Mineralienatlas - Fossilienatlas
Fossilien / Fossils / Fósiles => Sonstige Fossil-Themen / Other fossil themes => Präparation, Werkzeuge, Gerätschaften => Thema gestartet von: amaltheus am 18 Mar 05, 08:45
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Im Kurzdurchgang ...
Äzkali (Kaliumhydroxid) ist ein Lauge die es in fester Form (weiße Plättchen) gibt.
Diese legt man auf den Ton oder den Mergel der "weggeätzt" werden soll.
Nach wenigen Stunden hat sich dann das weiße Atzkaliplättchen aufgelöst und
das "Gestein" darunter ist weich geworden wie Brei so dass man es abwaschen kann.
Das Problem ist, dass die Lauge in den Stein reinkricht und diese wieder
raus muß d.h. neutralisiert werden muß. Ansonsten bröselt das Fossil und
verdreckt die Sammlung und irgendwann kann es sogar auseinanderfallen wenn
die Lauge tief genug eingedrungen war.
Bevor Du mit der Ätzkalipräparation anfängst, solltest Du Dich also genauestens
informieren wie der Ablauf genau ist. Wichtig ist vorallem die Neutralisation
nach Abschluß der Präparation.
Ich selber habe die Präparation mit Ätzkali schon vor einigen Jahren wieder
eingestellt da es ein richtige "Sauerei" war damit umzugehen. :-\
Ich bevorzuge wieder die mechanische Präparation (incl. Strahlen).
Weil die Lauge sehr aggresiv ist muß man sehr vorsichtig damit umgehen !!
Wenn das Zeugs in kleine Wunden reinkommt ... das tut nicht besonders gut.
- Thomas -
Unter: http://www.ap-h.de/72%20Chemisch.htm
findest Du auch noch Tipps zur Präparation mit Säuren u. Laugen.
... Für die Feinpräparation kannst Du ein Sandstrahlgerät benutzen (sofern vorhanden) ansonsten das gute alte Ätzkali.
Wie funktioniert das mit dem Ätzkali denn?
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Hallo Sammlergemeinde
Auf besonderen Wunsch habe ich den Beitrag mal vom Ursprünglichen Thema getrennt!
Es wäre ja schade wenn diese klasse Erklärung zur Präparation von Thomas in einem Thread übersehen wird! ;)
Gruss Joachim
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Dank dir Joachim ;D
Hab dein SKript auch schon bekommen, Thomas vielen Dank.
Und gleich meine erste Frage an alle. Eignet sich KOH zum präparieren von Ceratiten oder als Präparationshilfe?
Björn
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Hallo ihr alle,
konnte ne Weile nicht antworten, da ich mit grippe das Bett hüten musste. Hier also meine Kommentare zur Ätzkalipräparation:
1. Ätzkali ist definitiv eine Lauge = Base (Säure ist das Gegenteil von Lauge).
2. es ist nicht die Lauge, die die Probleme macht, sondern die dabei entstehenden Salze, die nach ungenügender Wässerung nach der Trocknung auskristallisieren und weiße Beläge verursachen oder zur Sprengung des fossils führen können.
3. Um diese unliebsamen Effekte zu minimieren hier ein paar Tricks: die aufgelegten Ätzkaliplätzchen etwas anfeuchten und dann das ganze mit Zellstoff einwickeln. Das verhindert ein zu tiefes Eindringen der Lauge und der Salze. Anschließendes Neutralisieren mit Essigsäure ist auch hilfreich und notwendig für die Entsorgung (Kontrolle mit Universalindikatorpapier bis neutral).Wässern mindestens 4x so lange, wie die einwirkungszeit er Lauge war. Beim Trocknen nach dem Wässern Fossil wieder in Zellstoff einwickeln, so dass Restsalze im Zellstoff landen und nicht auf der Fossiloberfläche verbleiben.
4.Grundsätzlich mache ich selbst nur selten was mit Ätzkali und wenn, präpariere ich so weit wie möglich mechanisch und mit Strahlgerät und nur das, was anders nicht geht wird mit Ätzkali gemacht.
Gruss
Profipräp
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Hallo miteinander,
ich habe den Eindruck, dass es immer schwieriger wird, Ätzkali für die chemische Präparation zu bekommen. Kennt jemand Bezugsquellen ?
