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Autor Thema: Auf der Suche nach giftigen Mineralien unter Tage  (Gelesen 29424 mal)

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Offline kks

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Re: Auf der Suche nach giftigen Mineralien unter Tage
« Antwort #45 am: 28 Jan 16, 11:31 »
Es ist anzuerkennen, dass die beiden sich informieren wollen.

Zweifellos. Aber: ich würde heutzutage schon erwarten, dass man als Allererstes zumindest mal in Wikipedia reinschaut, bevor man andere Leute belästigt. Dass man dies nicht getan hat, zeigt sich schon an dem von mir monierten Fall des Schwefels. Das disqualifiziert in meinen Augen das Romanschreiberteam schon sehr.

MfG
Klaus
 

Offline ein-Knopf

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Re: Auf der Suche nach giftigen Mineralien unter Tage
« Antwort #46 am: 28 Jan 16, 12:03 »
seit vielen Jahrzehnten schützen sich die Bergleute mit Feinstaubmasken gegen den Quarzfeinstaub, der vor allem beim Streckenvortrieb auftreten kann. Diese Masken filtern genau den sog. lungengängigen Quarzstaub, der < 5 my ist, aus der Atemluft raus.
Gut, aber angenommen, diese Masken fänden keine Verwendung und man atmet Tag für Tag für Tag den Quarzstaub ein, dann ist es durchaus schädlich, richtig?
Was ich auch ganz interessant finde (und auch wichtig zu wissen)ist, dass es wohl wärmer wird, je tiefer man unter der Erde ist. Ich nahm aufgrund eines Besuches in einem Salzbergwerk vor etlichen Jahren mal an, dass es kälter wird, je tiefer man geht (dadrin war es ziemlich kalt)

Wer hat schon die Möglichkeit, in 2 Minuten bis zu 1.500 Meter tief den Schacht runter zu fahren und diese besondere unter Tage Welt zu erleben.
Das ist sicher eine ganz wundervolle Arbeit :) Auch den Zusammenhalt mit den Arbeitskollegen kann ich mir sehr gut vorstellen. Einfach schön. Ich hoffe, du hast noch lange Zeit so viel Spaß daran.

Was den Schwefel angeht, habe ich mich wochenlang dumm und dämlich gesucht in Google und Wikipedia. Dass ich mich jetzt an euch wende, ist meine Hoffnung, hier bessere Informationen zu bekommen (und die bekomme ich ja zum Glück auch :) ).
Belästigen will ich niemanden und es wird auch keiner gezwungen, zu antworten. Genauso wenig möchte ich permanent von jemandem angegriffen werden, der anstelle mir zu helfen, nur darauf rumhackt, dass ich ja keine Ahnung hätte. Dann hilf mir doch! Klär mich auf, erlöse mich von meiner Ahnungslosigkeit. Mit der Information, dass es Gebiete gibt, in denen Schwefel tatsächlich UNTER der Erde vorkommt, kann ich doch was anfangen und recherchiere auch bereits danach (Stichwort Sizilien).

LG, Leon

Offline Salzhase

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Re: Auf der Suche nach giftigen Mineralien unter Tage
« Antwort #47 am: 28 Jan 16, 12:21 »
Hallo Leon,
nur mal Neugierde halber, in welchem Salzbergwerk warst du den?
und das es mit zunehmender Teufe wärmer wird ist eigentlich Allgemeinbildung ( geothermische Tiefenstufe 3 Grad  Kelvin pro 100m)

Glück Auf
Olaf

Offline kks

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Re: Auf der Suche nach giftigen Mineralien unter Tage
« Antwort #48 am: 28 Jan 16, 12:31 »
Was den Schwefel angeht, habe ich mich wochenlang dumm und dämlich gesucht in Google und Wikipedia.

Du bist Dir hoffentlich darüber im Klaren, dass Du mich als Lügner bezeichnest, wenn Du hier behauptest, Du hättest in Wikipedia keinen Hinweis auf unterirdische Schwefelvorkommen gefunden.

Klaus

Offline ein-Knopf

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Re: Auf der Suche nach giftigen Mineralien unter Tage
« Antwort #49 am: 28 Jan 16, 12:45 »
Hallo Leon,
nur mal Neugierde halber, in welchem Salzbergwerk warst du den?

