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Autor Thema: Bildausschnitt bei Mikrofotos?  (Gelesen 195049 mal)

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Offline Embarak

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Re: Bildausschnitt bei Mikrofotos?
« Antwort #15 am: 26 Nov 15, 00:15 »
Zitat
P.S.: Meine Frage, ab wann man von KS und ab wann man von HS spricht, war durchaus ernst gemeint. Vielleicht kann mir das noch jemand beantworten?
Jep, Markus, das Lexikon kann es:  ;)
https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Stufe


Online wilbi

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Re: Bildausschnitt bei Mikrofotos?
« Antwort #16 am: 26 Nov 15, 11:37 »
Hallo, laut der Gliederung im Link sind Micromounts bis 25 mm, die Kleinstufen fangen bei 50 mm an. Was ist mit den Stücken von 25 mm bis 50 mm? Etwa MM plus?
Gruß
willi

Offline Harald Schillhammer

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Re: Bildausschnitt bei Mikrofotos?
« Antwort #17 am: 26 Nov 15, 12:07 »
Was mich interessieren würde: Welche Tubuslinse benutzt du mit 160mm BW? Was hast du für einen Abstand zwischen Objektiv und Tubuslinse (gibt es Reflexionen)?

160mm ist nicht die Brennweite sondern die Extension. Die Mitutoyos sind für eine Auszugsverlängerung von 160mm optimiert. Als Tubusoptik (200mm BW) verwende ich die Original Mitutoyo. Ein Freund von mir verwendet ein Zeiss Sonnar (hab vergessen welche BW) und ist sehr angetan von der Qualität. Reflexionen (im Sinne von Streulicht an der Linse) habe ich mit den Mitus keine. Was mir aber am meisten taugt ist, dass sie praktisch völlig CA-frei arbeiten.

Was du nicht ausser Acht lassen darfst ist, dass du auch einen (am besten motorisierten) Makroschlitten brauchst, der Schrittweiten von einigen µm anstandslos schafft.

Die Abstandshülsen, welche ich benutze sind innen rau und mit mattschwarzem Fotolack überzogen. Sollte es trotzdem zu Reflexionen kommen, werde ich etwas Velour einkleben. Die Kameras zu reinigen ist nicht das Problem. Das habe ich auch schon des öfteren gemacht. allerdings versuch ich das zu vermeiden, wenn es geht. Ein Kratzer ist in den weichen optischen Gläsern schnell drin, und bei Öffnungsverhältnissen um die f/20-80 bei der Mikrofotografie und dem damit einhergehenden, fast parallelen Strahlengang sieht man diese auch in kleinster Größe (das ist auch der Grund, warum man selbst den kleinsten Dreck noch störend wahrnimmt). Dreck geht wieder weg, Kratzer nicht...
O.k., deine Abstandshülsen dürften dann kein Problem darstellen.
Die Sensoren sind alles andere als weich und halten schon was aus - du reinigst ja nicht mir einer Drahtbürste ;). Wie du richtig schreibst, ist die effektive Apertur bei dieser Art der Fotografie sehr klein, d.h. auch der Sensorstaub wird sehr deutlich abgebildet.

Zwei Fragen seien mir noch gestattet: Welchen Balgen benutzt du (kannst du empfehlen)? Und wie sieht es mit der Abbildungsleistung der Mitutoyos an einem VF-Sensor in den Bildecken aus? Hast du da einen merklichen Abfall der Bildqualität im Vergleich zu Mitte?

Ich verwende einen Novoflex-Balgen der neueren Generation. Sehr robust und solide.
Bzgl. Abbildungsleistung auf VF kann ich nicht meckern, zumindest beim 10x und 20x. Beim 5x merkt man schon einen leichten Qualitätsabfall zum Rand hin. Was wichtig ist: die Auszugslänge von 160mm sollte nicht unterschritten werden, denn dann merkst du garantiert was in den Randbereichen, ausserdem verlierst du Auflösung. Längerer Auszug ist da eher möglich, sollte aber nicht übertrieben werden, denn dann marschiert die effektive Apertur sehr deutlich in den Diffraktionsbereich.

Für Bildbreiten über 7mm kann ich wärmstens Vergrößereroptiken (in Retrostellung) empfehlen. Ich benutze ein Rodenstock Apo-Rodagon N 50/2,8.