Schöne Grüße
Jakob
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Hallo Jakob
Willkommen im Forum. Eigentlich ist es ganz leicht an Ätzkali heranzukommen. Kommt nur darauf an wieviel Geld du dafür ausgeben willst. Ich hab vor ca. einem Monat Ätzkali online bestellt und zwar bei dem Online Shop von Herrn Schwitalla. Dort findet man auch noch mehr Präparations und Exkursionsausrüstung
http://www.fsb-shop.com/
Da kostet das Kilogramm KOH 9,90€. Denke mal das ist wirklich nicht zu teuer. Ich weiß ja nicht wieviel du brauchst und in welchen Maßstäben du arbeitest ;D
Gruß Björn
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Also ich hab noch 2 Säcke (insges. 50kg) übrig.
Es handelt sich um gebrochene Blättchen die ca. 1mm dick sind.
Ich arbeite mittlerweile nicht mehr damit weil es eine große
Sauerei ist / war.
Nur, per Post oder Spedition kann ich das Zeugs nicht verschicken.
Ist höchstwahrscheinlich Gefahrengut. :'(
Wenn also jemand Interesse hat ... dann bei mir melden !
Abgabe nur Sackweise ... und nur gegen Abholung !
Den Preis müßte man dann noch verhandeln.
- Thomas -
Hallo miteinander,
ich habe den Eindruck, dass es immer schwieriger wird, Ätzkali für die chemische Präparation zu bekommen. Kennt jemand Bezugsquellen ?
Schöne Grüße
Jakob
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Hallo Thomas, gerne komme ich auf Dein Angebot zurück, sofern ich nicht durch die ganze Republik reisen muss. Wie kann ich Dich erreichen ?
Gruß
Jakob
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Ergänzend kann ich einige hoffentlich hilfreiche praktische Hinweise zur Ätzkalipräparation zum Besten geben. Erfahrungen habe ich mit Seeigeln aus Valangium-Mergeln in Südfrankreich und mit diversen Fossilien aus mitteldevonischen Mergelkalken.
Nachdem ich mehrere Flecken auf meiner Schreibtischplatte habe, ätze ich nur noch in einer großen Plastikschüssel ( Entwicklerschalen für Fotolabors sind hervorragend) das Fossil liegt dann noch einmal in einer Glasschale. Alle notwendigen Untensilien sind ebenfalls in der Plastikschüssel, Kleckern bleibt so folgenlos und die Ehefrau ruhig. Man sollte unbedingt eine Brille tragen, im Auge ist das Ätzkali ziemlich übel. Eben echt ätzend. Bei zarten Fossilstrukturen nutze ich eine Lupenbrille. Beim Abspülen und -bürsten trage ich Gummihandschuhe. Wenn Kalilösung auf die Hände kommt und man sofort abspült, passiert außer einem seifigen Gefühl nicht viel, aber gesund für die Haut ist es sicher nicht. Kleidungsstücke sind mit dem Zeug sofort ruiniert, Schürze oder alte Klamotten tragen. Flüssige Kalilauge funktioniert kaum, es muss immer noch ungelöstes Ätzkali oder in fester oder Breiform vorhanden sein.
Ich bedecke die zu präparierenden Stellen (Pinzette) mit den Ätzkalischüppchen und feuchte sie immer wieder an, entweder mit einer Pipette oder bei größeren Stücken mit einer Sprühflasche (vom Fensterreiniger). Man sollte eher mehrfach wenig Wasser auftragen als zuviel, sonst läuft nur die Kaliliauge nutzlos an der Seite herunter. So lassen sich auch kleine Stellen gezielt ätzen. Wenn man das Fossil vorher benäßt, haften die Schüppchen auch auf schrägen Flächen. Je nach Form fixiere ich das Fossil mit einem Laborstativ in der gewünschten Lage, manchmal hilft auch Unterlegen eines kleinen Keils (z. B. Radiergummi), Lagern in einem Kunststofftrichter mit abgesägtem Unterteil ist eine weitere Möglichkeit. Wenn ich in mehreren Gängen ätze (z. B. jeden Abend nach der Arbeit), lagere ich die Fossilien zwischendurch in Wasser. Wenn man sie trocknen läßt, blüht das Präpariermittel aus und kann das Fossil beschädigen.
