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Autor Thema: Trommelgeheimnisse  (Gelesen 153555 mal)

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Offline trommeln

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Re: Trommelgeheimnisse
« Antwort #180 am: 01 Dec 08, 22:48 »
Die Idee war Gries oder Mehl oder Kaffeepulver verbraucht

Offline Fabian99

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Re: Trommelgeheimnisse
« Antwort #181 am: 02 Dec 08, 08:55 »
Hallo,

nimm mal Glyzerin oder Glykol statt Wasser zum ansetzen. Die Paste ist zäher, es dauert etwas länger, aber die Schleifkörner stehen nicht soweit raus (Kerbwirkung). Gleichzeitig bleiben die Kristalle mit einer "Schutzschicht" gegen leichte Stösse bedeckt.

MfG

Offline trommeln

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Re: Trommelgeheimnisse
« Antwort #182 am: 02 Dec 08, 09:40 »
also bei Fluorit im letzten Schleifgang - vor dem Polieren?

Offline HeikoB

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Re: Trommelgeheimnisse
« Antwort #183 am: 02 Dec 08, 13:32 »
Hallo,

das Trommeln von Fluorit scheint ja wirklich ein bestgehütetes Geheimnis zu sein. Ich weiß auch nicht wie man
Fluorit in der Trommel poliert, aber ich habe in meinem früheren Beruf eine Ausbildung als Feinoptiker absolviert.

Fluoritgläser werden in der Optikindustrie mit Diamantemulsionen auf Polierpech (auch Poliertücher) poliert.
Nun ist das Trommeln ja etwas ganz anderes, aber zumindest würde ich feine Diamantemulsionen zum
Polieren mit einbeziehen. Man kann Polierpeche mit Alkohol auflösen und z.B. Polierfilzstückchen oder
Lappen damit tränken und  wieder trocknen lassen. Vielleicht  ist Glyzerin wie von Fabian99 angegeben
statt Wasser ein guter Ansatzpunkt um Beschädigungen vorzubeugen. Das Ganze dann in ab in die
Trommel und einen Versuch starten.

Zuhause mache ich öfters Fluoritanschliffe (Planschliffe). Die poliere ich mit einem Präzisionsaluminiumoxyd
auf einem Polierteller, der mit einer geschäumten Polyurethanfolie beklebt ist. Das ist eher ein Untergrund auf
dem ich meine Achate poliere, aber Fluorit bekommt da auch einen guten Glanz.

Vielleicht hilft das Euch ja etwas weiter.

Grüsse

Heiko


Offline Fabian99

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Re: Trommelgeheimnisse
« Antwort #184 am: 02 Dec 08, 13:41 »
Hallo,

\gamma-AlOx oder \alpha-AlOx?

MfG

Offline HeikoB

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Re: Trommelgeheimnisse
« Antwort #185 am: 02 Dec 08, 14:35 »
Hallo Fabian,

tja, gute Frage. Kann ich leider auch nicht beantworten. Auf der Verpackung und der Internetseite des Vertreibers
habe ich auch keinen Hinweis darauf gefunden. Müsste man mal bei Herrn Brandt nachfragen.

Bezogen habe ich das Poliermittel bei Pieplow & Brandt. Siehe unter diesem Link hier: 

http://www.pieplow-brandt.de/german/produkte/poliermittel/aluminiumoxyd_uebersicht.htm

Ist aber nicht billig das Zeug. Hat damals schon 150 Euronen das Kilo gekostet. Man kann es aber gut recyceln und
öfters verwenden. Einfach das Poliermittel mit einem Schwamm aufnehmen und in eine mit Wasser gefüllte
Schüssel auswringen. Das Poliermittel setzt sich nach einiger Zeit ab und ich kann etwas Wasser abgießen.
Dann das Poliermittel mit dem Restwasser  nochmals aufrühren und gut eine Minute setzen lassen.
Dann das mit Poliermittel versetzte Wasser in ein größeres Glas geben, aber nicht alles. Den abgesetzten Rest
in der Schüssel wegschütten.

