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Autor Thema: Altenmittlau glimmeratiges Mineral  (Gelesen 13800 mal)

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Offline smoeller

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Re: Altenmittlau glimmeratiges Mineral
« Antwort #15 am: 30 Oct 06, 22:12 »
Hallo,

Sieht mir sehr nach viel Quarz in der Matrix aus, anders als bei den Altenmittlau-Stufen, die ich gesehen habe.

Was man auch immer im Hinterkopf haben sollte: Eventuell durch Cu-Ionen oder faseriges Cu-Mineral gefärbtes Mineral. Baryt?
Denke ich hier wegen der intensiven gleichmäßigen Farbe weniger, aber man darf das nicht ausschliessen. Ganz sicher nur per XRD zu bestimmen.

Glück Auf!
Smoeller

Offline Uwe Kolitsch

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Re: Altenmittlau glimmeratiges Mineral
« Antwort #16 am: 31 Oct 06, 12:21 »
Ich vermute, der damalige Sammler hat ein Schildchen mit der falschen Stufe zusammengebracht (oder jemand hat in Altenmittlau fremden Abfall hingekippt).

Offline Stefan

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Re: Altenmittlau glimmeratiges Mineral
« Antwort #17 am: 31 Oct 06, 12:32 »
@Uwe Kolitsch

Das wäre natürlich möglich. Aber um welches Mineral handelt es sich dann? Wie gesagt ein Uranmineral mit derart vielen Glimmerplättchen ohne messbare Strahlung (sicher nicht das beste Messgerät (Geigerzähler GAMMA-SCOUT), aber bei allen anderen Stufen mit Uranglimmer geht die Strahlung deutlich nach oben), halte ich für unwahrscheinlich.

Die Matrix ist geringfügig heller als das andere Altenmittlau Material, kann aber nicht ausschließen das es nicht doch daher kommt. Ähnlichkeit ist gegeben.

Gruß Stefan

Offline Uwe Kolitsch

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Re: Altenmittlau glimmeratiges Mineral
« Antwort #18 am: 31 Oct 06, 19:08 »
Sincosit kann auch ähnlich aussehen (halte ich aber für unwahrscheinlich):
http://www.mindat.org/gallery.php?min=3671

Meines Wissens hängt die Radioaktivität von U-Sekundärmineralien von ihrem Alter ab.

Offline Hg

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Re: Altenmittlau glimmeratiges Mineral
« Antwort #19 am: 31 Oct 06, 21:38 »
Hallo Uwe,
Zitat
Meines Wissens hängt die Radioaktivität von U-Sekundärmineralien von ihrem Alter ab.
meiner Meinung nach nicht. Bei einer Halbwertszeit von 4,47*109 Jahren für Uran + die komplette Zerfallskette mit 226Ra usw. dürfte das keine Rolle spielen.
Gruß
Andreas

Offline smoeller

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Re: Altenmittlau glimmeratiges Mineral
« Antwort #20 am: 31 Oct 06, 22:49 »
Hallo,

Denke ich auch nicht.

Aber: 4.5 x 109 Jahre ist die Halbwertszeit für U 238, für U 235 sind es immer noch rund 750000 Jahre. Thorium etwa im Bereich des Urans.

Für Radium hingegen "nur" etwa 1660 Jahre und für Radon 2,2 Tage.

Das ist, gemessen an den Altern von Uranerzen im variszischen Mittelgebirge (Wittichen/Schwarzwald Pechblende 235 Ma) aber sehr lang mit den HWZ für U.

Würde sagen, dass entweder der Zähler keine Alphastrahlung detektiert (Radon) oder es sich nicht um einen Uranglimmer handelt. Was es sonst ist, kann man so nicht sagen.

Glück Auf!
Smoeller

Offline Hg

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Re: Altenmittlau glimmeratiges Mineral
« Antwort #21 am: 01 Nov 06, 00:02 »
Hallo smoeller,
die Halbwertszeit von 235U interessiert hier nicht wirklich, da es nur zu 0,72% in natürlichem Uran vorkommt. Die Halbwertszeiten von 226Ra und 220Rn spielen keine Rolle, da sie ständig durch den Zerfall von 238U nachgebildet werden (säkulares Gleichgewicht).
Nach einer Dauer von 5 Halbwertszeiten könnte keine nennenswerte Strahlung mehr gemessen werden, und das ist gemessen an den entsprechenden HWZ schon ein Weilchen  :P
Mit einem Geigerzähler (oder eigentlich Geiger-Müller-Zählrohr) kann man sehr gut alpha- und beta-Strahlung messen. Mal davon abgesehen, dass nicht nur Radon, sondern auch Uran und Radium alpha-Strahler sind  ;)
Gruß
Andreas


Offline Stefan

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Re: Altenmittlau glimmeratiges Mineral
« Antwort #22 am: 01 Nov 06, 07:28 »
Es ist wohl doch ein Uranglimmer  :-[

Ich kann zwar keine Gammastrahlung (wie bei meinen ganzen anderen Strahlemännern), aber eine geringe Alphastrahlung feststellen.
Dann wird es wohl Zeunerit sein. Wundert mich bei einem U Anteil von 44% dass der soooo wenig strahlt  ??? ???