Für unabdingbar halte ich, zunächst für jeden Fundort und jede Fossilart Vorversuche mit weniger kostbaren Stücken zu machen. Sonst kann es passieren, dass sich das Prachtstück auflöst und man sich selbst dann ziemlich angeätzt fühlt. Inzwischen beobachte ich an zunächst einem Schrottexemplar jeweils, wie lange es bis zur beginnenden Zerstörung dauert, dann habe ich eine ungefähre zeitliche Obergrenze. Man sollte dafür den Fortschritt der Ätzung regelmäßig kontrollieren. Die beginnende Zerstörung des Fossils lässt sich gut daran erkennen, dass es weich wird. Um das festzustellen, ist eine Zahnarztsonde oder Präpariernadel hilfreich. Man spürt damit sofort, wenn das Material weicher wird. Damit lässt sich auch der Fortschritt beim Auflösen des zu entfernendes Gesteins gut feststellen.
Im Ernstfall hilft dann die Küchenstoppuhr als Gedächnisstütze, herbe Verluste zu vermeiden
Bei den Seeigeln löste sich der Mergel sehr rasch (max. 2 h) und ließ sich anschließend durch Bürsten gut entfernen. Bei vielen Mitteldevonfossilien war wiederholtes Behandeln notwendig. immer unter gelegentlicher Kontrolle und Entfernen des gelösten Gesteins (Abspülen und Bürsten).
Die Fossilarten sind gegenüber dem Präparationsmittel unterschiedlich empfindlich, auch wenn sie aus der gleichen Fundschicht stammen. Bei mir wurden (aus der gleichen Fundschicht) Bryozoen sehr rasch (ca. 2h) angegriffen, Brachiopodenschalen werden nach etwa der doppelten Zeit zerstört, Korallen sind deutlich robuster, da habe ich das Präpariermittel auch schon mal über Nacht draufgelassen. Besonders vorsichtig sollte man sein, wenn das Fossil bereits Beschädigungen aufweist, z. B. Risse in einer Brachiopodenschale.
Anfangs habe ich zuwenig gewässert und hatte Probleme mit Ausblühungen bzw. mir Fossilien zerstört. Jetzt hänge ich die Fossilien nach dem Ätzen in Kunsstoffnetzen z. B. vom Kartoffel- oder Tomatenkauf ca. 2 - 4 Wochen in den Spülkasten der Toilette. Bei dafür zu großen Brocken hilft nur häufiger Wasserwechsel oder längers Spülen (Duschschlauch in Schüssel legen und Wasser wenig aufdrehen). Lieber zuviel als zuwenig wässern. Anschließend lege ich die Stücke für ca. 1- 2 Stunden in Haushaltsessig und wässere dann noch einmal mehre Tage. Auch die Neutralisaton mit Essig sollte man beobachten, wenn die Bläschenbildung heftig wird sollte man beenden. Wenn beim Trocknen weiße Ausblühungen auftreten, sofort wieder wässern und Essigbehandlung wiederholen.
Ich hoffe, der ein oder ander erspart sich diurch die Tipps Enttäuschungen. Das Schöne an der Methode ist, dass auch zarteste Strukturen erhalten bleiben, die ich früher mit mechanischer Präparation zerdeppert habe. Ich wünsche viel Spaß und Erfolg!!!!!
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Hallo,
interessiere mich für die Ätzkalipräparation und wollte nachfragen ob es möglich ist, dass Sie mir die PDf-Datei zusenden?
Vielen Dank.
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Ich habe einen Sack KOH sehr günstig erstanden, aber 25 KG sind sogar mir zuviel. Wenn jemand davon was haben will, kann er sich bei mir melden.
Hals- und Steinbruch
Jakob
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Hallo zusammen;
ich hätte gerne gewußt, ob sich KOH auch eignet, um Knochen aus dem oberen Muschelkalk freizulegen ? Mit Meißeln komme ich absolut nicht weiter, ohne etwas zu beschädigen. Und einen Stichel oder Sandstrahler besitze ich nicht.
