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Autor Thema: Exursion-Gipskristalle der Weitzschke Sumpfwiesen bei Teutschenthal  (Gelesen 7927 mal)

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Offline Gerhard

Hallo
Es hat mich schon immer interessiert,einmal dieses Gebiet kennenzulernen. Und nun habe ich es geschafft. Nach mühevolles durchstreifen
des Geländes von Teutschenthal aus fand ich doch endlich das Gebiet der Weitschen.
Doch bevor ich die Fotos einstelle, einiges zur der Enstehung .
Die Gipskristalle entstehen durch Kalisalze,dir durch Sickerwässer der Kalihalde zum ehemaligen Sumpfteich (Weitzschke) zugeführt
werden. Zur Zeit der aufstrebenden Wirtschaft um 1800 wurden südlich der Weitschen Braunkohlelager entdeckt. Die Sumpfteichwiesen
wurden entwässert. Das Braunkohlelager wurde bis 1910 abgebaut. (Schachtberg)Man stellte auch fest ,daß es auch abbauwürdige
und gute Tone gab.Diese wurden bis in den Jahren 1980 abgebaut. Und man ermittelte,daß unter diesen Tonen ein mächtiges Kalisalzlager
vorhanden ist.Dieses wurde ab 1907 durch eine Zeche erschlossen. Davon zeugen noch zwei Halden,eine davon ist die mächtige Spitzkegel-
halde, die ein Industriewahrzeichen der Region ist. Diese Spitzkegelhalde wurde ab 1953 auf dem ehemaligen Schachtberggelände
aufgeschüttet. 10 Jahre später flossen die ersten stark salzhaltigen Wässer aus der Halde und suchten sich einen Abflussweg. Sie nutzten einen verbrochenen Entwässerungsstollen von der Zeche der Braunkohle und traten an der südlichen Weitzschke zu Tage. Die Weitzschke
wurde wurde durch den Bau der B80 (Eisleben -Halle) geteilt. und es begann eine starke Versalzung,die bis zur Sättigung führte und eine
Kristallation von sekundären Gipskristallen ermöglichte.Die bestehende Landschaft veränderte sich, denn die Lauge vernichtete die
ursprünglichen Pflanzen und Bäume. Und gleichzeitig siedelten sich seltene salzliebende Pflanzen an.
Es gibt aber auch eine Fläche -wo alles tot- ist. Und hier ist die Geburtsfläche der Gipskristalle,entstehend aus der gesättigten Salzsole.
Diese schwankt je nach der Regenhäufigkeit. Die Kalihalde gibt aber immer gelöste Salze ab,auch nach langen Trockenperioden.
Als ich das Weitzschkengebiet endlich aufgefunden hatte ,wußte ich nicht das das Gebiet geschützt ist!!!
Erst auf den Rückweg entdeckte ich ein kleines Hinweisschild. Also bitte keine Verwüstung durch sinnloses Herausbrechen der
empfindlichen Gipskristalle. Sie sind wenn sie in der Sohle liegen weich und zerbrechlich (aber auch scharf). Zweige und Blätter sehen
wunderbar aus ,wenn sie mit Kristallen umgeben sind. Man muss sie schon in Watte betten ,damit sie nicht zerbrechen.
Im Anhang nun die erklärenden Fotos
Gruß Gerhard

Die Kalihalde                                                   ACHTUNG!!!!!! geschütztes Gebiet FND 0036SK
Der Kampf ums Überleben
es ist kein Schnee
und auch kein mit Eis benetzter Zweig
« Letzte Änderung: 30 Jun 15, 09:51 von Gerhard »

Offline Gerhard

Es geht weiter mit Foto

eine Kristallwiese
ein großer wachsender Gipsbrocken in der Sole
die Sole- so entstehen bestimmt die Gipse ?
ein großer Giprsasenklumpen

Offline Gerhard

es ist keine Vulkanlandschaft
schöne Stufen bestehend aus Gipskristallen

Offline Kluftknacker

Es sollte eigentlich vorher(!) bekannt sein, dass das Gebiet nicht nur hochwertiges Naturschutz- sondern auch ffh-Gebiet ist.  Das heißt: Kein Zutritt.Das sollte man respektieren! Sei froh, dass Du nicht erwischt wurdest - dann wird es extrem teuer!  :(

Glück auf!
Kluftknacker

Offline Kupperdroll

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Dieses Gebiet wurde schon zu DDR-Zeiten unter Schutz gestellt.Wird von verschiedenen Bereichen der MLU Halle untersucht und beobachtet.

Auf den Schildern wird eine Strafe bis 50.000,-€ angedroht!!

Bitte erhalten!!


Offline skibbo

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Hallo Gerhard,

endlich mal wieder ein informativer Bericht mit eindrucksvollen Fotos! Danke für's zeigen, ich bin beeindruckt.