PS.: Da auch von Zeiss Luminaren (nicht Laminar) die Rede war - wenn man noch ein wirklich gutes bekommt, lohnt sich die Anschaffung durchaus. Das optisch beste ist das 63mm. Ich verwende hin und wieder ein Leitz Photar 25mm (fast baugleich zu den Luminaren) und zwar dann wenn ich Mineralien (z.B. nadelige) fotografieren muss bei denen sich sehr viele Strukturen überlagern. Die Mikroskop-Optiken haben durch die fast nicht vorhandene Schärfentiefe den Nachteil, dass die im Unschärfebereich liegenden Teile einen Unschärfeschleier verursachen oder Halos entlang der Kanten der sich überlagernden Strukturen. Die Lupenobjektive kann man abblenden und die größere Schärfentiefe reduziert diese Halos und Schleier (allerdings geht das auch nicht bis zum Erbrechen weil die Diffraktion - je nach Auszugslänge - dann einiges an Qualität kostet). Die etwas schlechtere Bildqualität im Vgl. zu den Mitutoyos nehme ich dann gerne in Kauf.

lg

Offline etalon

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Re: Bildausschnitt bei Mikrofotos?
« Antwort #18 am: 26 Nov 15, 18:03 »
Hallo Embarak,

danke, genau das habe ich gesucht...

Gruß Markus

Offline etalon

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Re: Bildausschnitt bei Mikrofotos?
« Antwort #19 am: 26 Nov 15, 18:05 »
Hallo Willi,

wenn du den obigen Link noch mal genau durchliest, dann wirst du feststellen, dass da bei KS "ab Micromount bis ca. 5-7cm" steht...  ;)

Gruß Markus

Offline etalon

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Re: Bildausschnitt bei Mikrofotos?
« Antwort #20 am: 26 Nov 15, 18:26 »
Hallo Harald,

besten Dank für deine Antwort. Allerdings habe ich noch ein kleines Verständnisproblem:

Woher hast du die Info, dass die Mitus für eine Auszugsverlängerung von 160mm optimiert sind? Ich konnte dazu im Netz nichts finden. Was meinst du weiters mit Auszugsverlängerung? Grundsätzlich weiß ich schon, was damit gemeint ist, habe das bei Unendlichsystemen aber bisher immer so verstanden, dass es da keine Auszugslänge gibt. Die Bildebene des Sensors muss in der Fokuslänge der Tubusoptik liegen (in diesem Fall also 200 mm), da das eintretende Lichtbündel in die Tubuslinse vom Objektiv kommend ja annähernd parallel ist. Der Abstand vom Objektiv zur Tubuslinse wird erstmal nur durch den vignettierungsfrei ausgeleuchteten Bildkreis bestimmt und liegt bei der angesprochenen Tubuslinse (MT-1) und dem 10er Mitu bei max. 58,18mm für einen VF-Sensor (Bildfelddiameter 44mm).
Irgend wie passt da der Abstand von 160mm nirgends rein.

Was ich auch nicht verstanden habe: Z.B. das 10er Mitu wird mit einem Arbeitsabstand von 33,5mm angegeben, hat aber nur eine Brennweite von 20mm. Wie geht das zusammen? Es entsteht das Zwischenbild doch nur im Unendlichen, wenn meine Fokusebene also <20mm von meiner ersten Objektivlinse entfernt ist (je nach dem, wo die optische Mitte des Linsenstapels ist). Allerdings sind laut Hersteller ja alle Mitus parfokal. Irgend wie bekomme ich das nicht zusammen...

Einen entsprechenden Makroschlitten habe ich, allerdings vorerst noch nicht motorisiert. Das folgt als weiterer Schritt.

Zitat
Die Sensoren sind alles andere als weich und halten schon was aus

Hmm, ich habe da sowohl privat, als auch beruflich schon andere Erfahrungen machen müssen, soll hier aber nicht das Thema sein...

Im Moment benutze ich ein Schneider Kreuznach Componon-S 4/80 mit Verlängerungshülsen. Das funktioniert ganz gut, bringt aber auch die von dir beschriebenen Probleme beim Stacken mit sich...
Als Tubuslinse werde ich auch die von Mitutoyo nehmen, wollte aber erst mal mit meinem Zeiss Apo Sonnar 135/2 als Tubuslinse anfangen. Das würde beim 10er Mitu dann einen Vergrößerungsfaktor von 6,75 ergeben. Wie es dann allerdings mit der Feldkorrektur aussieht (bei VF) vermag ich nicht zu sagen.