Gruß
Hybodus
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Ich habe mit Ätzkali bislang recht gute Erfahrungen gemacht (habe aber auch noch nicht sooooviel geätzt).
Im Anhang seht ihr mein jüngstes Ätzergebnis. Ein bisschen geschabt habe ich das Gröbste natürlich auch, den Rest habe ich der Lauge überlassen.
Die größere Parkinsonia misst 8,5 cm.
Gruß
Sönke
P.S.: Bei Steinkern gibt es neuerdings einen super Bericht zur Ätzkali-Präparation von Joachim Strick (sigillaria), hier der direkte Link:
http://www.steinkern.de/index.php?option=com_content&task=view&id=176&Itemid=34 !!!
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Liebe Fossiliensammler!
Ich bin kein Präparator, aber Chemiker. Daher die Frage: Ätznatron und Ätzkali sind sich in ihren Eigenschaften so ähnlich, daß in vielen Bereichen das billigere Ätznatron das teurere Ätzkali verdrängt hat. Welchen Grund gibt es, bei der Fossilienpräparation immer noch - wie hier diskutiert wird - Ätzkali zu nehmen? Ätznatron gibt es auch in Schuppen = Plättchen.
Gruß
Grauwacke
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Liebe(r) Grauwacke,
diese Frage habe ich mir auch oefter gestellt (zufaelligerweise bin ich auch Chemiker) und keine wirklich befriedigende Antwort finden koennen. Einige (keineswegs systematische) Versuche, an Stelle von KOH (Aetzkali), billigeres Aetznatron (NaOH) zu verwenden, waren nicht von grossem Erfolg gekroent. Der Materialabtrag bei Verwendung von NaOH war eher gering bis nicht wahrnehmbar.
Gruesse
Axinit
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Hallo "Grauwacke"! ;)
Ich kenne Ätznatron nicht und kann nicht sagen, ob es eventuell Nachteile bei der Präparation gegenüber Ätzkali hat.
Eventuell haben die Fossiliensammler das mit dem Ätznatron auch einfach verschlafen, weil das Ätzkali ohnehin kein großer Kostenfaktor ist, wenn man es nur für ausgewählte Stücke benutzt, reicht eine 500 Grammdose für 5 Euro Jahre.
Ich könnte mir aber auch vorstellen, dass es zwischen Ätzkali und Ätznatron irgendeinen kleinen aber feinen Unterschied gibt, der bei der Präparation von Bedeutung ist. Ist aber nur eine Vermutung.
Gruß
Sönke ;)
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Hallo zusammen,
die Frage mit dem Ätznatron kann ich beantworten: nachdem ich einen Sack davon ausprobiert hatte, komme ich zu einem eindeutigen Ergebnis. Die nach dem betreufeln entstehende Natronlauge ist erheblich schwächer als die Kalilauge. Daher dauert es bei vielen Präparaten erheblich länger, bis sich die Matrix löst, bei den restlichen Stücken passiert praktisch nichts. Hintergrund ist die "Angriffsslust" der Lauge gegenüber allem Nicht-kalkigen. Im Klartext heißt das, dass alle sehr mergeligen Sedimente sehr wohl mit Ätznatron belegt werden können, es dauert nur länger. Ist er Mergelanteil im Gestein niedriger, dauert es zu lange und man nimmt lieber Ätzkali.
Wer beides gebrauchen kann, spart sich bei entsprechendem Material einfach das teure Ätzkali.
Und ein entscheidendes Kriterium kann der Aufbau der Schale sein. Je nach Schicht/Fundort variiert auch der Kalkgehalt der Schalen merkbar, dann ist bei größeren Verunreinigungen das Ätzkali unter Umständen zu stark, und man sollte das sanftere (immer noch hoch ätzende!) Ätznatron nehmen.
Präpariert habe ich mit beiden Plätzchensorten vor allem Seeigel aus kreidigen, kalkigen und mergeligen Sedimenten mit sehr unterschiedlichen Wirkzeiten.
