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Euer kuriosestes Sammelerlebnis

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Reaktor:
Kurios war bei mir fast das ganze Jahr 2006 - von den paar Exkursionen die ich geplant hab hatte ich 5 (!) mal Treibjagden in dem interessanten Gebiet  ::)
Immer in anderen Gebieten und zu unterschiedlichen Jahreszeiten und besonders ärgerlich wenn man über 100km unterwegs ist für nichts.

Das "Beste" war allerdings im Harz: vom Kloster Michaelstein erst zur Höhlenkirche Volkmarskeller und dann in der Nähe Altbergbau anschauen. So war es zumindest geplant. Nach über einer Stunde Wanderung war dann keine 20m vor der Höhlenkirche der Waldweg wegen Treibjagd gesperrt ...

Soviel zum Thema Glück ;)

Kilo:
@steinjäger:
Hast recht es ist Stilbit. Auf der Oberurseler Börse hat TKMineral meine letzten Zweifel beseitigt, danke dafür.
Gruß Kilo

Maulwurf:
Glück Auf ,
ich habe da zwei Geschichten im Angebot.

Nr.1
Im Frühjahr 2003 ging es mit der Jugendgruppe vom Verein zur Caspari bei Arnsberg, vor der Tour rief der Jugendleiter an und sagte, dass wir nur kleines Werkzeug mitnehmen sollten, was nicht so aus dem Rucksack rausguckt, damit wir kein unnötiges Aufsehen erregen. Gesagt, getan, auch sind wir (der Jugendgruppenleiter hatte sich vorher schlau gemacht wo ungefähr der "Grünrock" wohnt) so nach Uentrop reingefahren, dass wir nicht beim Förster vorm Haus durchs Dorf gefahren sind. Als wir aber an der Halde waren dauerte es keine halbe Stunde bis der Förster laut schimpfend  erschien.
An dieser Geschichte kann man folgendes erkennen:
1. Wir sind in Deutschland, wo das Verpetzen  lange Tradition hat.
2. Keine Planung kann sorgfältig genug sein um dem Kommando "Wachsamer Nachbar" zu vorzubeugen.
3. Das nächste Mal nicht in einer Kolonne am frühen Sonntag Morgen in Richtung Caspari fahren, sondern lieber noch unauffälliger sein.


Nr.2
Ein Sammelkamerad und ich wollten unterhalb des Plöger Steinbruchs in Velbert sehen ob es dort alte Halden gibt, welche noch nicht mit Müll bedeckt sind. Wir hatten schon gehört das dort die Fundaussichten gleich null sind und allerhöchstens Belegstücke zu erwarten sind, aber weil wir gerade vorher einen ziemlich derben Rausschmiss von der Halde der Grube Josephine "genossen" hatten, und es noch früh war, machten wir uns also auf den Weg. Nach einiger Zeit stießen wir auf einen ziemlich großen Felsbrocken, auf welchem von außen einige Quarze zu sehen waren. Wir ließen ihn erstmal aber in Ruhe, als wir aber keine Halde eintdeckten, machten wir uns an ihn ran. Wir hatten, weil wir  nicht solche Brocken erwarteten, keinen Vorschlaghammer dabei und, weil wir da noch ziemliche Anfänger waren, wurden dünnte, tote Bäume aus der Schonung, in welcher der Brocken lag als Rammböcke verwendet. Als es dunkel wurde war der Brocken schon zum Großteil zerlegt und einige kleine Stufen mit Calcit und Quarz geborgen. Am nächsten Tag kamen wir mit dem passenden Werkzeug wieder und nahmen den Klotz entgültig auseinander. Was uns da erwartete, hatten wir uns nicht träumen lassen: Eine weit über 20cm. große Druse mit Rauchquarzdoppelendern und Calciten, in der zu allem Überfluss auch noch zwei größere Aragonitschwimmer lagen. Auch hatten wir das Glück, dass sich die Druse genau in zwei gleich große Teile teilen ließ ohne irgendeinen sichtbaren Schaden zu nehmen. Ein Foto meiner Drusenhälfte gibts in meinem Steckbrief: http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/SammlerSteckbriefe/Maulwurf
Fazit dieser Tour: Belegstücken müssen nicht nur MM-Format haben.    ;)


Mit freundlichen Grüßen
Fabian

raritätenjäger:
Grüezi mitenand,

Ist Mineraliensammeln nicht ein Geschäft geworden? Ein hart umkämpftes Geschäft, geführt von eisernen, verschwiegenen Gestalten, die einander nichts gönnen? Es scheint mir manchmal so. Dabei kann es durchaus lustig sein. Was erlebt man nicht alles für groteske Geschichten im Laufe der Zeit. Ich finde, es ist an der Zeit, in die bierernste Seriosität mal wieder ein kleines Schmunzeln zu zaubern. Her mit Euren Anekdoten! Ich weiß, dass jeder von Euch etwas komisches erlebt hat, dass mit seinem Hobby zu tun hat. Lasst uns zusammen drüber lachen. Ich fang dann mal an...

