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Gesucht wird: Erlebnisse zu "Vor dem letzten Schlag soll man aufhören"
rudi_strolz:
Hallo zusammen,
es gibt ja diesen ach so wahren Spruch: "Vor dem letzten Schlag soll man aufhören." Und da geteiltes Leid ja bekanntlicherweise halbes Leid ist (noch so ein Spruch), fände ich es großartig, wenn die/der ein oder andere an dieser Stelle mal sein schlimmstes Erlebnis zu diesem Thema zum Besten geben würde. Ich fange mal an:
Es begab sich aber an einem perfekten Sammeltag im Steinbruch Becke-Oese. Ich war ganz alleine dort, kurz zuvor war gesprengt worden und plötzlich erspähte ich einen ca. 50 qcm großen Brocken, der an einer Seite eine verschmutzte Calcitfläche aufwies. Aus Erfahrung wusste ich, dass auf diesen Flächen dann und wann großartige Barytkristalle vorkamen, weshalb ich näher hinschaute. Und tatsächlich - bei dem Anblick blieb mir fast das Herz stehen - zwischen den Calciten lugte ein etwa 5 cm großer, perfekt ausgebildeter, cognacfarbener Baryt hervor. Völlig unbeschädigt und von sensationellem Glanz (nachdem ich ihn etwas abgewischt hatte). Der Kristall lag zudem, wie sonst eher üblich, nicht flach auf, sondern stand schräg gen Himmel. Nachdem ich mich etwas beruhigt hatte, begann ich den Brocken zu bearbeiten. Stück für Stück, Ecke für Ecke wurde abgeschlagen, bis ich ihn eigentlich hätte relativ bequem nach Hause transportieren können. Allerdings bin ich manchmal etwas zu bequem und der Weg aus dem Steinbruch in Becke-Oese war ja auch ziemlich steil, weshalb ich mir dachte: "Noch einen Schlag, dann ist er perfekt." Und genau dieser Schlag war das Ende meines TOP-Baryts. Der entschloss sich nämlich plötzlich, in vielen kleinen Stücken das Weite zu suchen. Er sprang also quasi einfach von der Stufe ab (die Calcite verharrten dagegen, wo sie waren) und das nicht als kompletter Kristall, so dass man ihn zumindest noch hätte einzeln aufstellen können, sondern in möglichst zahlreichen Einzelteilen. In diesem Moment ist mir das Herz in die Hose gerutscht und mein Wut-/Verzweiflungs-/Enttäuschungs-/Frustschrei war wahrscheinlich bis nach Hemer zu hören. :'(
Mir ist danach (natürlich) nie mehr ein derart toller Baryt untergekommen und die Chance dazu ist inzwischen ja auch gänzlich vertan (Becke-Oese ist halt zu). Mir bleibt also noch nicht einmal mehr die Hoffnung, diesen letzten, blöden Schlag wieder rückgängig machen zu können. Und, das ist leider kein Quatsch, manchmal träume ich noch davon.
Wahrscheinlich hat fast jede/r von euch sowas schon mal erlebt und vielleicht lässt uns die/der ein oder andere ja auch an seinem Leid teilhaben. Ich bin gespannt.
Viele Grüße, Carsten
Zuercherella:
Oh, da habe ich auch was.
Vor langer Zeit fuhr Michael nach Ochtrup, um die Halden der stillgelegten Ziegelei Borges zu besuchen. Und dort fand er, in einer riesigen Konkretion, einen ebenso riesigen Ammoniten. Ein Parahoplites von 50cm! Also, Knolle bearbeitet, bis er von oben und unten fast frei war. Und jetzt??? Das Gewicht lag bei verbliebenen 80kg, wie sollte er den Brocken ins Auto bekommen? Keine Chance, der Vorschlaghammer war die einzige Lösung. Mit Wucht drauf, dabei laut geflucht, und drei tragbare Brocken mit nach Hause genommen.
Ist zwar irgendwie eine andere Version Deines Erlebnisses, aber der letzte Schlag tat nicht weniger weh :'(.
Viele Grüße
Michael
MineralienfanBQ13:
Na, sowas ist natürlich traurig! :'(
Gruß
Brian
TKMineral:
Hallo!
Na da fällt mir nen Fund in Bundenbach / Hunsrück ein: Vor einigen Jahren konnte ich dort auf den Halden des ehem. Schieferbergbaues einen großen Quarzbrocken finden , auf der sich eine etwa Doppel-Handflächengroße Druse befand , die mit lauter gelblichen tafeligen Calciten xx bis 1 cm und als Krönung noch einige klare Bergkristalle bis 5 cm besetzt war. Das Ding war mir da auch zu schwer um es zum Auto zu schleppen und so hab ich versucht am hintersten Ende des Stückes was abzuschlagen und dabei riß das verdammte Teil komplett durch und die Druse war mehr oder weniger im Eimer , wenigstens die paar losen Quarze xx konnte ich noch mitnehmen...
Gruß
TK
Harjo:
Ha, da hatt' ich auch mal so was......
Aus eine Kluft im Habachtal hatte ich ein grosser Brocken mit nach Hause genommen, eigentlich ein grosser Klumpen Chlorit...aber es steckte einige Quarz Spitzen drinne.
Nach das abwaschen des Chloritsandes kamen bis zu 14 cm lange von Chlorit einschlusse grun gefarbte Quarz Kristalle heraus, alles zusammen "geklebt"" von schmutzig braunen Siderit.
Da dachte ich mir den Siderit mit HCl weg zu bekommen, das wurde eine Superstufe werden!
Die Kristalle waren perfekt, nur einige kleine, winzige rissen waren in die Quarze.......
Nach lange in die Saure kam der ultime Moment, jetzt wurde ich meine superstufe in die hand halten......ich holte sie 'raus und das Stuck zerbrach gleich in dutzende stucke, nicht nur lose Kristallen blieben ubrig sondern auch die Kristalle zerbrachen spontan......, anscheinend waren die feinste rissen ganz durch und durche, sodas auch die kristalle vom Siderit in form gehalten waren, nicht nur die einzelne Kristallen zusammen geklebt......
Hier ist was ubrig blieb.....
Grusse
Harjo
p.s. oder damals in Wellin, als ich ein Stuck gefunden habe mit drei grosse perfekte gelbe Fluoriten, das Stuck war eigentlich schon klein genug zum transportieren aber ich wollte es doch nog zu das perfekte stufenformat formatien mit einen letzten gezielten schlag (ganz vorsichtig...), das wurde schon gehen denn ich hatte schon eine halbe stunde auf den brocken mit alle kraft gehauen......aber beim letzten diesmal ganz vorsichtigen schlag flogen drei wunderschone gelbe fluoriten in viele scherben durch die luft......
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