Gruß
Michael
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Hallo,
nach der letzten Exkursion in Rheine hatte ich eine kleine Brachiopode auf den Tipp von Michael in KOH eingelegt. 3 Perlen auf 1ml Wasser mit einer Minimenge Spüli. Ergebnis nach 24h: Optimal herausgelöst. Dann noch 24h iin Wasser mit Essig gewässert und siehe da: Es sind auch noch glitzernde Pyritkristalle auf der Schale!!! :)
Bild folgt!
MfG
Frank
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Klasse, bei Rheine klappt es meistens. Nur die "Viecher" aus dem weißen, harten Kalk dauern manchmal extrem lange. Nach dem Wässern mit Essig am besten auch nochmal mit klarem Wasser (Spülkasten, den kennst Du ja schon ;)) und danach gut tocknen.
Wünsche Euch allen frohe Weihnachten.
Gruß
Michael
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Hier nun das Bild
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Weis zwar nich ob es hier hin gehör...aber mal en kleinen Tip von mir...Seeigel aus der Kreide von Niedersachsen lassen sich super mit Essigessenz freipräparieren....der Vorteil gegenüber dem bearbeiten mit Sandsttrahler und Co ist hierbei die Tatsache das hierbei die Haarfeinen Stacheln irregulärer Seeigel erhalten bleiben:
Bei Schwämmen und Korallen empfiehlt es sich mit Waser z verdünnen...leider hab ich noch nicht das Optimale Mischungsverhältniss gefunden.
Hinterher auch hier das wässern nicht fvergessen und zwischendurch ( wähend dem ätzen ) mal das Ergebniss kontrolieren.
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Hallo Pyrop,
klar gehört das hierhin.
Aber: kalkige Fossilien mit Säure zu ätzen, halte ich grundsätzlich für die schlechtere Lösung, weil die kalkige Schale eben auch von der Säure angeätzt wird und damit nicht unbeschadet bleibt. Das kannst Du je nach Strahlmittel und Härte/Erhaltung des Fossils und des umliegenden Gesteins beim Strahlen sehr viel besser gewährleisten. Bei Kalilauge, wie bereits beschrieben, oft auch.
Wenn die Auflage dünn und weich ist (Höver, Misburg) bietet sich eine mechanische Säuberung (härtere Bürsten) oft als gute Alternative zur chemischen Präparation an.
Viele Grüße
Michael
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Hallo,
vielleicht habe ich gerade Licht in den Unterschied zwischen KOH und NaOH bekommen!
Die Ursache für das funktioniren scheinen die Tonbestandteile, der MErgel zu sein.
Tone werden giessfähig und neigen zur Verdichtung, wenn Na eingelagert wird. Das ist das ungünstige nach Meeresüberschwemmungen. Der Boden verliert seine krümelige Struktur.
Wird jetzt K eingelagert, wird der Ton plastisch und ändert vermutlich auch sein Volumen. Die Kalke wirken aufgebläht. Dann löst sich (im mechanischen Sinne) das Material bis zur Calcit-Schale, die keinen Ton enthält.
Kann das so sein?
MfG
Frank
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Wenn ich die Brühe sehe, die nach dem Ätzen auf den Seeigeln entstanden ist, hört sich Deine Erklärung sehr nachvollziehbar an :).
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Hallo zusammen
Ich präpariere grundsätzlich alle Ringsheimfunde mit Ätzkali, da diese eigendlich immer Schalenerhalten sind, und im Tonmergel oder Kalksandstein, der manchmal toniger ,oder mergeliger ist ,liegen
Da gab es eigentlich noch nie Orobleme ausser man hat es einfach über tage hinweg total vergessen :-X
Ist mir bisher nur einmal passiert, und das ausgerechnet bei einer perfekten Trigonia.
Beste Grüße
Ari
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Hallo zusammen,
ich bin Chemielaborantin und interessiere mich für die Präparation von Fossilien und anderen Gesteinen.
Im normalen Leben geht es natürlich auch um Chemie, speziell KALIUMHYDROXID / Ätzkali ist mit wichtig.
Wer als fragen bezüglich dieser Chemikalie hat, nur her damit.... oder versucht es mal hier:
www.KALIUMHYDROXID.com (http://www.KALIUMHYDROXID.com) Dort bekommt Ihr auch viele Infos.
Liebe Grüße,
Euer Chemikus
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Hallo Chemikus!