Vielleicht geht auch Diamantine (Aluoxyd) von Krantz. Habe ich aber selber noch nicht ausprobiert. Wäre aber etwas
günstiger im Preis.

Grüsse

Heiko






Offline trommeln

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Re: Trommelgeheimnisse
« Antwort #186 am: 02 Dec 08, 23:43 »
Hallo Heiko
Herr trommeln meint, dass unsere Trovalisierpaste so ein Zeugs schon enthält.. soll ich mal versuchen und einen Optiker hier fragen, ob er mit ein Teelöffelchen von deinem Mittel abgeben kann zu Versuchszwecken? Haben die das in dem normalen Brillenladen?

Offline HeikoB

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Re: Trommelgeheimnisse
« Antwort #187 am: 03 Dec 08, 11:20 »
Hallo Trommeln,

klar kann ich Dir zu Versuchszwecken etwas von dem Aluoxyd schicken. Diamantemulsion habe ich leider
keine Zuhause.

Dieses Präzisionsaluminiumoxyd ist zum Polieren von schwierigen Gläsern/Kristallen/Metallen etc. in der
Optikindustrie gedacht.
Ob es hingegen auch zum Trommeln geeignet ist, muss man ausprobieren. Wenn es nicht gehen sollte,
dann müsste man mal Versuchsreihen mit Diamant probieren.

Beim normalen Augenoptiker bekommt man ein solches Poliermittel in der Regel eher nicht, weil die ihre
Gläser ja meist fertig, incl. Vergütung kaufen und höchstens noch in der Aussenform etwas anpassen.

Schicke mir doch mal eine PN mit Deiner Adresse.


Grüsse

Heiko


Offline Xyrx

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Re: Trommelgeheimnisse
« Antwort #188 am: 03 Dec 08, 18:59 »
Hallo,

also was ich bemerkt habe, das eine Trommelmaschine bei gröberem Korn rundere Ergebnisse bringt als ein Spirator. Dagegen lassen sich in einem Spirator viel einfacher die Steine polieren. Das ist in der Tat ein Problem mit der Trommel.

Außerdem sind Schleifmittel bestimmter Körnung unterschiedlich wirksam. Ich habe gestaunt, ein 80er Korn Siliziumkarbid raspelt in gleicher Zeit mehr weg, als ein 60er (Steine mit Härte 7). Dann bringt 325er Korn fast nix, 600er dagegen macht Superergebnisse. Dann gehts ins Feine. 1000er macht schön glatt, aber 3000er macht glatt und schleift extrem an den Kanten der Steine. Zum Spaß nahm ich mal 8000er Korn. Für weiche Steine fast eine Politur, bei harten Steinen kein Erfolg, jedenfalls nicht sichtbar. Aluminiumoxid geht wunderbar als Poliermittel für harte Steine, bei weichen Steinen nehme ich Ceroxid. Ist zwar teuer, aber Hochglanz ist manchmal möglich bei problematischen Steinen. Fluorit habe ich mit Ceroxid versucht zu polieren, geht noch nicht so richtig. Mit normalem Öl statt Wasser gleich gar nicht. Aber wenn ich das Öl gegen dünnflüssiges Hydrauliköl tausche und Ceroxid + Keramikfüllkörper nehme, dann bekomme ich den Fluorit einigermaßen hin. Bin noch am Probieren. Statt Öl ist beim nächsten Trommelgang Petroleum dran. Mal sehen ob das geht.

Ach so, ich trommle mit einer Trommelmaschine wie im Bild (2 bis 2,5kg Steine gehen da rein, bis 6cm).