Meine beiden Erlebnisse fanden beide im Harz statt. Ich war so neun oder zehn Jahre alt und das erste mal im Harz so richtig sammeln. Ja, und da darf natürlich eins nicht fehlen: der Besuch der Sammlung in Clausthal. Mit großen Augen wandert der kleine Steppke mit seinem Vater durch die Vitrinenreihen. Vor einem Stück bleibt er stehen und schaut kritisch. "Das ist aber kein Baryt, das ist Siderit!", schallt es durch den Ausstellungsraum. Mein Vater zischte mir zu, ich solle gefälligst still sein. Das wäre hier eine Universitätssammlung, die Leute wüssten schon, was sie da hin schrieben. Nun hatte der ältere Mann, der in der Ausstellung Wache schob, sich hinzugesellt. Es stellte sich heraus, dass er einst im Harz ein Bergmann gewesen war. "Nein, nein. Ihr Sohn hat schon recht. Ich hab denen schon lange gesagt, dass sie das Etikett endlich austauschen sollen!"...

Die andere Geschichte ereignete sich Luftlinie nur ein paar Hundert Meter entfernt in einem Mineraliengeschäft in Zellerfeld. Ich durfte mir ein paar Stücke aussuchen und wählte ein paar Bad Grunder Stufen. Eine weiteres Mineral fand mein Gefallen, aber da ich schon etliche andere Stücke gekauft bekommen hatte, war dieses Stück nun nicht mehr erschwinglich. Da dachte sich die Verkäuferin wohl, ich erlaube mir mal einen kleinen Scherz. "Wenn Du mir sagen kannst, was das ist", meinte sie, "dann darfst Du das Stück behalten". Sie hatte nicht damit gerechnet, dass der kleine Junge schon seit vier Jahren eifrig damit beschäftigt war, bunt bebilderte Mineralienbücher durchzuforsten und seine Schlüsse daraus zu machen. "Das ist ein Vanadinit!!!". Die Feststellung stand unwiderruflich und korrekt im Raum. Das Stüfchen habe ich heute noch und es bringt mich immer noch zum Grinsen, wenn ich es sehe. Den Laden habe ich zehn Jahre später wieder betreten. Er wird immer noch von den selben Leuten geführt. Ich kam mit ihnen ins Gespräch und erwähnte, dass ich bereits seit dem sechsten Lebensjahr Mineralien sammelte. Die Frau muss ein unglaubliches Gedächtnis haben. Sie meinte, dass vor vielen Jahren mal ein Junge mit seinen Eltern dort gewesen wäre, der mir irgendwie ähnlich gesehen hätte. Man kann sich die Erheiterung vorstellen, als ich die Situation auflöste!

Glückauf
Andreas

couchmolch:
Hallo, zusammen,

das kurioseste Sammelerlebnis hatte ich am Karnevalsdienstag mit meiner Tochter. Das hat aber eine Vorgeschichte.

Ehemalige Bekannte aus Düsseldorf zeigten mir vor ca. 30 Jahren einige Rauchquarze, so ca. bis 10 cm groß in verschiedenen Ausbildungen( kleine Schaustufen) mit großen Kristallen. Diese hatte der Sohnemann auf einem Schulausflug gefunden, konnte sich aber nur daran erinnern, diese in der Nähe eines Pferdegestütes (in
Heiligenhaus unter einem umgestürzten Baum gefunden zu haben. Nachfragen beim Lehrer scheiterten daran, das dieser schon verstorben war.
Auf der Suche nach den Rauchquarzen fanden die Eltern große Quarzstufen bis zu über einem Meter Durchmesser, verkauften diese auch auf Börsen.
Aber die Stelle mit den Rauchquarzen war nicht wieder aufzufinden.

Diese Geschichte spukte auch bei mir immer wieder im Kopf herum, sa daß ich die Gegend um besagten Reiterhof wirklich in- und auswendig kannte.
Am Karnevalsdienstag fuhr ich denn mit meiner Tochter  Richtung Heiligenhaus, um vielleicht unter umgestürzten Bäumen etwas zu finden (Kyrill).
Und siehe da, auf Anhieb fanden wir unter einer Baumwurzel Rauchquarze, die schon als Morione durchgehen können. Kristallgrößen bis 5cm waren dabei.
Die Freude war natürlich groß. Leider mußten wir durch die Dunkelheit abbrechen, aber die nächste Sammeltour ist schon geplant.

Glückauf

Couchmolch Peter

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