminer

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Re: Der sächsiche Bergbau geht vermutlich wieder los
« Antwort #34 am: 19 Jun 08, 12:24 »
Hi Leute!
In der Chronik der SDAG Wismut gibts dazu einen Bericht. Da steht alles über die Mineralisation und Nebengesteine drin. Bei Delitzsch hat die Wismut noch eine zweite Lagerstätte erkundet. Die ist glaube Wolfram führend.

Ich lese heute Nachmittag mal nach.

Glück auf!

Offline Blackminer

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Re: Der sächsiche Bergbau geht vermutlich wieder los
« Antwort #35 am: 19 Jun 08, 14:47 »
Hallo!
Wie versprochen hab ich nochmal nachgelesen. Die REE- Lagerstätte Storkwitz ist an Karbonatite, Lamprohyre usw. aus der Oberkreide gebunden. Die Wolfram- Molybdän- Lagerstätte Delitzsch an das kambrische Basement (hydrothermale Gänge?). Desweiteren wurde die U- Lagerstätte Kyhna- Schenkenberg erkundet. Diese steckt gangförmig in kambrischen Sedimenten.

1980 hatte man überlegt, die Lagerstätten Storkwitz und Kyhna- Schenkenberg gemeinsam zu erkunden bzw. später abzubauen. Dazu wäre ein 520m tiefer Schacht und 20km Streckenauffahrungen nötig gewesen.

Weitere nachgewiesene  Minerale, waren Sulfide, Magnetit und Fluorit. Diese wurden damals als nicht abbauwürdig eingeschätzt.
Ich hab keine Ahnung, woran der Magnetit gebunden sein sollte. Vielleicht an Skarne? Wäre möglich, Marmore wurden erbohrt und ein Intrusion ist auch da.
Spekulieren will ich da aber nicht. Schließlich hab ich die Bohrkerne von damals nicht gesehen.

Hat die WISMUT überhaupt noch ein Bohrkernlager bzw. -archiv? Das könnte vielleicht geomüller wisssen.
 Im Kernlager Rothenfurth bei Freiberg ist nix, noch nicht mal Kerne von der Kupfererkundung Spremberg.
 Ist in der Wendezeit auch viel weggeschmissen worden.

Mein Fazit zu dem ganzen "Gemache" über neue Bergwerke in Sachsen. Ich seh da schwarz!! Einige Unternehmen sichern erstmal ab, und machen nichts bzw. wenig. Später kann man die Erkundungsrechte doch gut weiterverkaufen!
Guckt euch mal die Fluorit- Lagerstätte Gehren/ Thüringen an. Damit sollte doch der Bergbau im Osten, im großen Stil, wieder losgehen. Auffahrung einer Rampe usw. Übrigens die Rampe ist seit 2Jahren gestundet. Von Abbau keine Rede! Dazu fehlt die Aufbereitung (ging in den Schrott).
Die haben 12Mann Belegschaft davon 2 Hauer, aber 3Sekretärinnen. Die Ausrüstung könnte man ins Museum stellen.
Da kann man nur drüber lachen! Wenn ein Investor loslegen will, macht er keinen "Rucksackbergbau".

Glück auf!

Offline geomueller

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Re: Der sächsiche Bergbau geht vermutlich wieder los
« Antwort #36 am: 19 Jun 08, 20:38 »
Weitere nachgewiesene  Minerale, waren Sulfide, Magnetit und Fluorit. Diese wurden damals als nicht abbauwürdig eingeschätzt.
Ich hab keine Ahnung, woran der Magnetit gebunden sein sollte. Vielleicht an Skarne? Wäre möglich, Marmore wurden erbohrt und ein Intrusion ist auch da.

Hallo,
ja genau die Sulfide, Magnetit und Fluorit sind an Skarn gebunden. Ich persönlich kenne die Lagerstätte auch nur vom Hörensagen und von der Wismut-CD. Ich habe aber einen Kollegen der intensiv mit der Erkundung in den 80er Jahren dort beschäftigt war. Das Problem an dieser  Lagerstätte war/ist das alle diese Lagerstättenteile also Skarn/Uran/SEE unter einem ca. 150 m mächtigen quartären-tertiären Deckgebirge liegen welches mehrere starkgrundwasserführende Wasserleiter beinhaltet. Die Teufe und die Erhaltung des Schachtes bzw. der Schächte hätte nur im Gefrierverfahren erfolgen können, und das war für die DDR bzw. Wismut für solch eine "kleine" Lagerstätte einfach zu teuer. Ob sich das heute lohnen würde weis ich nicht.

Mich wunder immer das noch niemand von den noch reichlich vorhandenen Skarnlagern um Schwarzenberg gesprochen hat, die galten zu DDR-Zeiten als nicht aufbereitbar, scheint sich wahrscheinlich nichts drann geändert haben.