Die Matrix deutet für mich immer noch auf Altenmittlau hin, wäre für einen quasi Erstnachweis aber viel zu wage. Ich werde nochmal ein Foto machen, vielleicht kann jemand den mögl. Fundort eingrenzen.

Danke an alle
Gruß Stefan

Offline Erik

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Re: Altenmittlau glimmeratiges Mineral
« Antwort #23 am: 01 Nov 06, 08:02 »
Wenn U-Mineral dann bestimmt nicht von Altenmittlau. Das sind dort nur an Kupferschiefer/Schwellendolomit gebundene sedimentäre Vererzungen..

Auf dem Bild sieht es so aus als würden die Täfelchen auf Quarz sitzen?


Wenn wir hier nicht weiterkommen frag doch mal bei Hr. Lorenz nach, der kann Dir sicher weiterhelfen falls soetwas aus Altenmittlau bekannt ist

Gruß, Erik

Offline Hg

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Re: Altenmittlau glimmeratiges Mineral
« Antwort #24 am: 01 Nov 06, 09:58 »
Zitat
ch kann zwar keine Gammastrahlung (wie bei meinen ganzen anderen Strahlemännern), aber eine geringe Alphastrahlung feststellen.

Mit einem Geigerzähler kann man auch nur alpha- bzw. beta-Strahlung messen, aber keine gamma-Strahlung. Eine Unterscheidung zwischen alpha- und beta-Strahlung ist auch nicht möglich. Gezählt werden nur die Ereignisse (Zerfälle) unabhängig von der Strahlungsart. Die gamma-Strahlen können hierbei nicht detektiert werden.
Wenn Interesse besteht, kann ich ja mal etwas über den Geiger-Müller-Zähler für's Lexikon zusammen basteln  ;)

Gruß
Andreas

Offline Stefan

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Re: Altenmittlau glimmeratiges Mineral
« Antwort #25 am: 01 Nov 06, 10:28 »
@Hg natürlich immer gerne

Man kann schon zwischen alpha, beta und gamma unterschieden. Das wird einfach durch Abschirmung erledigt.

In folgenden Abstufungen:
- alpha, beta und gamma
- beta und gamma
- gamma

Und wenn bei beta u. gamma nichts angezeigt wird (Abschirmung) dann bleibt nur noch alpha  ;)

Gruß Stefan
« Letzte Änderung: 01 Nov 06, 10:41 von Stefan »

Offline Stefan

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Re: Altenmittlau glimmeratiges Mineral
« Antwort #26 am: 01 Nov 06, 10:36 »
Die Matrix sieht zusammengebacken in einer Mischung aus Quarzeinschlüssen mit Dolomit aus.

Gruß Stefan

Offline Torben

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Re: Altenmittlau glimmeratiges Mineral
« Antwort #27 am: 01 Nov 06, 17:24 »
Noch ein Nachtrag zu Ra und Rn:

Wenn ich bei Reaktionskinetik richtig aufgepasst habe, dann dürften die Gehalte an 226Ra und 220Rn hier allein deshalb schon keine Rolle spielen, daß ihre Zerfallskinetik wesentlich größer ist (wegen der geringeren Halbwertszeit), als ihre Nachbildungsgeschwindigkeit durch den Zerfalls des Urans. Dementsprechend müßte ihr Anteil quasistationär im Bereich um 0 herum liegen. Schlagt mich, wenn ich Mist laber  ;)

Offline Hg

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Re: Altenmittlau glimmeratiges Mineral
« Antwort #28 am: 01 Nov 06, 17:52 »
auch wenn das ganze jetzt vom Bestimmungsproblem abweicht

nein Torben, ganz falsch! ( ;D die gewünschten Schläge gibt es später)
die Halbwertszeit des Tochternuklids (in diesem Fall Radium bzw. Radon) ist sehr viel kürzer als die Halbwertszeit des Mutternukids (Uran).
Hier spricht man von einem säkularen Gleichgewicht. Es zerfallen dann immer genausoviele Tochternuklid-Atome, wie durch den Zerfall des Mutternuklids nachgebildet werden, d.h. die Aktivität von Radium und Radon bleiben konstant bzw. Aktivität Radium = Aktivität Uran.
Das ganze ist auch nochmal kurz hier nachzulesen  ;)
http://de.wikipedia.org/wiki/S%C3%A4kulares_Gleichgewicht
Gruß
Andreas

Offline Torben

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Re: Altenmittlau glimmeratiges Mineral
« Antwort #29 am: 01 Nov 06, 18:09 »
 ;D Nichts anderes meinte ich ja! Zu meiner Verteidigung: Ich sprach von Gehalt, nicht von Aktivität *g*

Aber danke für die Korrektur  :)

 

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