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Autor Thema: Nochmals Uranminerale Johanngeorgenstadt  (Gelesen 12338 mal)

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Offline uwe

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Nochmals Uranminerale Johanngeorgenstadt
« am: 22 Jan 12, 11:09 »
Bei den im Hebrst von Bodo "Zinnwald" gefundenen Uranmineralen steht ja die endgültige Aussage zu den gelben, nicht fluoreszierenden Kriställchen noch aus. Inzwischen wurden die Proben nochmals mit sicherem Refenrenzmaterial verglichen. Chernikovit scheidet auf Grund enes abweichenden Signals aus. Bleiben noch Upalit, Mindit und Vanmeerscheit als Möglichkeiten.

Nun habe ich mal die recht guten Beschreibungen im "Handbook of Mineralogy" der drei o.g. Minerale verglichen.

Ich bin beim Bestimmen der Kristallform zwar eine Null, aber mir erscheinen die gelben Kriställchen doch eher monoklin als orthorombisch. Außerdem fluoreszieren die Kriställchen nicht. Im o.g. Handbook wird für Mundit und Vanmeerscheit eine Fluoreszenz angegeben, bei Upalit dagegen nicht. Auch die Farbe: bernsteingelb bis kanariengelb dürfte hinkommen.

Obwohl ich dies nochmal mit dem Analysten diskutieren werde, schreibe ich vorerst mal "Upalit", bisher nur vom Kongo bekannt, auf's Etikett.

Nun sind noch die nicht fluorszierenden grünen Kristalle offen. Hier bleibt (ohne Analyse) meines Erachtens nur Torbernit und Zeunerit übrig. Da bei den vorherigen Proben Phosphat gegenüber Arsenat dominierend war, schreibe ich hier Torbernot aufs Etikett.

Gruß
Uwe 

Offline uwe

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Re: Nochmals Uranminerale Johanngeorgenstadt
« Antwort #1 am: 22 Jan 12, 19:07 »
Ich schiebe noch mal ein Bild meiner entsprechenden Stufen nach.

Uwe

Offline geomueller

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Re: Nochmals Uranminerale Johanngeorgenstadt
« Antwort #2 am: 23 Jan 12, 20:08 »
Hallo Uwe,
na du bringst ja hier Sachen ins Spiel, Upalit wäre ja eine Sensation, mal sehen ob sich das noch bestätigen lässt.

Gruß Jürgen

Offline Bergbaumaulwurf

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Re: Nochmals Uranminerale Johanngeorgenstadt
« Antwort #3 am: 23 Jan 12, 21:12 »
Glück Auf!
Da bin ich auch mal gespannt, da ich ich ja auch Material mir hab schicken lassen. Hatte aber leider noch keine Zeit mich so gründlich damit zu befassen.
Aber erst mal Danke für die Arbeit und Mühe- Uwe!
Bergbaumaulwurf

Online smoeller

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Re: Nochmals Uranminerale Johanngeorgenstadt
« Antwort #4 am: 23 Jan 12, 22:30 »
Hallo,

Ich würde eher Vanmeersscheit sagen, Upalit wäre eine echte Sensation.

Hab mal nachgelesen unter Arsenovanmeersscheit (Artikel von Prof. Walenta im Aufschluss bzgl. Vanmeersscheit/A.-Vanmeersscheit von Menzenschwand, 2007). Das Mineral weist demnach nur eine mäßige Fluoreszenz unter langwelligem UV auf, was auch für die P-reichen Mischkristalle gelten dürfte. Die Fluoreszenz ist schwächer als die der Proben aus dem Kongo. Interessant als analyt. Merkmal ist die leichte Löslichkeit von Vanmeersscheit in HCl.

Glück Auf!
Smoeller

Offline uwe

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Re: Nochmals Uranminerale Johanngeorgenstadt
« Antwort #5 am: 24 Jan 12, 11:04 »
Nochmal zu den Analysenergebnissen. Es wurde eine einfache EDX-Analse durchgeführt (nicht von mir natürlich!). Hier zeigte sich eine untypisch hoher Uranylanteil gegenübert der Phosphatgruppe. Man nimmt daher an, daß die Phosphattetraeder durch Silikattetraeder und diese wiederum durch Al substituiert wurden. Auf Grund der Farbe der Kristalle wurden die Minerale Mundit, Vanmeerscheit, Upalit und Chernikovit als mögliche Ergebnisse angenommen. Anhand von Vergleichen des Signals von Referenmustern konnte später Chernikovit ausgeschlössen werden, so daß Mundit, Upalit und Vanmeerscheit (bzw. Meta-Vanmeerscheit) übrig bleiben. Weiter hat sich der Analyst nicht vorgewagt. 

Nun habe ich als Nichtwissenschaftler weitere Schlüsse gezogen (als einfacher Sammler kann ich mir das erlauben :D). Da alle gelben Kristalle keine Fluoreszenz zeigen - sowohl im LW als auch im KW Bereicht auch nach längerer Einwirkung, habe ich eben Upalit angenommen. Ich habe hier das "Handbook of Mineralogy" hinzugezogen, welches für Upalit als einziges der 3 möglichen Minerale keine Fluoreszenz angibt.

Klar wäre Upalit zu schön um wahr zu sein, aber auch Vanmeerscheit wäre etwas besonderes. Danke Sebastian, für den Hinweis. Ich werde mal ein Krümel mit verdünnter HCL versetzen und Euch vom Ergebnis informieren. Wenn ich danach Vanmeerscheit auf das Etikett schreiben muß, bin ich aber auch nicht böse.