Kannst Du mir/uns im Forum vielleicht die Frage nach dem einzig wahren Unterschied zwischen NaOH und KOH bei der Fossilpräparation beantworten? Spezifische Informationen zu chemischen Fragen liefert die von Dir vorgeschlagene Website nicht. Bist Du zufällig in dem Unternehmen tätig?
Ich habe mich jedenfalls bislang so weit damit beschäftigt, dass ich eine Erklärung mit dem Ionenradius der Alkalimetallionen für plausibel halte: Das Kation wird zwischen die nur über Wasserstoffbrücken miteinander verknüpften Schichten der Schichtsilikate eingelagert (also Funktionsprinzip des Ionentauschers) und vergrößert dabei den Abstand zwischen den Schichten derart, dass die Wasserstoffbrückenbindung wirkungslos wird. Im Resultat fällt das Schichtsilikat auseinander.
Das Na-Kation hätte bei diesem Ansatz dann ggf. einen zu geringen Ionenradius, um den Abstand wirkungsvoll zu vergrößern? Andersherum müsste die Reaktion mit Rb, Cs oder Fr noch effektiver (schneller) ablaufen als mit Na. Oder bei zu großem Ionenradius gar nicht mehr, weil das Kation gar nicht mehr zwischen die Schichten gelangt?
Gruß,
Triassammler
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also die unterschiede in der wirksamkeit wirst du in der struktur der tone finden, da diese schichtartig aufgebaut sind und in diese zwischenschichten substanzen unterschiedlich gut einlagern können. das variiert natürlich von ton zu ton. aber daher halt die unterschiedliche wirksamkeit. das zeug wird durch den joneneinbau schlicht verändert und läßt sich entfernen.
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Hallo Caliastos,
damit hast Du natürlich recht und das Prinzip grundsätzlich beschrieben, die Frage ist halt, warum es mit KOH gut funktioniert und mit NaOH schlecht bis gar nicht. Ich muss mir wohl mal Rubidium oder Cäsium beschaffen und da selber mit RbOH und CsOH was ausprobieren ;D
Gruß,
Triassammler
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Ionenradius? Affinität? Ladung?
Du hast ja bei Tonen unterschiedliche Tonmierale. Zwei-, Dreischichtige, Gemischte usw. Dabei auch verschiedene Schichtabstände. Nur wenn du mal K mit Na vergleichst, so sind die Jonenradien ja ziemlich unterschiedlich. Was dickes paßt nicht in ne Dünne Schicht, was dünnens wirkt in einer dicken Lage nicht.
Du mußt also einmal entsprechend die Ionen in die Zwischenschichten reinbekommen um sie dort wirksam zur destabilisierung und Öffnung dr Tone beitragen zu lassen. Bei quellfähigen Tonen wird z.b. Wasser eingelagert und der Tonkomplex geht wie ein Hefeteig hoch. Aber eben irreversibel.
Den genauen Grund und Erklärung habe ich nun nicht parat. Hatte zwar mal ne Vorlesung dazu, nur länger als 3-4 Wochen konnte ich das nie behalten.
By the way: was kosten denn diese Plättchen und wo/wie kommt man ran?
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Kaliumhydroxid bekommt man z.B. hier: http://www.koehlerchemie.de/. Allerdings verlangen die einen Nachweis, das man den Umgang mit Chemikalien erlernt hat (z.B. an einer Hochschule, einfach mal die AGB's durchlesen). Rubidium bzw. Caesiumhydroxid kommen für die Präperation ansich nicht in Frage - sie sind schlicht zu teuer !
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hä? wie nachweis? welcher art? reicht da jetzt etwa auch sowas wie scheine, die bestandene chemiepraktika und vorlesungen zeigen?
aber an sich sind die eh zu teuer. habe das zeug schon für 12,80 das kg gesehen.
wenn das zeug an den mergel geht, meint ihr man kann damit auch die pyrite/markasite aus den mergeln von misburg rauslösen ohne diese zu beschädigen? oder gehen mir die da auch mit flöten. keine ahnug wie stabil die pyrite nun sind. oder ist dafür auch dieses rewoquat sinnvoller?
also falls das jemand mal versucht hat: infos an mich.
