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Radioaktive Mineralien

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joachimotto:
Ist wie mit dem Bergsteigen. Bergsteigen kann tödlich sein, deswegen machens viele nicht. Aber manche machens so gerne, das sie das Risiko auf sich nehmen. Und manchen wohnen in bergigen Gegenden, denen bleibt nichts anderes übrig als oft bergzusteigen (und die können dann meist auch gut damit umgehen).
Ich denke, die Frage wie hoch das Risiko nun ist, ist berechtigt. Aber es gibt leider keine klare Antwort.

berthold:
Hallo,

@caliastos

--- Zitat ---aber was ist mit der natürlichen strahlung? solange man keine künstliche dosiserhöhung betreibt ist das egal. so dürfte man nicht mal in bergwerke gehen.
--- Ende Zitat ---

Die natürliche Strahlung schwankt von Ort zu Ort. Epidemologische Studien sagen dass das Krebsrisiko in Gebieten mit hoher natürlicher Strahlung höher ist. Bautechnisch versucht man das Radon mittels unter dem Keller eingebauter Sperrfolie in Grenzen zu halten. 1) Also, egal ist das wohl nicht. Und zu den Bergwerken: Bei Uran-Bergarbeitern ist Lungenkrebs durch Radon eine anerkannte Berufskrankheit. In den Anfängen des Bergbaus ist sie als Schneeberger Krankheit bekannt geworden und hat praktisch alle Bergleute in der Umgebung von Schneeberg im Erzgebirge getötet. Oder schau Dir mal die Lungenkrebs-Quote der Arbeiter der ehemaligen Grube Hagendorf-Süd an - auch da (im Pegamtit) war es das Radon.

@Frank:
Über welche Dosisbereiche reden wir?

*Im Freien haben wir etwa 15 Bq/m³ Luft,
*Druchschnittliche Luft in Räumen in Deutschland: 59 Bq/m³
*vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit  vorgeschlagener Grenzwert für Luft in Gebäuden: 100 Bq/m³
*EU Planungsrichtwert: 200 Bq/m³
*EU Eingreifrichtwert:  400 Bq/m³
*Eine medizinische Wirkung für Radontherapie wird ab ca. 37.000 Bq/m³ (1 nCi/l) Atemluft erwartet,
*"optimale" medizinische Wirkung bei 3.000.000 Bq/m³ Atemluft.

Und es liegen schon gesicherte Daten im unteren Bereich vor: Neuere Untersuchungen zeigen, dass bei langjährigem Aufenthalt in Räumen das zusätzliche Risiko an Lungenkrebs zu erkranken um 10% pro Anstieg der Radonkonzentration um 100 Bq/m³ zunimmt.2)

Wer würde sich -ohne Not- zehn Röntgenaufnahmen der Lunge machen lassen - was etwa der Strahlenbvelastung einer Badeanwendung entspricht 3)? Mit den A-Regeln gebe ich Dir vollkommen Recht (Ergänzung: Auch Abstand nehmen von Radon-Bändern).

Gruß
Berthold

Quellen:
1) http://www.welt.de/wissenschaft/article710055/Unfreiwillig_eingeatmetes_Radon_zweithaeufigster_Grund_fuer_Lungenkrebs.html
2) http://www.bfs.de/bfs/druck/infoblatt/Radon_Haeuser
3) http://www.naanoo.com/blogartikel_4062_56.html

Krizu:

--- Zitat von: berthold am 17 Nov 08, 18:46 ---
@Frank:
Über welche Dosisbereiche reden wir?


--- Ende Zitat ---

Boah, frag was einfacheres, war damals in der Strahlenschutzschulung. Es ist aber der ganz untere Bereich ;)

MfG

Frank

cmd.powell:
Tja, ich weiß ja nicht, wie ihr das seht, aber ich hoffe an der ganzen Diskussion über radioaktive Minerale und deren Gefahr für Leib und Leben sind derzeit ausschließlich Nichtraucher und Nicht-Trinker beteiligt. Alle anderen sollten sich lieber Gedanken um ihren Zigaretten/Alkohol-Konsum machen, anstatt sich um irgendwelche Radonbelastungen den Kopf zu machen, die durch Kellersohlen sickern. Ich bin der Meinung, neben der einen Sache Radioaktivität gibt es locker noch 1000 bis 10000 wenn nicht gar 100000 Sachen, die einem das große K bescheren können. Ich rauche nicht, ich trinke nicht (also keinen Alkohol), also kann ich mein Krebsrisiko durch meine radioaktiven Minerale schon wieder etwas kompensieren - rein statistsich. Wann ich Krebs bekomme, ist eh eine Frage der Zeit, und ob das dann an der Torbernitstufe im Schrank, dem Dieselmotor auf der Straße oder dem Gammaburst auf der anderen Seite des Universums liegt, ist mir letztlich Wurscht...

P.S.: Nachweislich ist die radioaktive Belastung an meiner Schlafstätte durch die Torbernitstufe in der Vitrine (ca. 4 m entfernt) geringer als die durch meine Frau (ca. 0 - 0,5 m entfernt - je nach Aktivität - also jetzt nicht die radio... *lol*)

berthold:
Hallo,

hmm, der Einwand mit dem Zigarettenkonsum ist schon angebracht. Auch da ist es ja wieder die Alpha-Strahlung, vom Polonium ausgehend, ein wesentlicher  Faktor. Die Dosis die ein Raucher da abbekommt liegt in der Größenordnung vergleichbar mit 250 Röntgenaufnahmen pro Jahr 1). Einen Vergleich mit ähnlicher Dosisleistung durch eine 14-tägige Radon-Bäderkur kann ich mir jetzt nicht verkneifen. Jetzt darf man natürlich die Dosisleistungen der einzelnen Strahlungsquellen nicht getrennt betrachten. Ich sage, die Gafahr liegt in der Summe.  Also, ich stelle mir gerade mal einen rauchenden Bergarbeiter vor, der dann mal eine Radon-Kur macht...

Dass von Sammlermineralien -wenn alles richtig gemacht wird- keine nennenswerte Erhöhung der Dosis ausgeht, da bin ich mir recht sicher.  Zum sicheren Umgang gehört meiner Meinung nach auch, dass man radioaktive Mineralien nicht in Schlafräumen lagert (wegen Staub und Radon, nicht wegen direkter Strahlung).

@cmd.powell: Nachweislich ist die radioaktive Belastung an meiner Schlafstätte durch die Torbernitstufe in der Vitrine (ca. 4 m entfernt) geringer als die durch meine Frau (ca. 0 - 0,5 m entfernt - je nach Aktivität. Da ist ein Denkfehler drinnen: Ich vermute Du gehst vom K-40 aus. Das K-40 macht nur 10% der natürlichen Radioaktivität aus (und Deine Frau wird kein Alpha-Strahler sein - und selbst wenn Raucherin, Alpha geht nicht so weit). Und jetzt lasse mal den lungengängigen Staub von Deiner Torbernit-Stufe kommen. 

Gruß
Berthold

Quellen: 1) http://www.sueddeutsche.de/panorama/artikel/367/32335/

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