Hallo,
heute möchte ich eine probate Methode vorstellen, kleine Fundstücke im Gelände mit nur geringem Aufwand für den Transport zu verpacken.
Diese Methode eignet sich speziell:
- für Sammler von Einzelkristallen, Mikromounts, Thumbnails und Kleinstufen
- zum Zusammenhalten einer speziellen Paragenese, z.B. nach Zerkleinerung eines Probestückes im Gelände
- für Sammler von kleinen Fossilien (z.B. losen Ammoniten)
Diese Methode eignet sich
nicht für feinnadelige und sonstige empfindliche Minerale, es sei denn, sie sitzen geschützt in Hohlräumen.
Historie/Aufgabe1.Meine "Sammelmethode" auf Bergbauhalden ist im Normalfall so, dass ich alles von außen interessante Material - manchmal nur grob vom tauben Gestein befreit - in einen Eimer werfe und erst zuhause fein säuberlich durchmustere und kontrolliert(!) kleinbreche. (Die lange Erfahrung lehrt, was interessant, d.h. mineralienhöffig, ist).
Manchmal muss man doch einmal im Gelände den Hammer benutzen. So passiert es häufig, dass man eine Gesteinsprobe zerschlägt, diese im Innern die geschätzten Minerale enthält, nur leider in unzählige Bruchstücke zerfallen. Mit Knacken der Stufe liegen die Kristalle natürlich mehr oder minder empfindlich an der Gesteinsoberfläche.
Auch beim Ausräumen von Kluftfüllungen (z.B. lose Einzelkristalle im Kluftsand alpiner Fundstellen bzw. im Granitgrus) fallen manchmal unzählige Stüfchen an.
Es verbietet sich, die Krümel in unverpackt in einen Eimer zu schmeißen, da die Gefahr der Beschädigung sehr groß ist. Jeden Krümel hingegen einzeln in Zeitungs- oder Klopapier einzuwickeln verbietet sich meist von selbst (zu zeitintensiv, ungüstiges Verhältnis vom Stufen- zum Verpackungsvolumen).
Es wurde also eine brauchbare Methode gesucht, Kleinstufen mit empfindlichen Kristallen mit einfachsten Packmitteln nach Hause zu bringen und Stufen, die aus einer Paragenese stammen, zusammenzuhalten.
2.Nach dem Knacken zuhause - ich als Mikromounter zerlege meine "Rohware" gerne bis auf Würfelzuckergröße - fallen viele Stücke an, die ich gerne
sortiert zur Weiterverarbeitung (z.B. wasserlöslich/waschbar/für HCl bestimmt/weiter knacken/fertig/usw.) ablegen möchte. Dabei suchte ich eine einfache Methode, billige Setzkästen und Sortierschalen einzusetzen.
MethodeFür beide Aufgaben (Transport und/oder Sortieren) nutze ich Verpackungsmüll vom Discounter! Hier speziell die
Aufsteller von Zahnpastatuben (siehe Bild 1).
Die blauen Aufsteller eignen sich besonders gut für das Gelände (leicht, handlich), die schwarzen als Sortierschale zu Hause (dicker und fester, siehe Bild 2).
Beide Aufsteller weisen runde Vertiefungen auf, in die unsere Kleinstufen bzw. Minifossilien kommen. Da diese Aufsteller
stapelbar sind, entstehen beim Stapeln einzelne, annähernd geschlossene Hohlräume bzw. Kammern. So ist das Reiben der Stüfchen aneinander ausgeschlossen. Mit einem losen Gummiring werden dann ca. 10 Stück gebündelt. Man kann so auf engstem Raum etliche Teile nach Hause tragen.
Vorteile - 1. Die Schalen gibt es umsonst.
Die blauen Aufsteller sind weit verbreitet, die schwarzen habe ich bislang nur bei Lidl, Penny und Netto entdecken können. Die Hersteller sind dazu übergegangen, die Plastikschalen durch Pappe zu ersetzen. Leider wird man schnell bemerken, dass diese Aufsteller nur sehr langsam "frei" werden. Man hüte sich davor, im Handel die Zahnpastatuben aus den Aufstellern zu rupfen und lose zurückzu"stellen". Das sehen die Warenaufpasser der Discounter nicht so gerne ...
Es dauert also eine gewisse Zeit, sich einen ordentlichen Vorrat anzuschaffen.
Zwar kann man zum Sortieren auch die Einsätze/Aufsteller von Pralinenschachteln und Ü-Eiern nehmen, aber die sind entweder nicht stapelbar, nicht stabil genug, zu unhandlich oder man muss sich lange durchfuttern, und das kostet ....
Achtung: von den schwarzen Aufstellern gibt es mehrere Ausführungen. Nur die 18’er hat hohe Trennwände zwischen allen Kammern. - 2. Die Schalen sind aus Kunststoff
Diese sind wetterfest und abwaschbar; die schwarzen Aufsteller kann man sogar in die Spülmaschine packen (Temperatur beachten!). Hinzu kommt das geringe Gewicht. Das bedeutet im Gelände: kein schweres Papier mehr herumschleppen, das im Regen vielleicht auch noch matschig und schwer wird. Kein Verpackungsabfall beim Auswickeln der Funde zuhause. Wiederverwertbare Verpackung!
Die blauen Aufsteller sind recht dünnwandig, sollten jedoch eine Sammelsaison halten. - 3. Platzsparend
Günstiges Verhältnis zwischen Brutto- und Nettovolumen. - 4. Zeitgewinn
Kostbare Zeit im Gelände, die zum klassischen Einwickeln der Funde benötigt wurde, steht nun zum Suchen bereit.
Nachteile- Im Rucksack ein wenig "sperrig", in Klappboxen allerdings perfekte Raumausnutzung.
- Die Stüfchen liegen lose in den Kammern, müssen also das Klappern beim Transport aushalten können. Diese Methode verbietet sich also bei bruchempfindlichen Stüfchen bzw. Kristallen (z.B. nadelige freistehende Minerale, wie z.B. Malachit, Natrolith). Ggf. kann man ein viertel Blatt Toilettenpapier je Kammer vorsehen, damit das Stüfchen fest sitzt.
- Die Stufengröße ist begrenzt und richtet sich nach der Größe der Kammern.
Eine erfolgreiche Sammelsaison 2009.
Haldenschreck