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Pyrit aus Navajun

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Collector:
Hallo

ein paar kurze Bemerkungen.
Der Begriff "geklebt" hört sich doch recht negativ an. Ich bevorzuge den Ausdruck "restauriert" oder "wiederhergestellt" .

Es gibt nicht wenige Stufen mit Kristallen, welche durch sehr sorgfältige Bergung auf oder in der Original-Matrix bleiben ( siehe Bild Stufe 1).

Was die herausgefallenen Kristalle angeht, haben die Betreiber der Mine zwei Optionen: Entweder die Stücke mit den herausgefallenen Kristallen wegzuschmeißen oder die Stufe zu restaurieren, bzw. den Originalzustand wiederherstellen. In den meisten Fällen entscheidet man sich für die zweite Option. Die herausgefallenen Kristalle werden sorgsam gesäubert, desgleichen die Ansatzstellen von dem Trennmineral befreit und der Kristall dann wieder mit einem Harz so positioniert, wie er im Original war.
(siehe auch Bild Stufe 2)

Die Entscheidung, solche restaurierten Stufen in seine Sammlung zu nehmen, ist jedem Sammler selbst überlassen. Dessenungeachtet kann jeder selbst an der Fundstelle sammeln und sich überzeugen, daß es im Mergel auch unzählige bergfrische Pyrite original im Muttergestein gibt - nur, man muß dann auch das Glück haben oder äußerst vorsichtig arbeiten, um diese " ungeklebten" Stücke auch dementsprechend herauszupräparieren.

Diese Praxis ist seit Jahren üblich und akzeptiert; selbst die schönsten Stufen im Smithsonian und  in der berühmten Sammlung der Escuela de Minas in Madrid sind restauriert. Daß diese Stufen restauriert sind, ist hinlänglich bekannt und wird auch von den Betreibern der Mine nicht verschwiegen.

Soweit ich nach vielen Besuchen der Minas Victoria in Navajún nachvollziehen kann, werden dort von den Betreibern keine Manipulationen vorgenommen; die Kristalle der restaurierten Stufen gehören immer zu der Stelle, wo sie herausgefallen sind.

Weniger schön und gefälscht sind allerdings Matrixstufen, auf welchen Kristalle ein- und aufgeklebt sind, welche vorher nicht da waren. Die große Masse der frei herumliegenden Einzelkristalle mag dazu manchen Sammler und Händler verführen, sich selbst auf billige Art und Weise Stufen herzustellen.
(10 kg Mergel plus 150 Kristalle = 30-40 Stufen)

Apropos Trennschicht zwischen Matrix und Kristall: Diese ist an manchen Stellen des Vorkommens meist  Chlorit, Kaolinit oder Gips; kann aber auch eine Mischung aus Kaolin, Muskovit, Cookeit, Calcit, Chlorit und selten Quarz sein.

Ich war grade vor 2 Wochen mal wieder an der Fundstelle: Es gab - wie eh und je - Originalstufen mit festsitzenden Kristallen zuhauf.

gruß
collector

Ralf:
Grundsätzlich gehört es sich beim Verkauf, auf alle Eingriffe hinzuweisen. Wenn man Fälschungen mal ganz weglässt, gibt es eigentlich nur zwei Varianten.

" Restauriert " heißt m.E., das abgebrochene Kristalle wieder dort angeklebt wurden, wo sie abgebrochen sind. Dies stellt für mich jedoch eine Wertminderung dar und gehört beim Verkauf in jedem Fall ausgewiesen. Hier liegt der Zungenschlag auf " abgebrochen ". Desgleichen gilt auch für gebrochene Achate oder verkieselte Hölzer.

" Stabilisiert " heißt, es wurde mit Kleber einem möglichen Zerfall vorgebeugt, bzw. in die Matrix eingebettete Kristalle werden wieder genau an der Stelle gesichert, an der sie gesessen haben.  Auch das gehört beim Verkauf ausgewiesen, stellt aber für mich keine Wertminderung dar. Auch bei Achaten und Hölzern ist es m.E. zulässig, diese zu stabilisieren, bevor sie zerbrechen.

Ralf

Tobi:
Hallo,

@eser: Ja danke, genau diesen Text von mineralium.com kannte ich. Dort steht, dass das Wiederankleben herausgefallener Kristalle akzeptiert wird. Ich wollte nur mal so allgemeine Meinungen hier im Forum dazu hören. Ich weiß ja, dass diese Pyritkristalle sich sehr leicht von der Matrix lösen, daher muss das sicherlich oft gemacht werden. Aber mich persönlich stört es auch nicht unbedingt, wenn die Kristalle auch von Natur aus an die jeweiligen Stellen gehören. Wenn man nicht sieht, dass es geklebt ist, ist es ok. Schade nur, dass die Natur ausgerechnet diese perfekt schönen Mineralien mit solcher Fragiltät straft.

Aber mal eine andere Frage: Wie groß (Kantenlänge) sind denn die größten Pyritkristalle, die von dieser Lagerstätte bekannt sind?

Gruß

Jürgen:
Hello Tobi,

die Kantenlänge welche Pedro im Schrank hat, kann ich dir nicht genau sagen, meine jedenfalls reichen bis zu 6 cm. (Und die Funde wurden mir nicht abgenommen)

Was collector geschrieben hat, finde ich sehr gut. Er schreibt auch über aufgeklebte Pyrite, die in der Matrix, nie und nimmer dort gewachsen sind.
Ich kenne einige Verkäufer, die auf diese Tour ihre Pyrite verkaufen. Ich könnte mit ihnen jedesmal streiten, verkaufen tun sie es dann doch.

Tolle Beträge, super  :D

Jürgen

Tobi:
6 cm Kantenlänge??  :o Nicht schlecht, lass doch mal ein Foto davon sehen!

Meiner bringt's "nur" auf 2,7 cm

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