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Autor Thema: Xenotim von Abrahamhalde, Lauta?  (Gelesen 5320 mal)

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Offline Frauensteiner

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Xenotim von Abrahamhalde, Lauta?
« am: 20 Aug 10, 14:29 »
Hallo,

dies ist mein erstes Posting hier, also bitte Nachsicht für etwaige Fehler. Ich habe nach 30 Jahren wieder angefangen, Mineralien zusammeln, deshalb sind die Fachkenntnisse auch etwas eingerostet. Als nach Hessen emigrierter Erzgebirgler liegt mein Interesse auch noch im Erzgebirge. Bei einigen meiner letzten Besuche auf der Abrahamhalde in Lauta habe ich eine Stufe gefunden, die neben Siderit und Quarz folgendes Mineral enthielt. Entdeckt habe ich es erst hier in der Firma mittels EDX-Analyse, aufgrund der Kleinheit auch nicht erkennbar durchs Auge. Da ich das Mineral auf der Mineralienliste für die Abrahamhalde nicht finde, kann es wohl ergänzt werden.

Ein Bild ist angehängt. Das Ergebnis der EDX-Analyse ergibt in Masse-%

Yttrium   33
Sauerstoff 25
Phosphor  14
sowie diverse Seltenerden (Dy, Er, Yb)

Ich hätte das jetzt mal als Xenotim-(Y) identifiziert....

Mein Problem ist derzeit, die Struktur aus dem REM-Bild mit dem Mikrisokop wieder zu finden... ;)

Was meint Ihr?

Viele Grüße, Maik

Offline uwe

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Re: Xenotim von Abrahamhalde, Lauta?
« Antwort #1 am: 20 Aug 10, 15:02 »
Willkommen im Forum.

Wow -das ist ja sensationell !  Xenotim wäre generell für's Erzgebirge neu. Aber was sollte es bei dieser Zusammensetzung anderes sein ?

Uwe

Offline Krizu

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Re: Xenotim von Abrahamhalde, Lauta?
« Antwort #2 am: 20 Aug 10, 15:24 »
Hallo,

ich will ja nicht nerven :-) aber: Die Y-L-Linie überlagert massiv die P-K-Linie. Hast du auch die Y-K-Linie bei 15keV gesehen?

Das Problem mit der Wiederfindung kenne ich - insbesondere bei Kundenanfragen (Meine Probe hatte doch einen dunklen Fleck, wieso ist der im REM denn weiss :-) ). Mein Tipp für solche Fälle ist es, entweder eine Cu-Litze mit etwas Graphitpad in die Nähe zu legen und mit 30x eine Übersichtsaufnahem zu machen oder eine Art Pfeil aus dem Klebepad auf die Probe zu kleben. Dann kannst du sagen 3mm in Richtung xy neben der Spitze muss die Stelle liegen. Klar wie ich das meine?

Ich habe einmal auf einem 25mm Teller aus rund 10.000 Partikeln einen Cr-Spinell raussuchen dürfen. Das klappte auch nur so.

MfG

Frank


Offline Frauensteiner

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Re: Xenotim von Abrahamhalde, Lauta?
« Antwort #3 am: 20 Aug 10, 15:40 »
Hallo nochmal,

Hallo,

ich will ja nicht nerven :-) aber: Die Y-L-Linie überlagert massiv die P-K-Linie. Hast du auch die Y-K-Linie bei 15keV gesehen?


tja, wie das so ist. Ich nutze das EDX als Laie, bzw. lasse es nutzen. ;) D.h. ich verlasse mich auf den Bediener. Eigentlich wollte ich ja nur die Matrix bestimmen, das ist sehr praktisch, wenn wir eine Firma im Haus haben, die sowas verkaufen. ;) Dass das Teil dann im Gesichtsfeld lag, war Zufall. Gemessen wurde wohl bei 20 keV, und der Peak ist eine Doppelspitze, identifiziert mit Y und P. Der Bediener hat dann noch ein paar Plausibilitätstests gemacht, und meinte, dies wäre okay so.

Die Stufe ist etwas größer als eine Handstufe, mit Quarz, Hämätit auf Quarz und wohl Siderit. Hatte davon jeweils einige Proben entfernt und die dann analysieren lassen. Dummerweise weiß ich derzeit nicht mehr genau, auf welchen von den drei Bröckchen dann diese "Blume" saß. Eventuell kann ich das nächste Woche nochmals testen.

Falls jemand Interesse hat, stelle ich die Probe auch gern zur Verfügung, aber erst, wenn ich genau weiß, in welcher Matrix das Ding denn sitzt.

Gruß, Maik

Offline thdun5

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Re: Xenotim von Abrahamhalde, Lauta?
« Antwort #4 am: 20 Aug 10, 17:26 »
Hallo,

es wäre vielleicht auch möglich, dass die Probe von irgend einem anderen Sammler hingeschüttet wurde und somit Fremdmaterial ist.
Mir bekannte Sammler haben auf der Schachthalde 139 auch schon Skarnmaterial aus dem Raum Schwarzenberg geborgen.

