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Sehr brisantes Thema !!!

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loparit:
Hallo Leute,

glaubt ihr denn wirklich dass es irgend jemanden interessiert ob da ein Schacht oder sonstwas zerstört wird. Mein Gott wacht auf und schaut mal was in diesem Land abgeht. Wir werden doch schon lange nicht mehr gefragt. Bei uns hier im Saarland wird eine Grube nach der anderen dicht gemacht und da geht es um Arbeitsplätze und trotzdem werden die dicht gemacht. In 200 Jahren fragt doch keiner mehr nach einem Pucherschacht oder nach eine Halde in Schneeberg oder im Saarland oder im Harz oder im Siegerland oder oder oder
Hauptsache jetzt werden große Aufträge vergeben und richtig Geld verdient, wenn auch nur für ganz wenige!

Trauig aber wahr !

Gruß loparit

uwe:
Hallo Leute,

laßt mal die Kirche im Dorf, wie man so schön sagt. Ich habe mir den Streckenverlauf mal angesehen. Er geht meist durchehemalige Truppenübungsplätze, sowohl bei Schneeberg als auch bei Johanngeorgenstadt. Hier wird nichts zerstört was unbedingt zu erhalten wäre. Außerdem, die Strecken sind von Fachmännern geplant. Kein Ingenieur wird eine Verkehrstrasse durch altes Bergbaugelände führen. Das  wäre viel zu teuer wegen unerwarteter, unbekannter Baue. Die Umgehungsstraße Marienberg  mied auch die Bergbaulandschaft an der Drei Brüder Höhe, obwohl das kürzer und einfacher gewesen wäre. Deshalb sollte man auch keine allzugroße Erwartungen an Fundmöglichkeiten stellen.

Last Euch mal nicht vor den Karren der Bürgerinitiative spannen. Denen geht es doch nicht um den Erhalt historischer  Bergbaulandschaften sondern um die Vermeidung möglicher Wertverluste oder notwendiger Aufgabe von angrenzenden Privatgrundstücken. Vieleicht hat auch schon jemand ein Auge auf die Flächen geworfen. Eine Bürgerinitiative ist dann schnell ins Leben gerufen.

Demnächst soll auf dem Feld, wo die überackerte Halde vom "Güldnen Falk" liegt, eine Eigenheimsiedlung entstehen. Davon ist auch die Ansicht der alten Bergbaulandschaft viel intensiver gefährtet.  Aber  hier  erhält der Besitzer viel Geld und es beschwert sich keiner.

Ja Moni,  gemütlich kann man heute auf den zu entlastenden Straßen kaum fahren. Ein  Blick auf die Landschaft verbietet sich, da man sonst auf den Vordermann der Kolonne auffährt.

Glück Auf
Uwe

Bergmeister:
@Uwe:

Na von wegen von "Fachmännern" geplant und "Streckenführung nur durch ehemalige Truppenübungsplätze". Da solltest Du die Topografische Karte aber nochmal etwas genauer studieren.

Die Anbindung erfolgt von Grießbach und führt mit der ersten Brücke über das Tal des Mühlbergs direkt beim Technischen Museum Siebenschlehner Pochwerk vorbei. Die können ihren Laden dann gleich als Erste dichtmachen. Weiter geht es über die Haldengelände Michaelismaßen, Fundgrube Gesellschaft, Fundgrube Beust sowie Schindler und Anna. Weiter geht es Richtung Priesterhalde und jetzt erst nähert man sich oberhalb von Wolfgangmaßen einen kleinen Bereich des Truppenübungsplatzes und verlässt das Revier in Richtung Zschorlau. Hier wird also Deiner Meinung nach "nichts zerstört was unbedingt zu erhalten wäre"??? So, so ... Komische Ansichten für einen ausm Aarzgebirch.

Mit dem südlichen Abschnitt Richtung Johann´stadt mit den geschützten Biotopen bist Du auch nicht ganz im Bilde.

Nee, nee, das ist nicht nur die Bürgerinitiative - auch die Bergbauvereine laufen bei dieser Art von Planung Amok. Es ist in der Region bekannt das sich die Schneeberger Stadtverwaltung in keiner Weise mit ihrem Erbe und der Tradition verbunden fühlt. Ganz im Gegenteil. Was hier abgeht und wie Leuten, denen das Erhalten dieser Werte etwas bedeutet, das Leben erschwert wird ist stellenweise ganz unfassbar.

Ach ja, das Gerücht mit der Eigenheimsiedlung auf dem Acker vom GüFa hält sich mittlerweile auch schon ziemlich lange ;D. Und selbst wenn dort irgendwann mal gebaut wird - man befindet sich lediglich am Rand des Reviers mit dem eh schon touristisch erschlossenen Filzteich. Das ist ja wohl kein Vergleich zu einem Trassenbau.


Glück Auf!

uwe:
Hallo Bergmeister,

auf den kleinen Skizzen sieht es so aus, als würde die neue Trasse weiter westlich Richtung Griesbach geführt und käme dann durch den Wald am Waldschacht vorbei Richtung Zschorlau. Das würde meiner Meinung nach Sinn machen. Eine Brücke unmittelbar neben den Pochwerk Siebenschlehen wäre natürlich wirklich übel. Eine Trasse durch dieses alte Bergbaugelände zu führen halte ich auch aus Gründen der Sicherheit des Untergrundes für gefährlich. Da stimme ich Dir zu.

Von der Brücke mal abgesehen ist aber eine Straße nicht halb so schlimm, wie die überall entstehenden Windkraftwerke. Die verschandeln die Landschaft wesentlich mehr - und da gibt es keine Bürgerinitiativen.

Also wenn die Trasse wirklich so laufen soll, wie Du beschrieben hast, dann kann ich mich Deiner Meinung anschließen. Mich wundert es allerdings, daß die Schneeberger Stadtverwaltung da nichts unternimmt. Wer hat den die gewählt ?

Glück Auf
Uwe

Bergmeister:
Hallo Uwe,

ich bin mit mehreren Schneeberger Bergbauvereinsmitgliedern bekannt und befreundet und weiß daher den geplanten Trassenverlauf durch die Bergbaulandschaft aus absolut zuverlässiger, weil direkt betroffener, Quelle. Wie Du schon richtig erkannt hast würde ein Verlauf weiter westlich im Bereich Waldschacht kein größeres Problem darstellen. Schneeberg währe damit aus dem Schneider.

Die in der Stadt etwas zu sagen haben sind "Wölfe im Schafspelz". Nach außen hin immer schön lächeln und hintenrum behindern und quertreiben. Vereine, denen öffentlich gehuldigt wird, werden rigeros in die Knie gezwungen. Die wohl kopfschüttelndste Anekdote hierzu:  Mitglieder eines Vereins wurden angezeigt, da während der Befahrung einer Grube nachwachsende Rohstoffe beschädigt wurden. Mit nachwachsenden Rohstoffen waren Kobaltblüten in Form von Ausblühungen an Stößen und Firsten gemeint  ;D. Das kann ja wohl nur einem absolut krankhaftem Gehirn entstammen und somit dürfte der geplante Trassenverlauf wohl kaum verwundern

Glück Auf!

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