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Hallo,
Rb-Hydroxid ist nicht nur teuer sondern sehr aggressiv. Man kann damit Löcher in Glas ätzen. Niemals Rb-Metall + Wasser, es sei denn man will die Wohnung abfackeln! Da reicht schon die Luftfeuchtigkeit aus um einen Metallbrand zu erzeugen, den man nur mit trockenem Sand noch löschen kann.
Glück Auf!
Smoeller
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Hallo smoeller,
ich weiß 8) Ich habe den Effekt bei meiner Abschlussprüfung in Chemie im vollbesetzten Hörsaal vorgeführt - und dabei etwas zu viel Metall erwischt ::) Im Wasserbecken gings heiß her dann...
Gruß,
Triasammler
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Naja, bei dem Preis für metallisches Rubidium würde ich nicht mal im Traum auf den Gedanken kommen, das in Wasser zu schmeißen...
@calistos: Hier mal der entscheidene Absatz aus den AGB's von Koehler:
"Privatpersonen werden grundsätzlich nur per Nachnahme beliefert.
Der Erwerber, sofern es sich um eine natürliche Person handelt, muss mindestens 18 Jahre alt sein.
Die Bestellung von Privatpersonen bedarf immer der Schriftform. Bei Bestellungen über das Internet (Warenkorbbestellsystem) entsteht mit Absendung des Auftrages ein ordentlicher Kaufvertrag.
Chemikalien werden an Privatpersonen, laut Chemikalien-Verbotsverordnung, nur gegen Vorlage eine Kopie vom Personalausweis und dem Nachweis der erforderlichen Sachkunde geliefert.
Sachkenntnis (durch berufsqualifizierenden Ausbildungsabschluss) besitzen:
- Apotheker ( Approbation )
- Apothekerassistent
- Pharmazieingenieur
- Pharmazeutisch-technischer Assistent
- Drogist
- Geprüfter Schädlingsbekämpfer
- Hochschulbesucher, der im Rahmen des Studiums eine entsprechende Lehrveranstaltung besucht und eine entsprechende Prüfung bestanden hat.
Bei Bedarf fordern wir von Ihnen zu bestimmten Chemikalien eine Endverbleibserklärung an.
T- und T+ Stoffe sind generell von der Abgabe an Privatpersonen ausgeschlossen. "
Ich denke mal ein Praktikumsschein von der Uni sollte die Bedingungen des letzten aufgeführten Punktes erfüllen. Leider ist es dank Al Quaida insgesammt deutlich schwieriger geworden, als Privatperson an Chemikalien heran zu kommen - man könnte ja einen terroristischen Anschlag vorbereiten (wahrscheinlich lande ich jetzt schon auf irgendeiner schwarzen Liste, weil ich in einem Satz "Al Quaida", "Chemikalien" und "Anschlag" verwendet habe - - - haben die in Guantanamo eigentlich Internet ? Naja, falls ihr nix mehr von mir hört, bin ich wohl dort gelandet :P).
Übrigens kann man bei Koehler auch Chemikalien beziehen, die nicht in deren Liste stehen, aber z.B. von Merck, Sigma Aldricht oder Fluka kommen; grade Fluka hat diverse Chemikalien von "technischer" Qualität in Bulkmengen im Sortiment - man muß ja nicht das gute p.a. Kaliumhydroxid auf den Mergel kippen ;)
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hallo Triassammler,
der wesentliche Unterschied zwischen NaOH und KOH ist die Konzentrationshärte. Beide haben bei gleicher Konzentration verschiedene Kationenhärten und unterschiedliche Löslichkeiten in Wasser und organischen Lösungsmittel.
Somit sollte man von Fall zu Fall entscheiden welches das bessere Mittel ist. ;)
Grüsse aus Lülsdorf...
Euer Chemikus
Hallo Chemikus!
Kannst Du mir/uns im Forum vielleicht die Frage nach dem einzig wahren Unterschied zwischen NaOH und KOH bei der Fossilpräparation beantworten? Spezifische Informationen zu chemischen Fragen liefert die von Dir vorgeschlagene Website nicht. Bist Du zufällig in dem Unternehmen tätig?
