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Mineralienmüllhaufen
geomueller:
Hallo alle,
ich will hiermit mal wieder eine kleine Diskussion anstoßen und zwar über ein Unsitte die mich schon seit Jahren aufregt.
Ich war heute mal mit dem Fahrrad unterwegs zum Astrolithbruch in Neumark (ohne Werkzeug, nur mal so). Dort musste ich feststellen was ich anderwo auch schon öfters beobachtet habe, nämlich das einige Mineraliensammler Mineralien die sie nicht gebrauchen können einfach an anderen Fundpunkten entsorgen! So fand ich heute in Neumark z.B. Skutterudit und andere Derberze die wahrscheinlich von den Halden in Schlema/Hartenstein stammen.
Ich finde das eine Unsitte gegen die man was unternehmen sollte. Klar der erfahrene Sammler erkennt das es sich hier um den Mineralienmüllhaufen eines anderen Sammlers handelt, aber so manch junger Sammler dürfte manchmal ins grübeln kommen und irritiert sein.
Da ich mich vom Fahrrad fahren mal ausruhen musste :P hab ich das Fremdmaterial (ca. 15 Stücke) eingesammelt und in der Mülltonne entsorgt.
Klar fällt beim Sammeln immer genügend Material an was man nicht brauchen kann, das bessere davon sammle ich immer und gebe es der Jugendgruppe der Geraer Mineraliensammler der Rest wird ordentlich entsorgt.
Was meint ihr dazu und wie verfahrt ihr mit euren Sammelabfällen.
Gruß Jürgen
Tobi:
Hi,
ich muss auch sagen, dass ich das unter aller Sau finde >:( Und seitdem ich neulich hier im Forum vom "Fund" der Clara-Stufe im Taunus gelesen habe, ist mein Glaube an das Gute im Menschen noch geringer geworden als er ohnehin schon war :( Ich meine, wenn man die Sachen die es auch an der Fundstelle gibt, liegen lässt für spätere Besucher, weil man wesentlich besseres Material hat, ist das sogar sehr nett. Aber Fremdmaterial, das ist ganz große Kacke, um's mal deutlich auszusprechen! >:( Und wie geomueller schon richtigerweise sagte, für Unerfahrene kann es zu großer Verwirrung führen.
Gruß
loismin:
Hallo
Ich finde das auch unmöglich daß Material von fremden Fundstellen einfach irgendwo entsorgt wird.
Ich bin dazu übergegangen, da ich hauptsächlich MM sammle und von da her sowieso mehr Material mitnehmen muß
um daheim zu schauen, ob was gutes dabei ist, die Sachen wo ich öfter bin auch dort wieder hinzubringen.
Denn wenn ich das auch nicht mehr brauchen kann, so freut sich vielleicht ein Jungsammler oder so immer noch
daran.
Den Rest, der wirklich nichts mehr ist wird im Baustoffhof über den Bauschuttcontainer entsorgt.
Gruß
Loismin
smoeller:
Hallo,
Sehr wichtiges und interessantes Thema.
Ich entsorge meine Abfälle auch immer auf der Bauschuttdeponie oder gebe sie anderen Sammlern, die nicht die Gelegenheit haben, in die Berge zu fahren.
Hier mal eine kleine Auflistung einiger Funde aus dem Schwarzwald, die als Abfall anderswo entsorgt wurden:
- Azurit auf Baryt von der Clara auf der Sophia-Halde in Wittichen
- Chrysokoll und Malachit auf Fluorit (Clara) im Laßgrund bei Hausach
- Aktinolith, Granat usw. aus Österreich auf der Clara
- Ammonitenreste auf der Clara
- Silber! von der Grube Clara auf dem Parkplatz im Haigerachtal (Silberbrünnle)
- geschnittener Amethyst (Brasilien?) im Weilerbach bei Lahr
All dies sollte eigentlich für den erfahrenen Schwarzwaldsammler erkennbar sein, was ist aber mit Jungsammlern und Sammlern, die das erste Mal in den Schwarzwald kommen? Jeder sollte nur das am FO wieder abladen, was auch dort weggeholt wurde.
Und was ich schon auf der Halde der Reichen Zeche bei Freiberg gefunden habe, geht auf keine Kuhhaut. Eine Markasitknolle mit xx von 15 cm Durchmesser (Misburg?), einige geschnittene Achate (definitiv kein Zeug aus Sachsen, sondern Südamerika), eines Tages sogar eine ganze Kiste kg-Schwerer Achate aus Schlottwitz.
Mein Apell an alle Sammler: Ladet keine Mineralien an Orten ab, wo sie nicht hingehören.
Glück Auf!
Smoeller
Erik:
Zum Thema "für Unerfahrene kann es zu großer Verwirrung führen":
Als ich gerade angefangen hatte zu sammeln fand ich in einem Haufwerk im Stbr. Sommer (so etwa die Typlokalität für Spessartin) einige sehr schöne und auch recht große Stufen mit rotbraunen Grossularkristallen bis 3cm aus Schrießheim/Odenwald. Damals kannte ich mich natürlich überhaupt nicht aus und war überrascht und sehr erfreut so überaus leicht 'ne Menge "Spessartine" zu finden... :P
Ich kam aber dann zwar relativ schnell darauf daß die Stücke nicht von dort stammen können - der richtige Fundort wurde im Laufe der Zeit herausgefunden und schließlich landeten die Stücke bei ebay (so hatte doch noch was davon) - trotzdem war das sehr ärgerlich. Denn würde ich mich an dem Fundort nicht auskennen, lägen die Stufen sicher immer noch mit falscher Bezeichnung in der Sammlung.
Meine Abfälle habe ich bisher übrigens alle im Garten "entsorgt": Entlang des Gartenzauns unter Büschen, Bäumen und am Teich aufgeschüttet, mit einer Trockenmauer befestigt und mit Farn und Efeu bepflanzt - schaut gar nicht mal schlecht aus. Allerdings ist hier jetzt leider auch Schluß ::)
Gruß, Erik
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