Viele Grüße,
Markus

Offline Harald Schillhammer

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Re: Bildausschnitt bei Mikrofotos?
« Antwort #21 am: 27 Nov 15, 11:12 »
Markus, da fragst du mich jetzt ein bisschen viel :). Ich arbeite mit den Mitus seit ca. 4 Jahren und hab mir das nötige Grundwissen damals vor und kurz nach dem Kauf angeeignet, hpts. über photomacrography.net. Ich bin mir sicher, dass ich das mit den 160mm auch von dort habe. Mit den Werksangaben muss man ein wenig vorsichtig sein (z.B. Schärfentiefe, Arbeitsabstand), denn die beziehen sich meist auf die nackte Optik (inkl. Tubuslinse) ohne Auszug (Tubuslänge). Wie so üblich bei mir, baue ich, wenn die Sache zur Zufriedenheit läuft, dieses Wissen wieder ab, bzw. es fällt der Altersverblödung anheim :). Wenn ich mir eine neue Workstation zur Bildbearbeitung zusammenstelle verfahre ich genauso. Da bin ich kurzfristig up-to-date und weiss so ziemlich alles, aber ein Jahr später darfst du mich nicht mehr danach fragen.

Jedenfalls ist es so, dass bei 160 mm Tubuslänge (von der Schulter des MT-1 bis zur Sensorebene) exakt ein Abbildungsmassstab von 10:1 beim 10-er erreicht wird (bei VF). Bei Verwendung einer konventionellen Optik als Tubuslinse funzt das anders weil beim Fokussieren die Tubuslänge innerhalb des Objektivs variiert wird. Aber solange die Ergebnisse gut sind würde ich mir darüber nicht den Kopf zerbrechen, ausser du hast gesteigerte Ambitionen in die mathematischen Hintergründe dieser Angelegenheit tiefer einzutauchen. Ich selbst bin da eher der Pragmatiker und teste das aus, denn ich brauche mein limitiertes cerebrales Speichervolumen für andere Sachen.

Das Componon ist sehr gut (mir ist nur der Name nicht gleich eingefallen). Und ja, mein Kollege verwendet auch das 135/2 Apo-Sonnar als Tubuslinse und ist, wie gesagt, sehr glücklich damit. Ich hab spasshalber mal das Mikro-Nikkor 200/4 dafür getestet und war weniger angetan, was aber wahrscheinlich nicht am Objektiv sondern eher an meiner nicht-vibrationsfreien Arbeitsumgebung gelegen ist, denn optisch ist das 200-er Nikon über jeden Zweifel erhaben.

Kannst dir ja gerne mal Ergebnisse mit verschiedensten Optiken in meiner mindat-Galerie reinziehen: http://www.mindat.org/gallery-22254.html.

lg

Offline etalon

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Re: Bildausschnitt bei Mikrofotos?
« Antwort #22 am: 27 Nov 15, 21:45 »
Hallo Harald,

Zitat
Jedenfalls ist es so, dass bei 160 mm Tubuslänge (von der Schulter des MT-1 bis zur Sensorebene) exakt ein Abbildungsmassstab von 10:1 beim 10-er erreicht wird (bei VF). Bei Verwendung einer konventionellen Optik als Tubuslinse funzt das anders weil beim Fokussieren die Tubuslänge innerhalb des Objektivs variiert wird.

Hmm, bist du da sicher? Das kann bei vorliegender Konstellation physikalisch eigentlich nicht sein. Um mit einer Tubuslinse mit 200mm FD bei 160mm in den Fokus zu kommen, musst du die Kombi schon ziemlich außerhalb der Specs betreiben. Dadurch erhältst du aber auch einen deutlich größeren Arbeitsabstand. Allerdings sollte sich dadurch auch der Abbildungsmaßstab verändern. Hast du das mal nachgemessen (mit einem Objektmicrometer)? Aber wer weiß, vielleicht habe ich da auch nur was nicht ganz kapiert...
Bei Verwendung eines Teleobjektivs als Tubuslinse sollte dieses eigentlich zwingend auf unendlich fokussiert sein. Ein Fokussieren mit selbigem hätte sonst das Gleiche wie bei deinem Setup zur Folge.

