Hallo Wilhelm,
ich bin zwar kein Spezialist für Trilobiten, aber habe regelmäßig mit Tieren zu tun, die sich häuten, mit Krebstieren. (Da Häutungen bei Krebstieren und bei Spinnen quasi gleich ablaufen und die Trilos zwischen den beiden Gruppen stehen, gehe ich davon aus, daß es bei denen ähnlich ist)
Die Häutung wird durch eine Reihe von biologischen Vorgängen eingeleitet, die von aussen nicht sichtbar sind. So wird z.B. viel von dem Material, das in der "alten" Haut steckte, abgebaut und in bestimmten Organen im Körper gespeichert. Hauptsächlich handelt es sich hierbei um Calcium, aber auch um Provitamin A.
Ein bestimmtes Häutungshormon wird ausgeschüttet und bei Krebsen öffnet sich die Spalte zwischen dem Cephalothorax (Das Kopf-Brustsegment) und dem Schwanz, während bei Spinnen ein Stück des Rückens abgesprengt wird. Die Tiere legen sich dann auf die Seite, Krebse krümmen sich soweit es geht und ziehen sich aus dem entstehenden Loch hinaus. Das ist sehenswert!
Nachdem die Tiere aus dem Loch heraus sind, pumpen sie soviel Wasser, wie es nur geht in die Gliedmaßen, um möglichst groß zu sein, wenn die neue Haut aushärtet, das Chitin also auspolymerisiert. Krebse fressen die alte Haut oft.
Ich gehe davon aus, daß die Sache bei Trilos prinzipiell genauso abgelaufen ist.
Nun kommt der für die Fossilisierung interessante Teil: Die einzelnen Segmente der Häutung ("Exuvie") hängen nur an sehr dünnen Häutchen aneinander. Diese verwesen sehr leicht, ein bißchen Wellenschlag und kleine Partikel mit viel Oberfläche werden schnell weggespült. Das könnte die Trilo-Rückenschildsegmente ebenso treffen wie bei Langschwanzkrebsen die Schwanzsegmente.
schöne Grüße
Tobias