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Autor Thema: Natürlich oder nicht natürlich, das ist hier die Frage  (Gelesen 17382 mal)

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Offline Krizu

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Re: Natürlich oder nicht natürlich, das ist hier die Frage
« Antwort #30 am: 20 Dec 08, 11:18 »
Hallo,

@Krizu - gut genau genommen hast du Recht - "gleich" harte Proben ritzen sich gegenseitig im
selben Maße..
Allerdings ist diese Härte-differenz i.d.R. dtl. geringer, als man es auch mit halben Mohs-Graden
ausdrücken könnte - von daher ist auch die Behauptung nicht falsch, daß man :
wenn weder A-B, noch B-A dtl. ritzt, von einer gleichen Mohs-härte ausgehen kann / muß.

Ganz ähnlich verhält es sich m.M.n. mit den Härtedifferenzen an verschiedenen x-Flächen,
Spaltflächen, Aggregaten, etc., auf die immer wieder von ganz besonders Schlauen hin-
gewiesen wird. Das ist an sich nat. nicht falsch, aber das diese mehr als eine halbe Mohs-
stufe ausmachen, ist eher die Ausnahme (und über die Ausnahmen, die es da gibt sollte
man eben Bescheid wissen). Man kann also durchaus nicht nur an echten xx-flächen einen
Härtetest vornehmen. Wenn man sich des Problems dabei bewußt ist, und die daraus
resultierende Ungenauigkeit über eine entsprechende Ergebnis-toleranz mit einbezieht
kommt man sicherlich auch zu einem brauchbaren Resultat.
Bei angewittertem, oder sonst wie beanspruchten Material wirds dann schon eher problematisch,
da die Differenzen dabei schnell mal mehr als eine halbe Mohs-stufe ausmachen können.

"...Jeder sieht den Kratzer auf der Fläche, keiner den Abrieb der Spitze..." - och doch, sooo
schlimm ist es dann ja doch noch nicht - mir sind diese Feinheiten, nach mittlerweile gut
20 Jahren mit dem Hobby durchaus bewußt - aber vlt. ist das ja dem einen oder anderen
Mitleser hier nocht nicht bekannt gewesen ...


Hallo, darf ich das letzte Wort haben?
Zusammenfassung:
Bei angewitterten, amorphen oder teilkristallinen Proben ist die Bestimmung der Ritzhärte eher ein Abschätzung, da das Material inhomogen ist.
Bei Kristallen variiert die Härte je nach Flächelage und Ritzrichtung (meine Erfahrung: teilweise erheblich!). Dabei muss von links nach rechts
nicht gleich rechts links sein (das sind die kleinen unterschiede, die du nur im automatisierten Betreib bemerkst).
Wichtig ist nicht nur eine Betrachtung der geritzten Fläche sondern auch die Betrachtung der ritzenden Spitze.
Nachkommastellen sind nicht glaubwürdig.
Wenn sich Pärchen gegenseitig ritzen, ist die Härte gleich.
Wenn nichts zu erkennen ist, liegt ein Fehler vor oder die Härten sind vergleichbar.

ok?

MfG

Frank


« Letzte Änderung: 20 Dec 08, 12:12 von Krizu »

Offline Lapislazuli

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Re: Natürlich oder nicht natürlich, das ist hier die Frage
« Antwort #31 am: 20 Dec 08, 14:52 »
Ja, bei der Härtebestimmung habe ich einen Denkfehler gehabt; hätte nie gedacht, dass dadurch eine so lange Diskussion angefacht wird. :P

@ Helicat: Na da warst du ja mit dem Namen Milchopal doch auf der richtigen Spur. ;) 

Jetzt will ich es aber nochmal genauer Wissen. Im Internet habe ich folgendes über die Entstehung gelesen: Kieselsäure wurde aus Gestein ausgelöst und hat sich in Spalten und Hohlräumen angereichert. Es sind so "Blasen" mit Kieselsäure entstanden. Durch langsamen Wasserentzug über 1000de von Jahren ist die Kieselsäureblase langsam zu Gel geworden und dann weiter auskristallisiert ect. (vereinfacht dargestellt).
Nun meine Frage: Wann sind die Manganoxyddendriten im Milchopal entstanden? Kann das schon geschehen sein, als der Opal noch aus Gel bestanden hat? Kann mir nämlich nicht vorstellen, das Baumdendriten einfach so in einem homogenen Gefüge in ihrer angestrebten Form wachsen können. In Gel könnten sie dieses ja verdrängt haben und ihre jetzige Baumform eingenommen haben (ist das Auskristallisieren von Manganoxyd in einer Gelsubstanz überhaupt möglich?). Im solnhofener Plattenkalk haben Sie ja die Gesteinsschichten und Risse zum Wachsen. Bei meinem Opal wachsen sie auch in ein paar Rissen, aber die Meisten scheinen ohne Risse einfach direkt reingewachsen zu sein. Wenn die Dendriten aber erst im fertig ausgebildeten Opal gewachsen sind, müsste dieser ja extrem porös sein, damit die Dendriten ihre bevorzugte Baumstrucktur annehmen konnten. Kann mir das nicht so richtig vorstellen. Was meint Ihr zu dem Ganzen? ::)

Glück auf

Edgar

Offline caliastos

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Re: Natürlich oder nicht natürlich, das ist hier die Frage
« Antwort #32 am: 20 Dec 08, 15:47 »
ich glaube du solltest dich von dem bild befreien, dass du eine dichte materie ohne makel vor dir hast. das ganze spielt sich oft in bereichen ab, die du kaum sehen wirst. in starker vergrößerung sieht eine glatte fläche furchtbar aus. risse, löcher, defekte, noch und nöcher, auch wenn von außen gesehen super poliert ist. das bischen reicht den lösungen schon. nimm nur mal granit, sonne und eis. egal wie dicht, irgendwann ist der granit nur noch sand.

bei den dendriten hast du auch eben winzige defekte, in der sich die lösung ausbreitet. inwieweit das ob das schon im teilverfestigten zustand passiert weiß ich nicht. denkbar, aber kein muß. alles nur eine frage der zeit um die wegsamkeiten zu schaffen. und wie gesagt, die molekühle sind klein, die wegsamkeiten enorm.
such einfach mal nach REM-aufnahmen eines minerals und du siehst wie die oberfläche wirklich aussieht. hier mal quarz http://images.google.de/images?hl=de&rlz=1B3GGGL_deDE274DE274&q=rem%20quarz&um=1&ie=UTF-8&sa=N&tab=wi und opal http://images.google.de/images?q=rem%20opal&sourceid=navclient-ff&ie=UTF-8&rlz=1B3GGGL_deDE274DE274&um=1&sa=N&tab=wi

Offline Lapislazuli

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Re: Natürlich oder nicht natürlich, das ist hier die Frage
« Antwort #33 am: 21 Dec 08, 20:55 »
Hallo, vielen Dank allen Schreibern für ihre Bemühungen. :) Schade, das wir nicht klären konnten, in welchen Zustand des Opals die Dendriten entstanden sind. Sonst waren Eure Beiträge ja wirklich wieder sehr Informativ und interessant.

@ caliastos: Danke für den Link, sind gute Bilder drin, mit denen ich mir etwas mehr unter dem Aufbau vom Opal etc. vorstellen kann.

Glück auf

Edgar

 

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