Hallo Uwe,
aufgrund deines Fotos würde ich nicht unbedingt auf Pharmakolith schließen. Möglich wäre es, aber nach meiner Erfahrung mit Pharmakolith setzt dieser sich kaum um oder entwässer nicht. Entweder er ist weiss oder klar, aber so bleibt er meistens. Meine richelsdorfer und St,Marie-Pharmakolithe tun dies jedenfalls.
Ich würde aufgrund des typischen Erscheinungsbildes einer Umwandlung und/oder Entwässerung eher in Richtung Haidingerit und Rösslerit denken, die sich beide dann in weissen Brassit umwandeln.
Aber es ist natürlich möglich, daß schon von beginn an eine Teilpseudomorphose vorliegt. Dann aber könnte das Weisse auch auch Rhauentalit oder Weillit sein.
Mal abgesehen davon, daß es auch gut ausgebildete Rhauentalite gibt, erscheind dieser, auch in Pseudomorphosen meist körnig mit einem Glasglanz, während der Weillit eher kompakt, muschelig brechend und einen eher fettigen bis lackartigen Glanz zeigt. Aber danach "veröffentlichungsreif" zu Bestimmen,ist bei den CaMg-Arsenaten Harakiri!
Glück auf
Ulrich
PS: Was übrigens das F.Schreiber-Bild des Pharmakoliths betrifft, bin ich auch sehr skeptisch. Möglich wäre das, aber genau so kann auch Guerinit aussehen (sowohl von Richelsdorf als auch St.Marie so bekannt), während dort Pharmakolith eigentlich immer in glasigen schlecht terminierten xx vorkommt.. Gerade für die CaMg-Arsenatparagenese muss man richtig die Literatur studieren, und da z.B. auch auf franz. Erstbeschreibungen aus der Giftgrube zurückgreifen. Selbst dann löst sich das Rätzel nicht auf, die Biester sind zu schwierig zu unterscheiden (Ferrarisit, Phounouxit usw s.n.nicht erwaählt worden im Zusammenhang mit Pikropharmakolith). Das Bild beim Brassit zeigt wunderbar Heidingerit-Pseudomorphosen!