Glück Auf!
Die Variante mit dem Abdecken der nicht zu ätzenden Bereiche mittels Wachs habe ich bereits mehrfach erfolgreich anwenden können. Dabei handelte es sich z.B. um Amethystdrusen, die in einer Achatmandel steckten und mit Calcit gefüllt waren. Da der Zwischenraum von Achatmandel und dem Nebengestein, bzw. die Hülle der Achatmandel ebenfalls aus Karbonaten bestand und diese Schicht wegen der Attraktivität der Stufe erhalten bleiben musste, habe ich bis auf den calcitgefüllten Drusenbereich die gesamt Stufe eingewachst. Das aussäuern erfolgte meist mit deutlich verdünnter Salzsäure, damit man den Gesamtlöseprozess überwachen kann und sieht, wo die Gasentwicklung stattfindet. Solange die Gasentwicklung im Sollbereich stattfand, wurde das Aussäuern fortgesetzt. Sobald Bereiche betroffen waren, die erhalten bleiben sollten, wurde der Löseprozess abgebrochen, die Stufe gewässert und getrocknet und die Wachsschicht erneuert/ergänzt/repariert. Anschließend konnte das Aussäuer fortgesetzt werden. Nachdem alles Aufzulösende gelöst wurde, kam die Stufe in ein Wasserbad, welches soweit erhitzt wurde, dass sich das Wachs löst. Aufgrund der geringen Dichte, schwimmt das Wachs auf der Wasseroberfläche. Lässt man das Wasserbad dann abkühlen, kann man das Wachs gefahrlos von der Wasseroberfläche schöpfen und die Stufe entnehmen. Gegebenenfalls muss man die Prozendur zum Wachsentfernen mehrmals wiederholen. Anschließend sind die Stufen noch angemessen zu wässern, um die Säurereste zu entfernen.
Bei einigen Stufen hat die Methode einwandfrei funktioniert, bei anderen war es ein reines Fiasko (Wachs hält nicht, Säure kriecht in Bereiche die nicht gelöst werden sollen, CO2 kriecht zwischen Stufe und Wachs und löst dadurch Letzteres ab, bröselige Stellen an der Stufe, Herausfallen einzelner Kristalle, Wachs will sich nicht von der Stufe lösen,...). Salzsäure ist nur bedingt eine gute Wahl. Selbst kleinste Ritzen, die vielleicht noch mit Calcit gefüllt sind, werden freigelegt. Dabei können Wegsamkeiten geschaffen werden zu Bereichen, die nicht gelöst werden sollen. Der Gasdruck durch das entstehende CO2 kann zusätzlich schädigend auf die Stufe einwirken und die Löseprozesse an den nicht geplanten Stellen beschleunigen. Besser geeignet als Salzsäure sind daher größere Säuremoleküle, bzw. deren Lösung eine höhere Viskosität aufweist, z.B. Essigsäure. Dadurch wird der Stoffaustausch in engen Kapilaren und Ritzen gehemmt.
Mit freundlichen Grüßen
Das Felsenmammut