Hallo,
In Hüttenwerken werden die gewonnenen Erze verarbeitet und die in ihnen enthaltenen Metalle gewonnen. Zwischen Bergwerk und Hütte steht noch die Aufbereitungsanlage, in der die Erze, Kohlen oder Industrieminerale (nur erstere kommen anschließend in ein Hüttenwerk) von den anhaftenden Mineralen und Gesteinen getrennt werden.
Das Problem der Staublunge ist eher ein physiologisch-medizinisches als ein rein mechanisches. Bestimmte Minerale wie Quarz oder Asbestfasern können in lungengängiger Größe in den Lungenbläschen bleiben. Das allein wäre aufgrund der Selbstreinigungsfähigkeit der Lunge kein größeres Problem. Aber: Alle Silikate und Oxide mit SiO2-Gehalten (nicht gleichzusetzen mit Quarzgehalt, denn Quarz ist nur eine Modifikation von SiO2 unter vielen und Silikate enthalten Si und O als chemische Bestandteile, aber keinen Quarz) von über 55 % (damit auch Quarz oder Granit) und Asbest führen zu einer Reaktion des Lungengewebes und zur zumindest teilweisen Auflösung der Substanz. Dabei wird Bindegewebe gebildet und die Oberfläche der Lunge, die zum Übertritt von Sauerstoff ins Blut bereit steht, verringert. Das nennt man dann Silikose (Silikate, Quarz etc.) oder Asbestose (Asbestfasern). Habe solche Fälle gesehen und kann sagen, dass es kein schöner Tod ist.
Uran muss man differenzierter sehen, da sollte man als Autor aber ohne Grundkenntnisse von Kernphysik, Chemie und Geopolitik eher die Finger von lassen. Zum einen ist die Löslichkeit von Uran stark abhängig vom pH-Wert und von der Oxidationszahl, zum anderen besteht Uran aus unterschiedlichen Isotopen mit unterschiedlichen Halbwertszeiten und unterschiedlichen Zerfallsprodukten. Uran als nicht weiter für den Bombenbau angereichertes Metall ist relativ harmlos, man kann kleinere Stücke getrost im Haus aufbewahren. Die Zerfallsrate ist gering, die Halbwertszeit beträgt für U-238 z.B. 4,5 Milliarden Jahre.
Kurzfristig ist da eher die toxische Wirkung von Uransalzen (z.B. auf die Nieren) von Belang, erst langfristig (im Verlaufe von vielen Jahren bis Jahrzehnten) kann Uran auch Krebs auslösen. Anders sieht das bei den kurzlebigen, oft auch noch gut verstoffwechselbaren Radioisotopen von Cs, Sr, I aus, die aus Kernkraftwerken oder Atombomben stammen und oft schon innerhalb weniger Tage (Jod) bis Jahrzehnte (Cäsium) zerfallen. Diese stellen bei den Atomkatastrophen in der Ukraine und Japan den größten Teil der Gefährdung dar.
Glück Auf!
Sebastian