Gruß Jürgen

Offline smoeller

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Re: Der sächsiche Bergbau geht vermutlich wieder los
« Antwort #37 am: 19 Jun 08, 21:41 »
Hallo,

Bei den Skarnen denke ich zuallererst an die Umweltprobleme: Viel Arsenopyrit. Wohin mit dem Arsen? Dann noch Pyrit, dann bleibt da nicht mehr viel, was noch gewinnbar wäre. Das einzige, was derzeit lohnt, ist darin Scheelit.

Glück Auf!
Smoeller

Offline Krizu

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Re: Der sächsiche Bergbau geht vermutlich wieder los
« Antwort #38 am: 20 Jun 08, 08:50 »
Hallo,

du weisst das der Schwefelsäurepreis dieses Jahr explodiert ist?

MfG

Frank

Offline Blackminer

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Re: Der sächsiche Bergbau geht vermutlich wieder los
« Antwort #39 am: 23 Jun 08, 00:41 »
Hallo Leute!
Das mit dem "Verunreinigungen" im Skarn ist eben das Problem! Die "Alten" haben sich das einfach gemacht, abrösten! Da war man wenigstens die Sulfide los.
Die Aufbereitung der Pöhlaer Probe wird noch manchen Leuten Kopfzerbrechen bereiten.

Der Skarn macht seiner schwedischen Übersetzungng alle Ehre.

Habt ihr übrigens gewusst, daß das gesamte Erzgebirge z.Z. neu bewertet wird bzw. wurde? Ich hatte die "Ehre" solche "Lagerstättengiganten" wie Bräunsdorf, Oederan, den Treppenhauer bei Sachsenburg und das Revier "Edle Krone" bei Tharandt einzuschätzen.
Natürlich ging das nur vom Schreibtisch aus (Zeitmangel).
Zum Glück hatte ich einige der Gruben schon mal beehrt und wusste wie es aussieht. Ansonsten hätte ich auch in eine Kristallkugel schauen, oder im Kaffeesatz lesen können. (Das sächs. Bergarchiv war damals nicht nutzbar.)

Hey Krizu!
Wenn du ins Schwefelsäuregeschäft einsteigen willst, mach doch einfach die Grube Einheit wieder auf. Prima Pyrit- Lagerstätte und nebenbei kannst du noch Calzitstufen abbauen und "Harzer Blutstein" fördern. Vom Schaubergwerk und Stufenabbau könntest du  leben, falls es mal mit der Säure nicht läuft.

 ;) War sarkastisch gemeint!

Glück auf!

Offline Schmucki

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Re: Der sächsiche Bergbau geht vermutlich wieder los
« Antwort #40 am: 07 Jul 08, 20:57 »
Hallo alle zusammen,

zur Info ein Artikel aus der Leipziger Volkszeitung von heute.

Viele Grüße
Sebastian

Offline uwe

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Re: Der sächsiche Bergbau geht vermutlich wieder los
« Antwort #41 am: 07 Jul 08, 22:03 »
Ähnliche Artikel stehen in regelmäßigen Anständen in den Regionalzeitungen von Sachsen. Vermutlich immer dann, wenn mal wieder nichts spektakuläres zu berichten ist. Ich bin da sehr skeptisch, zumal der moderne Bergbau für uns Sammler absolut nichts bringt.

Gruß
Uwe

Offline Troglophiler

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Re: Der sächsiche Bergbau geht vermutlich wieder los
« Antwort #42 am: 14 Jul 08, 13:03 »
Quelle: http://www.taz.de/1/zukunft/wirtschaft/artikel/1/el-dorado-in-der-lausitz/

Kupfergräberstimmung in Ostdeutschland
El Dorado in der Lausitz

Explodierende Weltmarktpreise lassen einheimische Bodenschätze wieder interessant werden - vor allem auch im wirtschaftlich schwachen Osten. Wer wird hier zum Zug kommen?
VON MICHAEL BARTSCH

DRESDEN taz Der Abbau eines großen Kupfererzvorkommens in der Lausitz ist keine Fiktion mehr. Anfang Juni erlaubte des Sächsische Oberbergamt einem polnischen Konsortium, die Lagerstätte zu untersuchen. Diese sogenannte Aufsuchungsgenehmigung betrifft den sächsischen Teil östlich von Weißwasser bis zur polnischen Grenze. Die Lizenz für den brandenburgischen Teil hält eine Firma aus Panama.

Die DDR hatte in den Jahren 1954 bis 1980 das in 800 bis 1.500 Metern Tiefe liegende Vorkommen erkundet und auf eine Kupfermenge von 1,5 Millionen Tonnen geschätzt. Das ist etwas mehr als der deutsche Jahresbedarf. Hinzu kommen Begleitmetalle wie Silber, Blei und Zink. Die Lagerstätte gehört zu einem von Hessen bis nach Polen reichenden Kupferschiefergürtel, der neben denen in den Anden und Afrika zu den drei größten bekannten der Welt zählt. Was seinerzeit den Abbau nicht lohnte, erweist sich durch die Weltmarkt-Nachfrage inzwischen als attraktiv. Der Preis für eine Tonne Kupfer ist mit etwa 8.800 Dollar innerhalb von fünf Jahren auf das Sechsfache geklettert.