Auf jeden Fall sind die bisher angegebenen Analyseergebnisse interessant.

Gruß
Daniel

Offline Günter Blaß

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Re: Xenotim von Abrahamhalde, Lauta?
« Antwort #5 am: 20 Aug 10, 20:29 »
Hallo,

die Rosette mit max. 20µm Durchmesser mit dem Mikroskop wieder zu finden wird wohl schwierig werden.

Ich denke auch die Trennung von Y-L und P-K-linie ist bei einem guten Detektor kein Problem!

Trotzdem sehr schönes QBSD-Bild?

MfG und GA
Günter Blaß

Offline Krizu

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Re: Xenotim von Abrahamhalde, Lauta?
« Antwort #6 am: 20 Aug 10, 21:07 »
Hallo Günter, bei all

die Auflösung von Si-Li-Detektoren liegt meines Wissens um 0.13keV, bei allen Herstellen ;-)
Germanium-Detektoren liegen tiefer, aber wer hat die schon.

Glaube ich jetzt: http://www.mikroanalytik.de/poster.phtml
dann liegt die P-K\alpha bei 2.01keV und die Y-L\alpha 1 bei 1.92 und die L\beta 1 bei 2,00 (alles auf 2 Nachkomma gerundet).
Also sieht man eher Schultern, auch da die L-Linien meist etwas breiter sind, eine saubere Trennung in einen Doppelpeak halte ich für unwahrscheinlich - ausser bei einer WDX.

Ich lade mal eine Simulationssoftware, dann kommen wir vielleicht weiter.

Mfg

Frank

Offline Frauensteiner

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Re: Xenotim von Abrahamhalde, Lauta?
« Antwort #7 am: 20 Aug 10, 22:03 »
Hallo nochmal,

ich kann leider erst Ende nächste Woche nähere Info's zum Detektor und dem Bild geben. Was ich weiß ist: Detektor von EDAX and einem SDD Apollo X. kV: 20.0. Y und P überlagert mit Schulter.

Vielleicht weiß ich Ende nächster Woche mehr. Vielleicht kann ich auch nochmal messen - falls wir es wieder finden.

Gruß, Maik

Offline stollentroll

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Re: Xenotim von Abrahamhalde, Lauta?
« Antwort #8 am: 21 Aug 10, 07:02 »
Zitat
Xenotim wäre generell für's Erzgebirge neu. Aber was sollte es bei dieser Zusammensetzung anderes sein ?
Xenotim ist aus dem Erzgebirge z.B. schon von Niederbobritzsch und Zinnwald beschrieben worden.
Und bei dem Chemismus kann es genauso gut Churchit-(Y) sein. Und der ist in kugeligen Aggregaten z.B. schon von Schneeberg bekannt. Xenotim in dieser Ausbildung wäre auch recht ungewöhnlich, da Xenotim isostrukturell mit Zirkon ist.

Die Messung ist auch etwas problematisch, da an 100 % eine ganze Menge fehlt.

Glück Auf
der Stollentroll

Offline Günter Blaß

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Re: Xenotim von Abrahamhalde, Lauta?
« Antwort #9 am: 21 Aug 10, 14:04 »
Hallo Krizu,

möchte hier keine neue Diskussion beginnen.
Du hast ja recht und ich habe mich sehr missverständlich ausgedrückt.

Wollte nur bemerken, dass P und Y zwar keine scharf getrennten Peaks sondern etwas verbreiterte Peaks oder welche mit Schulter an diesen Stellen ergeben, das aber ein gutes Auswerteprogramm die beiden sehr wohl grafisch als auch rechnerisch trennen kann. Analysen von Monazit-(Y) mit unseren EDS-Anlagen ergeben fast genau ein ein atomares Y, SEE/P-Verhältnis von 1.

MfG und GA
Günter Blaß

Offline Krizu

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Re: Xenotim von Abrahamhalde, Lauta?
« Antwort #10 am: 21 Aug 10, 15:03 »
Hallo Günter,

vielleicht habe ich es falsch gelesen!
 
Technisch: Da stimme ich dir voll und ganz zu!!!

Weshalb ich fast immer auf diese Diskussionen anspringe, ist der Umstand, dass ich schon viele (zuviele) Analysen gesehen habe, die einfach per Klick erstellt wurden. Kein Abgleich der Atommassen, Sauerstoff irgendwie gerechnet, keine Kontrolle der Fit-Faktoren, keine Plausibilitätskontrolle, Detektor vereist, keine Kontrolle der Lage, Bremsberg, falscher Detektorbereich usw...

Ein "Anfänger" kann schnell zuu falschen Ergebnissen kommen!

MfG

Frank



 

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