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Autor Thema: Mineralien von Kegelhalden (Schacht Reust 374)  (Gelesen 12465 mal)

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Offline Jens G

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Hallo an Alle,
War letzten Sonntag auf den Kegelhalden von Reust.
War im Gegensatz zu den 384 er Halden überrascht wie gut man dort direkt auf die Halden kommt. An diesem Sonntag waren so viele Radfahrer und Wanderer direkt auf dem Weg unterhalb der Halden unterwegs - jeder hätte ohne Probleme die Halden betreten können.

Doch nun zu meinen Beobachtungen.
Wie geomüller im Thread zum Verschwinden der Halden geschrieben hat, sieht es unterhalb der oberen Schuttschicht sehr schlecht aus - teilweise sind die Hänge schon angeschnitten - neben dem normalen "Haldengrundmaterial" findet man nur eine Art "verkleisterten Brei aus Mineralien" - sieht teilweise so aus als ob Säure aus Autobatterien die Mineralien zersetzt hätten (meine Laieneinschhätzung).
Neben reichlich Pyrit fanden sich auch ab und zu ein paar Mineralien, bei denen ich Eure Hilfe bei der Bestimmung bräuchte.

So finden sich auf einigen "Stufen" ein oft glänzendes kugelartiges Mineral - meis in kleineren "Hohlräumen". Oft in eine Art rotbraunen Farbton oder aber dunkelbraun bis grauschwarz.   

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Offline Jens G

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Re: Mineralien von Kegelhalden (Schacht Reust 374)
« Antwort #1 am: 03 Jun 04, 22:37 »
Neben reichlich Pyrit bzw. Chalkopyrit findet sich auf einer "Stufe" ein kleines "Kristall" mit Kupferglanz - ist das auch angelaufener Pyrit - in der Färbung sieht es aber sehr gleichmäßig aus - bei einen anderen "Einschlüssen" sieht man oft mehrfarbige, ungleichmäßige "Anläufe".

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Offline Jens G

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Re: Mineralien von Kegelhalden (Schacht Reust 374)
« Antwort #2 am: 03 Jun 04, 22:43 »
in einem anderen Fall findet sich ein grüner Belag (wie mit weißem Kleister) auf einem anderen Mineral aufgeklebt.

Ich als Anfänger vermute Malachit auf Chalkopyrit - für den "Kleister" habe ich noch keine Vermutung.

Liege aber eventuell ganz falsch - bin halt noch am üben.



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« Letzte Änderung: 04 Jun 04, 09:40 von Jens G »

Offline Jens G

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Re: Mineralien von Kegelhalden (Schacht Reust 374)
« Antwort #3 am: 03 Jun 04, 22:55 »
Für heute als letztes noch ein kleines Bild.
Im anderen Thread schrieb geomüller etwas von "Faserquarz".

@geomüller und alle Anderen

Handelt es sich im folgenden BIld um solches Faserquarz - oder ist es etwas anderes.
Bei mindat.org findet man ja einige Fotos von Ronneburger Mineralien.
So ähneln die Fotos von "Alunogen,  Jarosite
" bzw. Halotrichite oder Planerite teilweise diesem Mineral.

Das war es erst mal für Heute (habe noch andere Fundstücke) - ich danke Euch schon mal für die Hilfe.

MfG
Jens G

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Offline uwe

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Re: Mineralien von Kegelhalden (Schacht Reust 374)
« Antwort #4 am: 04 Jun 04, 09:04 »
Hallo Jens G.

der Schiefer, welcher den größten Teil der sogenannten "Gangart" ausmacht ist stark pyrit- bzw. markasithaltig. Diese Minerale verwittern realtiv schnell unter Bildung von Schwefelsäure. Das Verkittungsmineral der Haldenmasse ist also meist Gips.

Um Gips dürfte es sich auch bei den Nädelchen handeln, obwohl es scheint, daß diese auf Deiner Stufen garbenförmig angeordnet sind, während Gips wirrstarhlig auftritt.

Ich habe mich zuerst auch von den kupferroten Anlauffarben der Pyritkristalle täuschen lassen. Ritzt man die rote Schicht (vermutl. Fe) an sieht man die goldglänzende Masse des Pyrites.

Bei den Kugeln handelt es sich sicherlich um ein Eisenhydroxyd (Limonit usw.)

Bei dem grünen Aggregat kann es sich tatsächlich um ein kupferhaltiges Mineral handeln, was bei dem schwefelsaurem Medium in der Halde aber möglicherweise nicht Malachit ist. Es ist aber immer zu bedenken, daß die Wismut nicht so stark unter Materialmangel zu leiden hatte wie die übrige Wirtschaft. Untertage wurde jede Menge Kupferdraht verarbeitet, der dann teilweise auch als Abfall auf die Halde kam.  In diesem Falle wäre es dann der sogenannte "Haldenkeim".

Aber nicht verzagen. Innerhalb der Halde kann schon noch was kommen.

Glück Auf
Uwe

Offline geomueller

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Re: Mineralien von Kegelhalden (Schacht Reust 374)
« Antwort #5 am: 04 Jun 04, 18:15 »
Hallo Jens G.,
eigendlich kann ich mich Uwe nur noch anschließen, er hat schon alles gut bestimmt. Hier trotzdem noch mein Tipp:
reust1 und reust 1-1.jpg - Eisenhydroxyd (Limonit), recht häufig auf den Halden
reust2. jpg - Chalkopyrit, auf Grund der Kristallform eindeutig,
reust3.jpg - der große liegende grau erscheinende Kristall scheint auch Chalkopyrit zu sei, kann man schlecht erkennen, dazu noch Gips und eine sekundäre Kupfermineralisation,
reust4.jpg - Gips

Grundsätzlich kann auch Alaun als Ausblühung des Alaunschiefers in weißen Nädelchen auftreten, allerdings löst der sich an der Oberfläche bei Regen sofort wieder auf, untertage kam er massenhaft vor.