Gruß
Uwe

Offline uwe

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Re: Nochmals Uranminerale Johanngeorgenstadt
« Antwort #6 am: 24 Jan 12, 11:12 »
Ach so,  ich schiebe noch mal ein Bild der untersuchten kristallinen Kruste mit starker Vergrößerung (leider etwas "out of focus") nach.

Uwe

Offline uwe

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Re: Nochmals Uranminerale Johanngeorgenstadt
« Antwort #7 am: 24 Jan 12, 13:16 »
Die Kruste lößt sich in kalter, stark verdünnter Salzsäure. Also doch wohl Vanmeerscheit? In diesem Fall stammt das Aluminium in der Kurve vermutlich aus der Matrix.

Etwas besonderes ist Vanmeerscheit aus dem Erzgebirge auch.

Uwe

Offline sapphire

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Re: Nochmals Uranminerale Johanngeorgenstadt
« Antwort #8 am: 30 Oct 12, 16:45 »
Hallo,

ich bin in der Bucht gerade auf das gestossen:

http://www.ebay.de/itm/Metavanmeersscheit-Metavanmeersscheite-Johanngeorgenstadt-Erzgebirge-Sachsen-NEU-/350626876451?pt=Mineralien_Fossilien&hash=item51a2fd8c23

Ich weiss nun nicht, ob das Material aus der gleichen Analyse (Quelle) stammt. Ansonsten würde es jedenfalls die Vermutung nochmal bestätigen.

Viele Grüsse
Andreas

Offline uwe

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Re: Nochmals Uranminerale Johanngeorgenstadt
« Antwort #9 am: 30 Oct 12, 17:35 »
Genau das ist das Problem. Ich habe vor Wochen Herrn Pestel mal höflich angeschrieben und ihn gebeten, mir mitzuteilen, ob und wo eine XRD-Analyse durchgeführt wurde, bei der die Hydroxylgruppen zweifelsfrei nachgewiesen wurden. Natürlich keine Antwort!

Das verstärkt mich in meiner Vermutung, daß die Anlyse duch das Lesen des entsprechenden threads in diesem Forum ersetzt wurde. Vanmeersscheit ist zu 90% sicher. Um festzustellen ob Metavanmeerscheit wäre eine XRD-Analyse erforderlich und die ist meines Wissens noch nicht erfolgt.   

Uwe

Offline sapphire

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Re: Nochmals Uranminerale Johanngeorgenstadt
« Antwort #10 am: 30 Oct 12, 18:03 »
Hallo Uwe,

dann ist das also nichts überraschendes, was ich da entdeckt habe.

Vielleicht liest der zukünftige Käufer ja mit und kann dann etwas über die "erste" EDX-Analyse sagen. Diese Formulierung lässt ja Fragen offen, ob es z.B. weitere Analysen gibt, mit welchem Ergebnis und warum es dazu dann keine Dokumentation gibt.

Erst einmal vielen Dank für deine Aufklärung und dann lassen wir uns mal überraschen, ob da noch etwas kommt.

Viele Grüsse
Andreas

Offline uwe

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Re: Nochmals Uranminerale Johanngeorgenstadt
« Antwort #11 am: 30 Oct 12, 18:52 »
War gar nicht so schlecht, daß ich meinen etwas provokanten Beitrag gesetzt hatte. Inzwischen wurde mir glaubwürdig bestätigt, das tatsächlich eine XRD-Analyse gemacht wurden, bei der die Zahl der Hydroxylgruppen bestimmt wurde. Es ist also Metavanmeersscheit.

Uwe

Offline geomueller

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Re: Nochmals Uranminerale Johanngeorgenstadt
« Antwort #12 am: 30 Oct 12, 20:19 »
Hallo alle,
bei der diesjährigen Börse in Oelsnitz/Vogtl. wurde der besagte Fund mit den gemachten Analysen ausführlich dokumentiert und entsprechende Stücke ausgestellt. Leider hatte ich die Digi vergessen und habe keine Bilder gemacht.

Ich weis es nicht genau aber ich nehme mal an das ein entsprechender ausführlicher Bericht für eine der beiden großen Mineralienzeitschriften bereits in Vorbereitung ist.

Gruß Jürgen

Offline sapphire

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Re: Nochmals Uranminerale Johanngeorgenstadt
« Antwort #13 am: 31 Oct 12, 10:19 »
Hallo,

na dann war es ja doch gut, dass ich den Thread nochmal aus der Versenkung geholt habe.

Danke für die Info. Dann kann man ja Bodo nochmal zu dem Fund gratulieren  :)

Viele Grüsse
Andreas

Offline openpit

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Re: Nochmals Uranminerale Johanngeorgenstadt
« Antwort #14 am: 31 Oct 12, 18:45 »
Hallo,

mit einer XRD werden keine Hydroxylgruppen nachgewiesen, sondern Netzebenabstände bestimmt. Für eine Bestimmung der Hydroxylgruppen wären andere Verfahren wir beispielsweise Neutronenbeugung oder thermoanalytische Verfahren notwendig.
Abgesehen davon wäre eine solche Untersuchung (also der Hydroxylgruppen) auch unsinnig, da sich Metavanmeersscheit und Vanmeersscheit in der Anzahl der Hydratgruppen unterscheiden.

Glück Auf!
openpit

 

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