Uff, das weiß ich gar nicht mehr. Ich war da mit meinen Eltern im Urlaub... Ist zu lange her, keine Ahnung. Ich weiß nur noch, dass alle schnell ihre Jacken zuzogen, als es rein ging ^^

Offline smoeller

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Re: Auf der Suche nach giftigen Mineralien unter Tage
« Antwort #50 am: 28 Jan 16, 17:25 »
Hallo,

In Hüttenwerken werden die gewonnenen Erze verarbeitet und die in ihnen enthaltenen Metalle gewonnen. Zwischen Bergwerk und Hütte steht noch die Aufbereitungsanlage, in der die Erze, Kohlen oder Industrieminerale (nur erstere kommen anschließend in ein Hüttenwerk) von den anhaftenden Mineralen und Gesteinen getrennt werden.

Das Problem der Staublunge ist eher ein physiologisch-medizinisches als ein rein mechanisches. Bestimmte Minerale wie Quarz oder Asbestfasern können in lungengängiger Größe in den Lungenbläschen bleiben. Das allein wäre aufgrund der Selbstreinigungsfähigkeit der Lunge kein größeres Problem. Aber: Alle Silikate und Oxide mit SiO2-Gehalten (nicht gleichzusetzen mit Quarzgehalt, denn Quarz ist nur eine Modifikation von SiO2 unter vielen und Silikate enthalten Si und O als chemische Bestandteile, aber keinen Quarz) von über 55 % (damit auch Quarz oder Granit) und Asbest führen zu einer Reaktion des Lungengewebes und zur zumindest teilweisen Auflösung der Substanz. Dabei wird Bindegewebe gebildet und die Oberfläche der Lunge, die zum Übertritt von Sauerstoff ins Blut bereit steht, verringert. Das nennt man dann Silikose (Silikate, Quarz etc.) oder Asbestose (Asbestfasern). Habe solche Fälle gesehen und kann sagen, dass es kein schöner Tod ist.

Uran muss man differenzierter sehen, da sollte man als Autor aber ohne Grundkenntnisse von Kernphysik, Chemie und Geopolitik eher die Finger von lassen. Zum einen ist die Löslichkeit von Uran stark abhängig vom pH-Wert und von der Oxidationszahl, zum anderen besteht Uran aus unterschiedlichen Isotopen mit unterschiedlichen Halbwertszeiten und unterschiedlichen Zerfallsprodukten. Uran als nicht weiter für den Bombenbau angereichertes Metall ist relativ harmlos, man kann kleinere Stücke getrost im Haus aufbewahren. Die Zerfallsrate ist gering, die Halbwertszeit beträgt für U-238 z.B. 4,5 Milliarden Jahre.
Kurzfristig ist da eher die toxische Wirkung von Uransalzen (z.B. auf die Nieren) von Belang, erst langfristig (im Verlaufe von vielen Jahren bis Jahrzehnten) kann Uran auch Krebs auslösen. Anders sieht das bei den kurzlebigen, oft auch noch gut verstoffwechselbaren Radioisotopen von Cs, Sr, I aus, die aus Kernkraftwerken oder Atombomben stammen und oft schon innerhalb weniger Tage (Jod) bis Jahrzehnte (Cäsium) zerfallen. Diese stellen bei den Atomkatastrophen in der Ukraine und Japan den größten Teil der Gefährdung dar.

Glück Auf!
Sebastian

Offline ein-Knopf

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Re: Auf der Suche nach giftigen Mineralien unter Tage
« Antwort #51 am: 29 Jan 16, 08:11 »
In Hüttenwerken werden die gewonnenen Erze verarbeitet und die in ihnen enthaltenen Metalle gewonnen.
Aaah! Seltsamer Begriff für so eine Vorgehensweise. Aber irgendeinen Namen braucht das Ganze ja.

Alle Silikate und Oxide mit SiO2-Gehalten von über 55 % (damit auch Quarz oder Granit) und Asbest führen zu einer Reaktion des Lungengewebes und zur zumindest teilweisen Auflösung der Substanz. Dabei wird Bindegewebe gebildet und die Oberfläche der Lunge, die zum Übertritt von Sauerstoff ins Blut bereit steht, verringert. Das nennt man dann Silikose (Silikate, Quarz etc.) oder Asbestose (Asbestfasern). Habe solche Fälle gesehen und kann sagen, dass es kein schöner Tod ist.
Ugh, das ist übel. Ich hoffe, du hast niemanden auf diese Weise verloren, der dir nahe stand. Das wünscht man echt niemandem.

Uran muss man differenzierter sehen, da sollte man als Autor aber ohne Grundkenntnisse von Kernphysik, Chemie und Geopolitik eher die Finger von lassen.
Uran kommt für uns eh nicht in Frage. Schaden soll es, aber übertreiben wollen wir es dann auch nicht.