Der Faserquarz sieht völlig anders aus und kommt fast ausschließlich als Hülle um Pyritkonkretionen vor.

MfG Jürgen
« Letzte Änderung: 04 Jun 04, 20:27 von geomueller »

Offline Jens G

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Re: Mineralien von Kegelhalden (Schacht Reust 374)
« Antwort #6 am: 04 Jun 04, 19:56 »
Vielen Dank für die Hilfe.

WÜrde gern mal noch ein paar Bilder liefern und Euch um Rat fragen.

Beim folgenden Bild handelt es sich um ein scheinbar kugelförmiges Mineral von Quarz leicht ümhüllt.


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Offline Jens G

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Re: Mineralien von Kegelhalden (Schacht Reust 374)
« Antwort #7 am: 04 Jun 04, 20:00 »
im nächsten Bild um ein kleines gelbes Kristall - sieht aus wie ein gelbes Quarzkristall - aber so einzeln.

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Offline Jens G

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Re: Mineralien von Kegelhalden (Schacht Reust 374)
« Antwort #8 am: 04 Jun 04, 20:06 »
blätterartiges Mineral mit scheinbaren Überzug (wieder Limonit?).

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Offline Conny3

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Re: Mineralien von Kegelhalden (Schacht Reust 374)
« Antwort #9 am: 04 Jun 04, 20:14 »
Hallo Jens,

könnte Dolomit sein. Das blättrige Mineral Hämatit?
Die Kugel auch Dolomit?. Ich werde sicher auch demnächst mal dort vorbeischauen, bevor es zu spät ist. Die Halden hatten mich auch bisher nicht so interessiert. Da ich aber jeden Tag nach Gera fahren muß, wäre es naheliegend doch endlich auch mal hin zu fahren.

Conny

Offline Jens G

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Re: Mineralien von Kegelhalden (Schacht Reust 374)
« Antwort #10 am: 04 Jun 04, 20:16 »
und dann noch einmal ein Mineral, dß irgendwie einem Blumenkohl ähnelt. Von der Farbe weiß-gelb,  Härte sehr niedrig kann man mit dem Fingernagel fast zerdrücken (zumindestens zerkratzen).
Ähnelt stark (siehe unten rechts) Efremovite auf mindat.org

http://www.mindat.org/picshow.php?id=10701

Vielleicht ist es ja wieder Gips.

Das wars mal wieder. Hoffentlich nerve ich nicht zu sehr - aber ich bin mir halt noch recht unsicher in der Bestimmung - zumal die Mineralien oft sehr klein sind.

MfG
Jens G

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Offline geomueller

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Re: Mineralien von Kegelhalden (Schacht Reust 374)
« Antwort #11 am: 04 Jun 04, 20:40 »
Hallo Jens G.,
du nervst keines wegs, wir versuchen Dir gern zu helfen. Ich denke mal das ist ja mit die Aufgabe dieses Forums, der Erfahrungsaustausch,  Hilfe und Anregung geben.

Ich war wieder mal zu spät und kann Conny nur noch zustimmen. Dolomit bzw. Dolomit mit Hämatit, Dolomit war neben Calcit wohl das häufigste Mineral in Reust. Das letzte Bild der Blumenkohl ;D ist wohl eine Halden-Sekundärbildung, da kenne ich mich allerdings nicht so richtig aus, sorry :o ??? ::).

Gruß Jürgen

Offline Jens G

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Re: Mineralien von Kegelhalden (Schacht Reust 374)
« Antwort #12 am: 07 Jun 04, 20:52 »
Wieder was gelernt - das gelbe "Kügelchen" Dolomit - hätte vielleicht direkt auf Calcit getippt.

Habe heute nocheinmal alles ein zweites mal kontrolliert und in einem kleinen Hohlraum noch etwas gefunden.

Vielleicht wieder etwas in Richtung Calcit bzw. Dolomit - kann aber nicht sagen, ob diese Kristallform typisch für diese Mineralien ist.

Sieht aus als ob da jeman zwei chin. Essstäbchen vergessen hat. ;D

Morgen vielleicht noch ein paar Bilder zu vermeintlichen Pyrit bzw. Chalkopyrit.

MfG
Jens G

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« Letzte Änderung: 07 Jun 04, 20:54 von Jens G »

Offline geomueller

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Re: Mineralien von Kegelhalden (Schacht Reust 374)
« Antwort #13 am: 07 Jun 04, 21:32 »
Hallo Jens G.,
man kann es auf dem Bild schlecht erkennen aber ich denke es ist wieder Dolomit.

Jürgen

Offline Jens G

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Re: Mineralien von Kegelhalden (Schacht Reust 374)
« Antwort #14 am: 07 Jun 04, 22:01 »
Hallo geomüller erst mal vielen Dank für die Hilfen (auch noch mal an conny und Uwe).
Leider konnte ich es nicht besser fotografieren.  Die Öffnung zum "Hohlraum" beträgt nur ca. 2mm - da ich auch keine Profiausrüstung zur Verfügung habe (nur meine Digicam + Lupe), wird es Morgen bestimmt auch nicht besser.

Es sieht so aus, als handelt es sich um scheinbar um Stäbchen (mit Streífung) - man könnte denken, daß es scheinbar ein "Trinkröhrchen" darstellt, daß selbst wieder aus langgestreckten Kristallen besteht - zumindestens erkennt man eine Streifung.

Sollte ich mal versuchen diesen scheinbar störenden Quarzsplitter zu beseitigen.

MfG
Jens

 

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