Ich habe mich jedenfalls bislang so weit damit beschäftigt, dass ich eine Erklärung mit dem Ionenradius der Alkalimetallionen für plausibel halte: Das Kation wird zwischen die nur über Wasserstoffbrücken miteinander verknüpften Schichten der Schichtsilikate eingelagert (also Funktionsprinzip des Ionentauschers) und vergrößert dabei den Abstand zwischen den Schichten derart, dass die Wasserstoffbrückenbindung wirkungslos wird. Im Resultat fällt das Schichtsilikat auseinander.
Das Na-Kation hätte bei diesem Ansatz dann ggf. einen zu geringen Ionenradius, um den Abstand wirkungsvoll zu vergrößern? Andersherum müsste die Reaktion mit Rb, Cs oder Fr noch effektiver (schneller) ablaufen als mit Na. Oder bei zu großem Ionenradius gar nicht mehr, weil das Kation gar nicht mehr zwischen die Schichten gelangt?
Gruß,
Triassammler
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Aah, schon wieder was gelernt! :) Danke!
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Hallo zusammen
Ich präpariere grundsätzlich alle Dogger Ammos mit Ätzkali !
Viele Ammoniten welche im Internet zu sehen sind, wurden zu stark mit dem Sandstrahler bearbeitet.
Darum ist das ätzen das einzig wahre!!!
Zwischen dem ätzen brauche ich das Bino für Stichel und Sandstrahlarbeiten.
Grüsse aus der Schweiz :-*
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Hallo
Ja richtig, KOH ist für mich auch das Mass aller Dinge. Mit nichts Anderem kann man die filigransten Details so schonend herausarbeiten.
frisch geätzt:
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Hallo DantheMan
Das ist ja wieder ein super Stück !!
Da lohnt sich doch die harte Arbeit
;D
Grüäss Macro
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Hallo Dantheman
Was ist eigentlich los? Hast du alle mit Ohren????? :( ich hocke auf einem Haufen Schrott.
Gruss
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;D nee, hab noch eine Kiste voller "ohrlosen", :-\. Du hast dich halt zu lange "nur" auf die Wagenräder
konzentriert ;)
Gruss
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Kaliumhydroxid bekommt man z.B. hier: http://www.koehlerchemie.de/. Allerdings verlangen die einen Nachweis, das man den Umgang mit Chemikalien erlernt hat (z.B. an einer Hochschule, einfach mal die AGB's durchlesen). Rubidium bzw. Caesiumhydroxid kommen für die Präperation ansich nicht in Frage - sie sind schlicht zu teuer !
Hallo
Bei uns in der Schweiz bekommt man Kaliumhydroxid ohne Schein sogar in jeder Apotheke !!
Wenn wir die Fossilien geätzt haben , wird das aufgelöste Gestein samt Kali im Abfluss herunter gespült.
Bei so kleinen Mengen ist das kein Problem.
Gruss Macro.ch :)
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äh... kleine mengen kann ziemlich relativ sein. bei manchen stoffen reichen mg um hunderte liter wasser zu verpesten. wie das bei KOH ausfällt weiß ich nicht.
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Wässern mindestens 4x so lange, wie die einwirkungszeit er Lauge war. Beim Trocknen nach dem Wässern Fossil wieder in Zellstoff einwickeln, so dass Restsalze im Zellstoff landen und nicht auf der Fossiloberfläche verbleiben.
4.Grundsätzlich mache ich selbst nur selten was mit Ätzkali und wenn, präpariere ich so weit wie möglich mechanisch und mit Strahlgerät und nur das, was anders nicht geht wird mit Ätzkali gemacht.
Gruss
Profipräp
Hallo
Wässern ist nicht gleich Wässern ?
Das Wasser sollte enthärtet sein ( Kalk arm )
Gruss Macro.ch ;)
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äh... kleine mengen kann ziemlich relativ sein. bei manchen stoffen reichen mg um hunderte liter wasser zu verpesten. wie das bei KOH ausfällt weiß ich nicht.
Hallo
Das machen unsere Präparatoren am Museum Basel auch!!
Also kein Problem !!!
Gruss Macro.ch
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Hallo,
KOH hebt den pH und ist ein sauguter Dünger!
MfG
Frank