Offline Emil Box

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Re: Auf der Suche nach giftigen Mineralien unter Tage
« Antwort #52 am: 01 Feb 16, 00:26 »
Artikel "Giftige Minerale" in "Der Mineraliensammler", Mitteilungsblatt der "Vereinigten Mineraliensammler Österreichs", Folge3, 1981 S. 7-14.
Gekürzte Übersetzung aus "Mineralogical Record" Jan-Feb 1980.
Vielleicht von Interesse?
Milo

Offline Emil Box

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Re: Auf der Suche nach giftigen Mineralien unter Tage
« Antwort #53 am: 01 Feb 16, 00:37 »
@ Leon
Zitat
Ist Quarz denn das eigentliche Produkt, das abgebaut wird, oder ist das einfach zwangsweise dabei, wenn man an was ganz anderes möchte? Und wenn es gezielt abgebaut wird, wofür? Ich glaube, Fenster macht man damit, oder?
Quarz ist meist Nebenprodukt.
Quarzsand-Gewinnung z.B. "Quarzwerke Frechen".
Gruß
Milo

Offline Magnesit

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Re: Auf der Suche nach giftigen Mineralien unter Tage
« Antwort #54 am: 01 Feb 16, 17:05 »

Hallo,

Ich persönlich würde mir trotz der genannten potenziellen Vorteile des Bergbaus ein Thema suchen, über welches ich besser Bescheid weiß. Selbst eine intensive Studie würde kaum für ein korrektes Buch reichen, wenn ein solches gefragt ist.
Auch dass alles nur als Metapher zu verstehen sein soll, ändert nichts am projizierten Falschbild.

Zitat
In diesem Projekt ist es unsere Aufgabe es so realistisch wie möglich darzustellen

Dann darf aber kaum plötzlich in Deutschland jede Maske fehlen und ein illegales Bergbauunternehmen neben dem anderem stehen. ;)

Prinzipiell finde ich die Idee dennoch nicht schlecht, nur die Themenwahl erscheint mir ein wenig schlampig.

Glück Auf!

Offline cmd.powell

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Re: Auf der Suche nach giftigen Mineralien unter Tage
« Antwort #55 am: 04 Feb 16, 20:04 »
Moin

Echt lustige Diskussion hier  ;D Schon cool was man so "verpasst", wenn mal ein paar Tage nicht ins Forum schaut.

Zur Sache: Warum ziehen wir die Sache nicht einmal anders herum auf? Wenn ihr schreibt, ihr benötigt die Informationen als Rahmenhandlung dann schildert doch mal grob, worum es gehen soll bzw. was durch die "giftigen" Mineralien mit den Protagonisten eures Romans passieren soll, dann findet sich hier vielleicht ganz schnell ein passender "Übeltäter", der auch wissenschaftlich plausibel ist. Das wäre sicherlich einfacher, als jedes potentiell gefährliche Mineral auf seine "Tauglichkeit" abzuklopfen.

P.S.: Dazu eine kleine Geschichte, die ich vor Jahren mal auf Arte gesehen habe, ein chinesischer Spielfilm. Die Protagonisten waren zwei Gauner, die von Kohlegrube zu Kohlegrube ziehen. Immer wenn sie bei einer Grube neu angefangen haben, suchten sie sich einen armen Kerl aus, ohne Familie etc., den sie dazu überredeten, sich als ihren Verwandten ausgaben, damit er auch in der Grube arbeiten konnte. Nach ein paar Tagen haben die Gauner dann einen Arbeitsunfall fingiert, bei dem eben jener "Verwandter" ums Leben kam. Da die Gruben in China bestenfalls halblegal sind und die Betreiber Behördenkontrollen fürchten, haben die sich schnell auf eine Abfindung eingelassen - das eigentliche Ziel der Gauner. Wenn das Geld alle war, ging es zur nächsten Grube und das Spiel ging von vorne los. Der Clou war, das die beiden Gauner irgendwann Opfer ihrer eigenen Masche wurden - es gibt immer jemanden, der das Spiel noch etwas besser beherrscht! Der Film kam ganz ohne giftige Mineralien aus  :)

P.P.S.: Bitte nicht fragen, wie der Film hieß - keine Ahnung mehr. Ich bekomme die Handlung auch nur noch grob hin und weiß auch noch, das er OmU war...