Viele Grüße
Xyrx
« Letzte Änderung: 03 Dec 08, 19:03 von Xyrx »

Offline trommeln

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Re: Trommelgeheimnisse
« Antwort #189 am: 03 Dec 08, 19:31 »
Danke Xyrx

und wir werden uns in Basel mal nach den neuesten Erkenntnissen umsehen..

Offline Xyrx

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Re: Trommelgeheimnisse
« Antwort #190 am: 03 Dec 08, 19:49 »
Und ich hoffe auf ergiebige Erfahrungen, niedergeschrieben in diesem Thread...  ;D

Viele Grüße
Xyrx

Offline trommeln

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Re: Trommelgeheimnisse
« Antwort #191 am: 03 Dec 08, 19:54 »
Genau.. wir werden allen Geheimnissen auf die Spur kommen.. gnadenlos ! 8)

Offline Xyrx

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Re: Trommelgeheimnisse
« Antwort #192 am: 07 Dec 08, 17:37 »
Hier mal eine Ladung fertiger gemischter Steine (vom Kalkstein über Basalt bis zu Granit). Einfach in die Trommel geworfen, getrommelt, poliert, dann gewaschen und abgebürstet - fertig. Keine Behandlung mit Wachs oder Öl. Sozusagen das erste halbwegs gelungene Ergebnis. Ach so, der große Basalt oben hat rund 7 cm Durchmesser.

Viele Grüße
Xyrx
« Letzte Änderung: 07 Dec 08, 17:55 von Xyrx »

Offline trommeln

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Re: Trommelgeheimnisse
« Antwort #193 am: 07 Dec 08, 18:12 »
Ja, super, es scheinen einige auf Glanz gekommen zu sein..

Wir haben heute weiter nachgefragt.. ich habe einen neuen Spirator gekauft und nun werden wir eine Maschine nur fürs Polieren verwenden! Ceroxyd habe ich auch eingekauft, gibt es doch in der Schweiz.
Neuester Vorgang/Versuch: 1-3 Tage im 80er, bis die Steine die richtige Form haben.. dann 1 Tag im 600, dann 1 Tag 1200, dann 1-3 Tage polieren - ev. 3 Tage 600 und kein im 1200.

Hier mein schwarzer Stein, den ich nun bestimmen lassen konnte: Es ist ein Basalt, der metamorph ist, deshalb glänzend wie Obsidian, aber doch kein Obsidian. Er hat kleine Luftbläschen, die verhindern, dass der Stein voll poliert werden kann. Jedoch sind die Bruchstücke selber muschelig und glänzend, ich werde also vom gebrochenen Stein einige Anhänger machen.
« Letzte Änderung: 07 Dec 08, 18:50 von trommeln »

Offline Xyrx

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Re: Trommelgeheimnisse
« Antwort #194 am: 07 Dec 08, 18:42 »
Hallo Trommeln,

meines Wissens entsteht ein solcher Basalt, weil er langsamer erkaltet ist als Obsidian, der ja fast in Minuten erstarrt. Außerdem spielen beigemengte Mineralien eine wesentliche Rolle. Ist aber interessant, so ein Stein.

Ähm, ihr habt ja Jahre mehr Erfahrung im Trommeln, schön hier von Erfahrungen zu lesen  :) Allerdings eben mit Spirator, so langsam muß ich sagen, das die Arbeit mit der Rotationstrommel doch ganz anders ist.

Meine nächste Aufgabe ist Granat, ich habe diese verwitterten Exemplare bekommen, die nun zu trommeln sind. Mal sehen was draus wird. Mit Sicherheit werden die auf 2/3 ihrer Größe schrumpfen müssen um halbwegs gute Trommelsteine zu bekommen. Ich habe mit der Flex einen Stein probehalber durchtrennt, innen sind wenige Risse und Schrunden. Wird ne mächtige Arbeit für die Trommel und viel Schleifmittel wird draufgehen, aber was solls.

Viele Grüße
Xyrx
« Letzte Änderung: 07 Dec 08, 18:45 von Xyrx »