Aber was soll´s, die Ergebnisse zeigen ja, dass es trotzdem funktioniert, denn deine Bilder sind super.  ;)

Vielleicht weiß ja jemand anderes auf meine offenen Fragen noch eine Antwort?

Viele Grüße,
Markus

Offline etalon

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Re: Bildausschnitt bei Mikrofotos?
« Antwort #23 am: 27 Nov 15, 21:56 »
So, ich noch mal...

Ich habe da einen sehr interessanten Thread gefunden:

http://www.photomacrography.net/forum/viewtopic.php?t=23898&highlight=tube+lens+test

Dort schneidet das Raynox-150 in Retrostellung als Tubuslinse zusammen mit dem Mitu sowohl auf der Achse, als auch im Feld deutlich besser ab, als die originale Tubuslinse MT-1. Man macht halt aus z.B. einem 10x ein 7,5x Objektiv...
Und noch ein Vorteil: es kostet noch nicht mal 1/10 der MT-1. Ich hab mir mal eines für diverse Tests bestellt...

Grüße Markus

Online geni

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Re: Bildausschnitt bei Mikrofotos?
« Antwort #24 am: 27 Nov 15, 23:46 »
Hallo Markus,
nimm doch gleich das 250 Raynox in Retrostellung.

Gruß
Gerhard Niceus (geni 8))

ps. sprich doch mal mit Stonmaste (Rainer Ernst)

Offline loparit

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Re: Bildausschnitt bei Mikrofotos?
« Antwort #25 am: 28 Nov 15, 00:17 »
Die 250er Raynox hat eine Brennweite von 109 mm und die 150er von 210mm.

Offline etalon

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Re: Bildausschnitt bei Mikrofotos?
« Antwort #26 am: 28 Nov 15, 08:46 »
Hallo Geni,

Zitat
ps. sprich doch mal mit Stonmaste (Rainer Ernst)

Das werde ich gerne tun, danke.

Grüße Markus

Offline etalon

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Re: Bildausschnitt bei Mikrofotos?
« Antwort #27 am: 28 Nov 15, 08:48 »
Hallo Edgar,

oh, das ist interessant. Ich dachte, die Bezeichnung spiegelt die Brennweite wieder. gibt es zu den Dingern irgend wo ein Datenblatt?

Grüße Markus

Offline loparit

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Re: Bildausschnitt bei Mikrofotos?
« Antwort #28 am: 28 Nov 15, 12:09 »
JA bei den Linsen ist das Datenblatt dabei! Da habe ich die Infos her.
Ich kann es dir ein scannen und zu mailen, falls gewünscht!

Gruß
Edgar

Offline Harald Schillhammer

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Re: Bildausschnitt bei Mikrofotos?
« Antwort #29 am: 28 Nov 15, 13:10 »
Hmm, bist du da sicher? Hast du das mal nachgemessen (mit einem Objektmicrometer)? Aber wer weiß, vielleicht habe ich da auch nur was nicht ganz kapiert...

Sogar exakt nachgemessen, sonst würd ich ja bei meinen Fotos völlig falsche Angaben zur Bildbreite machen. Allerdings, gewundert hat mich diese Diskrepanz auch ein wenig, aber wie gesagt, wenn das Ergebnis passt hinterfrage ich das Ganze nicht mehr sehr intensiv. Ich weiss leider auch nicht mehr genau wo ich das mit den 160 mm her habe, aber es muss einen handfesten Hintergrund haben, denn ich habe die Tubuslänge nicht nach dem zu erzielenden Abbildungsmassstab eingestellt.

Das mit den Raynox hatte ich schon wieder verschwitzt, aber als dieser Test rauskam war mein optisches setup schon fertig ;).
Mit ein Grund warum mir photomacrography.net so taugt - da gibt es eine Menge fähiger Leute die sich die Zeit nehmen um Dinge auszutesten und viele gescheite Fragen zu stellen. Ich wünschte ich hätte diese Zeit - schaffe es nicht mal an der Verbesserung meiner Haptik weiterzuarbeiten.

lg

 

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