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Datenbank für die technischen Mineraldaten
Stefan:
Hallo Uwe u. Stollentroll,
ich habe bisher online noch keine einzige Stelle gesehen wo der "neue" Strunz angewendet wurde. Eine Umstellung wäre natürlich möglich, ich denke aber dass dies zu massiven Verwirrungen führen wird.
Wie wird das in der Fachliteratur gehandhabt? Jedesmal mit Angabe welcher Strunz verwendet wurde? Auch Lapis, Mindat, Webmineral wer auch immer verwendet ihn nicht.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass irgend jemand oragnische Silikate oder Phosphate die zu Sulfaten werden gut findet. Das ist das beabsichtigte Chaos. Die Einführung von Boraten als Gruppe X (10) wäre ja vertretbar, aber alles nach hinten zu verschieben erklärt für mich die ausbleibende Akzeptanz. Ich bin definitiv gegen eine Umstellung, eine Parallelstellung / Angabe halte ich für tragbar.
Gruß Stefan
McSchuerf:
Ich kann mich als langjähriger Systematiksammler (gewohnt an die 'alte' Strunzsche Systematik..siehe auch das 'alte' Werk von Klockmann... der Argumentation von Stefan nur anschließen. Ich werde auch nicht mehr umsatteln. Ich sehe keine Sinn in der neuen Systematik..Trennung Carbonate und Borate ....o.k. aber welchen geistigen Nährwert hat die neue Systematik jetzt für uns Sammler insgesamt aber auch für die Wissenschaftler (Mineralogie)? Kann ich nicht nachvollziehen. :-\
Auch hätte ich gerne mal ein Bespiel für ein 'Germanat' von jemandem bekommen... ??? ::)..taucht in der neuen Systematrik auf. Was sollen das für Minerale sein und was haben die bei den Zeolithen verloren.
Gruß Peter
stollentroll:
Kriterium für eine neue Systematik kann ja nicht sein, ob dann die Sammler ihre Dosen umsortieren müssen oder nicht. Die Entdeckung neuer Minerale und neue Strukturanalysen führen einfach dazu, dass eine Systematik irgendwann nicht mehr richtig passt. Neue Minerale mit neuen Strukturen müssten dann einfach in irgendwelche Gruppen mit reingestellt werden, nur damit sie irgendwo untergebracht werden. Und schließlich stehen dann in einer Gruppe Minerale, von denen man weiss, dass sie nicht zusammen gehören, aber nur, damit nicht umsortiert werden muss, packt man sie zusammen. Das kann ja nicht die Lösung sein. Wenn man neue Erkenntnisse nicht berücksichtigt, und man alles beim alten lässt, wird eine Systematik irgendwann sinnlos.
Sicher ist die neue Systematik nicht der Weisheit letzter Schluss, und ich finde auch ein paar Punkte, die ich anders machen würde. Auf jeden Fall ist sie aber besser als die alte. Sie ist in sich besser und konsequenter strukturiert als die alte, was die Anordnung der Gruppen und Reihen betrifft. Das betrifft z.B. besonders die Sulfosalze und die Borate.
Wenn man sich z.B. die 1. Auflage und spätere Auflagen vom Strunz ansieht, wird man auch große Unterschiede feststellen. Nutzt jemand noch die Systematik der ersten Auflage, nur weil er mal damit angefangen hat ? Ich kenne keinen.
Dass sich die neue Systematik durchsetzen wird, ist nur eine Frage der Zeit. Und da jedes Jahr 50 - 60 neue Minerale dazu kommen, wird man irgendwann feststellen, dass man dann für 5000 oder 6000 Minerale eine veraltete Systematik hat, statt jetzt für 4000 - 4500.
Bei Mindat wurde diskutiert, die neue Systematik zu verwenden, und man fand es auch sinnvoll, nur hat sich bisher keiner bereit erklärt, die Arbeit zu machen.
Und, das umsortieren der Sammlung ist doch eine gute Gelegenheit, sich mal wieder die Stücke anzusehen und sich mit ihnen zu beschäftigen .......
Ich bin übrigens auch langjähriger Systematik-Sammler, und meine Sammlung ist inzwischen nach dem neuen Strunz geornet.
Ein Beispiel für ein Germanat ist Carboirit, FeAl2GeO5(OH)2, mit Chloritoid-Struktur (bildet auch Mischkristalle mit diesem). Die Germanate stehen übrigens nicht bei den Zeolithen.
Glück Auf,
der stollentroll
Stefan:
Ob Sammler umsortieren müssen wird sicher auch nicht das Kriterium für/gegen eine neue Einordnung der Mineralien sein.
Ich sehe die überflüssige Problematik der Missverständnisse. Es ist in meinen Augen tödlich für gleiche Minerale in großem Stiele 2 gleich bezeichnete Systematiken einzuführen. Das stößt zwangsläufig auf Missverständnisse.
Warum nicht eine geringfügig andere Schreibweise, an der ich erkenne ob es sich um die Alt oder Neu Systematik handelt, einführen. Von mir aus alt römische Zahl neu latainische Zahl und schon wäre das Problem eindeutig behoben. Zeugt für mich von fehlendem Blick über den Tellerrand und soviel Engstirnigkeit ärgert mich.
Die Frage wie das in der wissenschaftlichen Literatur sicher gestellt wird dass von der "neuen" Systematik die Rede ist, ist derzeit immer noch unbeantwortet. Auch hätte ich gerne ein paar Quellen gesehen wo sie bereits angewendet wird. Wie gesagt online habe ich noch nichts gefunden, was nicht heißen soll das es das nicht gibt. Ich frage so penetrant, um die wirkliche Akzeptanz etwas auszuloten oder ob hier nicht wieder etwas durchgesetzt werden soll was so keiner will. Vielleicht gibt es ja auch eine eindeutige Unterscheidung von der ich nichts weiß ???
Ich kann mich so nur über das Vorgehen wundern und verstehe dass keine Datenbank Lust hat das umzusetzen. Ich kann mir die Flut der Verwunderten vorstellen, die überall eine andere Systematik vorfinden. Solche Aktionen darf man in meinen Augen nur mit eindeutigen Veränderungen die das neue System Kennzeichnen durchführen. Dann ist das tragbar und legitim.
Mein Vorschlag: Wir werden kurzerhand beide Systematiken eindeutig gekennzeichnet aufführen und das Problem wird etwas abgefedert.
Ist halt wie überall, irgend jemand setzt seine in seinem homogenen Umfeld gut zu befindenden Ideen um und alle anderen dürfen den Mist ausbaden ::). Das alles hindert uns natürlich nicht daran auch die neue Systematik mit aufzunehmen, auch wenn ich das Vorgehen für inakzeptabel halte!!
Gruß Stefan
Uwe Kolitsch:
Laut Chem. Abs. wird die neue Systematik in 11 Fachzeitschriftartikeln zitiert.
In Georef wird man sicher noch weitere Zitierbeispiele finden.
"Die Frage wie das in der wissenschaftlichen Literatur sicher gestellt wird dass von der "neuen" Systematik die Rede ist, ist derzeit immer noch unbeantwortet."
Das machen die Gutachter, die Associate Editors und die Chief Editors, die darauf pochen, daß keine veraltete Systematik zitiert wird..
Gruß & GA, Uwe
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