Offline ein-Knopf

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Re: Auf der Suche nach giftigen Mineralien unter Tage
« Antwort #56 am: 04 Feb 16, 23:49 »
Quarz ist meist Nebenprodukt.
Super, danke dir :)

Artikel "Giftige Minerale" in "Der Mineraliensammler", Mitteilungsblatt der "Vereinigten Mineraliensammler Österreichs", Folge3, 1981 S. 7-14.
Gekürzte Übersetzung aus "Mineralogical Record" Jan-Feb 1980.
Vielleicht von Interesse?
Sehr sogar! Danke!

Warum ziehen wir die Sache nicht einmal anders herum auf? Wenn ihr schreibt, ihr benötigt die Informationen als Rahmenhandlung dann schildert doch mal grob, was durch die "giftigen" Mineralien mit den Protagonisten eures Romans passieren soll, dann findet sich hier vielleicht ganz schnell ein passender "Übeltäter", der auch wissenschaftlich plausibel ist. Das wäre sicherlich einfacher, als jedes potentiell gefährliche Mineral auf seine "Tauglichkeit" abzuklopfen.
Das finde ich eine gute Idee! Im Grunde können wir die genauen Leiden allerdings gar (noch) nicht eingrenzen. Die Protagonisten sollen krank durch die Arbeit im Stollen werden und teilweise sogar sterben (was bei Kindern zusätzlich auch durch Erschöpfung und Nahrungsmangel passieren kann).
Aufgrund der bisherigen Antworten hier, hatten wir uns grob in die Richtung "schädlich beim einatmen" begeben und uns für Fluorit entschieden (wegen entstehender Staub und Silikose). Falls du einen Gegen- oder sogar einen besseren Vorschlag hast, der in diese Richtung passt, immer her damit :)

LG, Leon
« Letzte Änderung: 04 Feb 16, 23:55 von ein-Knopf »

Offline Walpurgin

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Re: Auf der Suche nach giftigen Mineralien unter Tage
« Antwort #57 am: 05 Feb 16, 07:44 »
Kurzer Einspruch...Zitat:
Zitat
Das finde ich eine gute Idee! Im Grunde können wir die genauen Leiden allerdings gar (noch) nicht eingrenzen. Die Protagonisten sollen krank durch die Arbeit im Stollen werden und teilweise sogar sterben (was bei Kindern zusätzlich auch durch Erschöpfung und Nahrungsmangel passieren kann).
Aufgrund der bisherigen Antworten hier, hatten wir uns grob in die Richtung "schädlich beim einatmen" begeben und uns für Fluorit entschieden (wegen entstehender Staub und Silikose). Falls du einen Gegen- oder sogar einen besseren Vorschlag hast, der in diese Richtung passt, immer her damit :)

Um welche Zeit soll den eure Geschichte spielen....nicht das ihr den Historischen Kontext auseinanderhaut.
(Flussspatbergbau ist eine ziemlich neue Erscheinung würde sich also beissen wenn ihr die Geschichte ins 17 Jahr. legt.)

Offline Sebastian

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Re: Auf der Suche nach giftigen Mineralien unter Tage
« Antwort #58 am: 05 Feb 16, 07:54 »
Bitte lest auch vorher etwas ein was das ist worüber ihr schreibt. Silikose und Fluorit wird schwierig, außer ihr meint das beim Flussspatbergbau ein Problem mit Quarz herrscht. Insgesamt ist wieder wunderschön der Kontrast von Kunst und Wissenschaft zu sehen. Zwischen Freigeist und Scientific Correctness. Nicht einfach aber lösbar, wichtig ist nur eine entsprechende Recherche.
Beste Grüße
Sebastian

Offline ein-Knopf

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Re: Auf der Suche nach giftigen Mineralien unter Tage
« Antwort #59 am: 06 Feb 16, 11:05 »
Um welche Zeit soll den eure Geschichte spielen....nicht das ihr den Historischen Kontext auseinanderhaut.
(Flussspatbergbau ist eine ziemlich neue Erscheinung würde sich also beissen wenn ihr die Geschichte ins 17 Jahr. legt.)
Es spielt im Jahr 2021, also sozusagen in der aktuellen Zeit. Wenn Fluorit also relativ "neu" ist, kommt uns das ja wie gerufen.

@ Sebastian:
Dass Fluorit mit Quarz auftreten kann haben wir bereits in Erfahrung bringen können, daher ist dieses Mineral unser größter Favorit zur Zeit. Wie gesagt, die Kinder bekommen keinerlei Schutzkleidung (außer vielleicht großzügigerweise mal ein kaputtes paar Handschuhe), da braucht es gar nicht sooooo viel, um krank zu werden.