Nun hat das sächsische Wirtschaftsministerium ein Projekt gestartet, mit dem alle Lagerstätten erfasst und bewertet werden sollen. Ziel sei es, so Ministeriumssprecherin Lea Mock, "mit den Ergebnissen Unternehmen für die Investition in neue sächsische Bergwerke zu gewinnen". Auch Thüringen rechnet damit, dass seine Lagerstätten wieder interessant werden.

Aufsuchungsgenehmigungen wie beim Lausitzer Kupfer sind der erste praktische Schritt, Lagerstätten durch Privatunternehmen auf ihre Abbauwürdigkeit prüfen zu lassen. Das geschieht mit elektronischer Hilfe oder durch Probebohrungen, erläutert ein Sprecher des Sächsischen Oberbergamtes.

20 Jahre nach der Wende darf 2010 in Sachsen erstmals wieder ein Bergwerk eröffnet werden. Vom Unternehmen Wismut offiziell bestritten werden Überlegungen, angesichts des verzehnfachten Weltmarktpreises auch die Uranförderung wieder aufzunehmen. Immerhin sollen im Raum Ronneburg noch etwa 100.000 Tonnen lagern. Laut Satzung dürfte das in Bundeshand befindliche Sanierungsunternehmen einen solchen Abbau auch nicht selbst vornehmen.

Hobbygeologen wird ihre Suchleidenschaft oft zum Verhängnis. Erst im November wurden in Thüringen zwei Mineralienjäger in einer Höhle verschüttet, einer überlebte nicht. Beim Lausitzer Kupfer allerdings wird für drei Jahre nun professionell erkundet. Schließlich geht es um mögliche Investitionen von etwa einer halben Milliarde Euro für den komplizierten Abbau. Der könnte, so schätzen die Bergämter von Sachsen und Brandenburg übereinstimmend, frühestens in zehn Jahren beginnen.

Jürgen Resch von der Deutschen Umwelthilfe ist allerdings skeptisch, ob die Umweltauflagen eingehalten werden. Das gelte beispielsweise für die unvermeidlichen Halden. Kupfer ist ein Pestizid. Generell zeige sich eine Erosion staatlicher Kontrolle in Deutschland. "Wir fühlen uns mit diesen Behörden nicht mehr sicher", so Resch.

Offline Mineraloge

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Re: Der sächsiche Bergbau geht vermutlich wieder los
« Antwort #43 am: 14 Jul 08, 16:52 »
Guckt euch mal die Fluorit- Lagerstätte Gehren/ Thüringen an. Damit sollte doch der Bergbau im Osten, im großen Stil, wieder losgehen. Auffahrung einer Rampe usw. Übrigens die Rampe ist seit 2Jahren gestundet. Von Abbau keine Rede! Dazu fehlt die Aufbereitung (ging in den Schrott).
Die haben 12Mann Belegschaft davon 2 Hauer, aber 3Sekretärinnen. Die Ausrüstung könnte man ins Museum stellen.
Da kann man nur drüber lachen! Wenn ein Investor loslegen will, macht er keinen "Rucksackbergbau".

Also zu Gehren kann ich was sagen, hab vor zwei Wochen den mittlerweile 3ten Hauer beim Sprengkurs in Dresden getroffen. Bis Mitte nächsten Jahres soll die Auffahrung der Lagerstätte im Nebengestein abgeschlossen sein und wird sie auch nach seiner Meinung. Was das Gerät betrifft arbeiten die wirklich mit Uralttechnik.......aber scheint ja zu funktionieren. Lohnenswert ist es jedenfalls, wenn man sich den Preis pro Tonne Fluorit ansieht, der im Moment bei 390$/t liegt.
Quelle: http://www.bgr.bund.de/cln_011/EN/Themen/Min__rohstoffe/Produkte/Preisliste/cpl__08__05,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/cpl_08_05.pdf
Ist seit dem letzten Jahr um über 100$ gestiegen.

Offline geomueller

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Re: Der sächsiche Bergbau geht vermutlich wieder los
« Antwort #44 am: 14 Jul 08, 17:06 »
Jürgen Resch von der Deutschen Umwelthilfe ist allerdings skeptisch, ob die Umweltauflagen eingehalten werden. Das gelte beispielsweise für die unvermeidlichen Halden. Kupfer ist ein Pestizid. Generell zeige sich eine Erosion staatlicher Kontrolle in Deutschland. "Wir fühlen uns mit diesen Behörden nicht mehr sicher", so Resch.

Typisches Grünengequatsche, alles nieder machen bevor etwas begonnen hat. In diesem Land ist mittlerweile der Frosch mehr Wert als der Mensch

 

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