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Philipsbornit und Hidalgoit von Schneeberg
Krizu:
--- Zitat von: smoeller am 31 Jul 06, 09:48 ---Müsste man die Formel mal aus den Analysen berechnen. Werde mal schauen, was ich da machen kann.
--- Ende Zitat ---
Hallo,
Aber Vorsicht! Sind die Konzentrationen Gewichts- oder Atomprozent? Oder gar als Oxide gerechnet?
Da Schwefel und Blei überlagern, sind die beiden Elemente mit etwas Vorsicht zu interpretieren.
Ebenso überlagern AS und Pb. Falls es Atomprozent sind, fällt die Häufigkeit der 16 (1/7 wäre 14%) auf.
Falls die Probe mit Gold beschichtet wurde, ist eine Überlagerung mit dem P zu erwarten.
Nur mal so in den Raum gestellt:
Fe2Pb1Al1S1(P,As)2 Ox Hy
MfG
Frank
smoeller:
Hallo,
Das mit dem Schwefel fiel mir auch nachher wieder ein. Ist so leider nicht zu berechnen. Man bräuchte eine wellenlängendispersive Analyse mit der Mikrosonde, wo Pb, S und As getrennt6 gemessen wurden. Da bekommt man dann auch gleich eine Angabe, wieviel Pb, S, As, ... pro Formeleinheit (bezogen auf die Anzahl der zugrundegelegten Sauerstoffe) drin sind.
Ist leider sehr aufwändig und teuer. Hätte gerne mal einige meiner Proben bei uns an der Uni Kiel untersucht, komme aber so nicht an das Gerät.
Glück Auf!
Smoeller
Krizu:
Naja,
auch bei der WDX ist Sauerstoff so ein Problem ;)
MfG
Frank
smoeller:
Hallo,
Bei solchen Mineralen ist alles immer nicht einfach. Auch der OH-Gehalt der Minerale wird bei der WDX sicher Probleme bereiten. Habe schon Chlorit untersucht, da waren am Ende die Summen der Prozente bei 89 %. Der Rest ist OH, das wegen der durch die Energie des Elektronenstrahls erzeugten Wärme einfach weggedampft ist.
Nach der im Lexikon beschriebenen Nomenklatur der Crandallitgruppe könnte man das Mineral wohl als Al-reichen Kintoreit bezeichnen. Zumindest die gelben xx. Hidalgoit ist es jedenfalls nicht, der ist Al-reicher. Würde die Bezeichnung Kintoreit auf das Etikett schreiben, von einer Veröffentlichung aber bis nach einer Mikrosondenanalyse absehen.
Glück Auf!
Smoeller
Günter Blaß:
An alle Interessenten:
Die XRD-Analyse der fraglichen Probe ergab drei deutlich voneinander getrennten, nebeneinander vorliegenden Phasen.
Goethit und zwei Phasen aus der Beudantit-Gruppe. Da die halbquantitative EDX-Analyse an verschiedenen Kristallen und Messpunkten fast identische Werte lieferte, gehe ich von einer Verwachsung der beiden Phasen aus. Vermutlich handelt es sich um MK Corkit/Beudantit/Kintoreit und Hinsdalit/Hidalgoit. Phillipsbornit und Hidalgoit zeigten jedoch die beste Übereinstimmung mit den Peaklagen der XRD. Durch Mischkristallbildung können jedoch auch die Peaklagen so verschoben sein, dass sie denen dieser Spezies entsprechen.
Das Ergebnis der Untersuchungen ist also nicht zweifelsfrei.
Die Schwierigkeiten der quantitativen Trennung von Pb/S sowie die relativ hohe Fehlerquote bei der semiquantitaven EDX-Analyse insgesamt sind bekannt. Obschoin bei einem Vergleich der Analysenwerte von Proben mit verschiedenen Pb/S-Verhältnissen , die mit WDS bzw. EDX gemessen wurden, die Abweichungen der EDX-Messwerten von den WDS-Werten nicht höher war als allgemein bei EDX-Analysen üblich. As-Bestimmung neben Pb ist relativ unproblematisch.
Im übrigen sind meine Analysenergebnisse nur nach Absprache für eine VÖ zu verwenden um Fehlinterpretationen, wie im vorliegenden Fall zu vermeiden.
Hoffe etwas Klarheit in die Diskussion genracht zu haben.
Glück Auf
Günter Blaß
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