Grüße aus Frankfurt,
Stefan

Offline Gerhard

Da habe ich wohl eine rote Linie überschritten. Ich wußte nur das es ein Naturschutzgebiet bei Teutschenthal Langenbogen
gibt - Naturschutzgebiet Hammerlöcher.
und das man die Feuchtwiesen (Weitschen)mit den seltenen Salzpflanzen nicht betreten darf. Das aber auch die Austrittstelle der
Lauge und das von jeglicher Pflanzen abgestorbene Gebiet dazugehört,habe ich nicht gewußt.
 Ja und das betreten gilt ja wohl nicht für Jäger? denn Autofahrspuren sieht man.Diese führen direkt zum Hochstand mitten im
Feuchtbiotop.
« Letzte Änderung: 30 Jun 15, 10:33 von Gerhard »

Offline uwe

Na ich denke so schlimm wird es wohl nicht werden. Hast' ja nicht geschrieben, daß Du etwas mitgenommen hast. Mit einem Stock auf die Salzbildungen wirst Du ja wohl auch nicht geschlagen haben.

Ansonsten interessanter Beitrag mit guten Bildern, welcher durchaus ins Lexikon gehört, allerdings mit dem entsprechenden Hinweis auf den Schutz des Gebiets.

Gruß
Uwe

Offline loismin

Hallo.

Ein wirklich sehr schöner Beitrag !
Und hört doch endlich mal auf ,jedem der mal was Vernünftiges zeigt mit dem erhobenen Finger zu drohen !!
Natürlich sollte das alles nicht zerstört werden, aber für wen wird das erhalten wenn nicht für Menschen die sich das ansehen
können !
Immerhin ist das ja von Menschenhand entstanden und nicht von alleine !!
Und solange Jäger da drin rumtollen dürfen ,sollten auch andere es zumindest begrenzt ,betreten dürfen !
Rein ins Lexikon mit dem entsprechenden Hinweis !

Loismin

Offline lohme

Hallo,
ich finde den Beitrag auch gut gelungen und gut bebildert.

Und ich stimme Loismin zu, dass diese ständigen...das ist aber verboten.... Komentare hier auch noch die letzten aktiven Sammler verschrecken, ihre Erlebnisse oder Tourenberichte hier zu dokumentieren. Wenn ich hier z.B. ein Loch, was ich in eine Halde gegraben haben poste, kann ich darauf warten, dass sich einer meldet, der ermahnt, dass man das Loch auch wieder zu machen muss. Das nervt !!!.
Gerhard weiter so ;)

Gruss
Daniel


Offline Kluftknacker

Komentare hier auch noch die letzten aktiven Sammler verschrecken
Das ist bei diesem extrem sensiblen Areal (leider heutzutage) auch erforderlich!
ihre Erlebnisse oder Tourenberichte hier zu dokumentieren
Es müssen ja keine Fundstellen in Naturschutz- und/oder FFH-Gebieten sein  ;) Genauso wenig gehören hier Fundberichte hin, in denen geschildert wird, welches Stollenmundloch mit welchem Werkzeug brutal geknackt wird...

Sorry, da muss differentiert werden.

Offline Blackminer

Hallo,
super Bericht! Solche Fotos gibts sonst nur aus den ariden Gefilden.
Bin vor10+ x-Jahren da mal mitm Motorad rumgegurkt, an der Halde war ich auch. Aber den "Salzsee" hab ich damals "übersehen" bzw. als nicht bemusterungswert angesehen.

Nun mal ne ganz ketzerische Frage? Wo kommen denn die Teutschentaler Gipse her, die in der Bucht angeboten werden.
Die sehen denen auf den Fotos verdammt ähnlich.
GA
Raik

Offline geomueller

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  • Seit 2003 im Mineralienatlas angemeldet.
Super Bericht, danke. Wer dort nicht selber suchen will, darf, sich nicht traut, die bestehenden Gesetze respektiert, oder aus sonst für einen Grund nicht kann, der kann das das Material auch für wenig Geld auf diversen Börsen stiegenweise weg tragen ;) , wird überall angeboten ;D ;)

Natürlich sollten alle Verbote geachtet, deswegen sind es ja Verbote, die meisten haben sicher auch ihren berechtigten Grund. Aber was ist eigentlich noch erlaubt, es gäbe keine neuen Funde mehr wenn man alle Verbote beachten würde. Steinbrüche, Kiesgruben, Stollen, Schächte, Altbergbau, aktiver Bergbau, Baustellen, Acker- und Waldflächen, Privatland, Betriebsgelände, die meisten Halden ob neu oder alt, alles ist doch wenn man es genau nimmt tabu.

Also kommt mal alle wieder auf den Teppich zurück und erfreut euch an tollen Fundortberichten und Funden, sammeln nur auf Börsen ist auch öde ;)

Gruß Jürgen

Offline gladhammar


Also kommt mal alle wieder auf den Teppich zurück und erfreut euch an tollen Fundortberichten und Funden, sammeln nur auf Börsen ist auch öde ;)

Gruß Jürgen
Wo ja dann letztlich das Material wohl auch "illegal" besorgt wurde.

Ansonsten stimme ich Alois voll zu. Toller Bericht.
Und wenn sich Jäger drinn tummeln ist es mit dem Schutz der geologischen Gegebenheiten wohl nicht so weit her.
Gleiches Recht für alle  ???

GA
Detlef