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Euer kuriosestes Sammelerlebnis

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Krizu:
Hallo,

dann sag doch einfach Bescheid ;-) und ich schliesse mich mit meinem Sohn an!

MfG

Frank

Lausitz:
Ja da gibt es schon kuriositäten die einen beim sammeln widerfahren,von einer möcht ich auch etwas berichten nämlich wie ich meinen letzten Tektit in der Lausitz fand. Da gibt es Sammler die können stundenlang, mit einer Gabel bewaffnet auf einen Schüttkegel sitzen um die Objekte ihrer Begierde aufzuspüren,um dann feststellen zu müssen das Tektite so selten sind das man wieder unverrichteter Dinge und leicht vor sich her schmollend den Heimweg antreten muß. An einen Tag des Jahres 2000 suchte ich im Kieswerk von Pohley, (das liegt am ehem Tagebau Klettwitz-Nord)etwas lustlos nach Achaten.Nachdem ich eine Handvoll kleinster Kleinachate mein eigen nannte ging ich zum auto,welches vorm KW parkte und mußte noch mal für "kleine Männer" stellte mich in Position,fing an und siehe da... im nassen Glanz erstrahlte vor mir ein, man glaubt es kaum, Tektit. Nicht sehr groß aber der Tag erstrahlte im Sammlerglück.
Bernd Janot, Brieske

couchmolch:
Hallo, zusammen,

es geht um die Fundstelle Heiligenhaus/ Rauchquarze.

vielen Dank für die ganzen Zuschriften. Viele von euch möchten natürlich mit auf Sammeltour.
Ich habe lange hin- und herüberlegt, doch die Befürchtung, das größerer Flurschaden angerichtet wird,
hat mich dazu bewogen, die Stelle(n) nicht freizugeben. Ist eben kein Steinbruch, sondern Forstgebiet.
Bitte versteht das. Negative Beispiele in der Vergangenheit haben schon zu vielen Sammelverboten geführt.
Die Gefahr, das ein Fundort kommerziell ausgebeutet wird, ist einfach zu groß. Ansich ist ein kommerzielles Ausbeuten
garnicht schlimm oder verwerflich, aber der Schaden, der durch unvernünftige, raffgierige Naturzerstörer angerichtet wird,
ist nicht wiedergutzumachen.
Wieder einmal sieht man, das die Mehrheit der Sammler durch Unvernunft einiger weniger zurückstecken muß.
Ich bin gerne bereit, mit mir bekannten Sammlern, von denen ich genau weiß, das diese keinen Raubbau treiben, die
Fundstellen abzugrasen.

Grüße aus Haan

Couchmolch

Yoscha:
Stellt euch vor man ist als Nordeutscher irgendwo in Österreich. Genauer gesagt auf der Steinplatte nicht ganz am Gipfel.
Dort stehen rote Jurakalke an. Stellt euch vor einer dieser Norddeutschen nimmt  einen 4kg Stein mit, weil "da an der Seite, da ist ein kleiner Ammonit, den kann man sicher rausbekommen, wenn wir wieder zu Hause sind." Stellt euch vor diese Person schleppt dieses unhandliche Stück nochmal 50 Höhenmeter nach oben, und anschließend 400 Höhenmeter nach unten (Norddeutsche=50m ist der höchste Berg in der Heimat).

Ich habe den stein bis heute nicht zerkleinert. Nachdem ich mit dem Zerkleinern beginnen wollte musste ich feststellen, dass es nicht ging ohne einen Ammoniten kaputt zumachen. Das Ding bestand praktisch nur aus Ammoniten.

Und oben auf dem Berg bekam ich noch Kommentare, wie "Wegen einem Ammmoniten schlepp doch das Teil nicht mit."

Der Stein hat mich praktisch zum Fossilienchampion der Exkursion gemacht *g*.

triassammler:
Nachdem sich hier ja schon einige erfreuliche und auch erschreckende Berichte tummeln, habe ich aus der Gemeinde der Fossiliensammler auch noch was beizusteuern:

Vor etlichen Jahren endete eine recht erfolglose Sammeltour mit einem Kollegen durch Keuperaufschlüsse der Hohenlohe in einem abgelegenen Muschelkalksteinbruch. Ziemlich gefrustet und nur mit unseren Hämmern gingen wir den Schutt ab, ohne etwas nennenswertes zu finden. Ein Muschelkalkblock mit einer sichtbaren Trennfuge ließ wenigstens noch eine Schilllage, vielleicht mit dem einen oder anderen Haifischzahn, erhoffen. Da der Rest des Werkzeugs im Auto lag, borgte ich mir den Hammer des Kollegen, um ihn als Meißel zu benutzen. So drosch ich dann also mit meinem Hammer auf den anderen Hammer ein, bis ich mit dem Gefühl "da stimmt was nicht" plötzlich aufhörte. Ein Stahlsplitter war abgeplatzt und hatte mir sauber die Pulsader des rechten Handgelenks durchlöchert. Ein sehr kleines Loch, durch das jedoch aberwitzig viel Blut schoss. Der Kollege reagierte nach einer Schrecksekunde geistesgegenwärtig, drückte mir die Ader ab und half mir zum Auto zurück, wo er aus dem Verbandskasten einen professionellen Druckverband improvisierte. Ich stand so richtig unter Schock, gottseidank war die Blutung sofort gestoppt. Auf einer Autobahnraststätte wurde erst mal das Blut so weit wie möglich abgewaschen (auch meine Klamotten sahen aus...). Die Leute dort haben bestimmt den Schock ihres Lebens erlitten. Dann ging es zum Unfallarzt, dem aber auch nichts weiter einfiel, als einen neuen Druckverband anzulegen und mich mit den Worten "Und nun halten sie Ihren Arm vor allem beim Schlafen mal eine Woche immer höher als das Herz, sonst kann das böse enden" nach Hause schickte.  :o
Was ich draus gelernt habe? Man haut nicht zwei Werkzeuge aus gehärtetem Stahl aufeinander. Und: Zu zweit ins Gelände zu gehen ist sicherer. Dem Kollegen bin ich heute noch dankbar, er hat mir wirklich das Leben gerettet!

Ab und an erlebt man aber auch Positives: Während der Diplomarbeit begleitete ich einen Kommilitonen zur Profilaufnahme in einen meiner Haussteinbrüche. Unter anderem steht dort ein recht mächtiges, ziemlich knochenreiches Bonebed an der Muschelkalk/Keuper-Grenze an. Einziger und großer Nachteil dieses Bonebeds war die gründliche Phosphoritisierung, die das Gestein splitterhart machte und sich bei so manchem Bergungsversuch weniger nachgiebig als die eingebetteten Knochenreste zeigte, sowie das Pech, dass die am besten erhaltenen Knochen auf der Unterseite des Bonebeds meist untrennbar mit dem Liegenden verbunden waren und beim Abheben der Bonebedschicht auseinanderrissen. Wunschtraum war hier immer, einmal eine größere Platte mit zahlreichem Knochenbesatz zu bergen, oder zumindest ein Handstück mit einer Rippe oder Wirbel, die nicht erst wieder aus 20 Teilen zusammengesetzt werden müssen.
An diesem Tag war die Profilaufnahme in besagtem Grenzbereich geplant, und wir suchten nach einem Wandabschnitt, der gut zugänglich sein sollte. Dabei kamen wir an eine Stelle, an der wenige Tage zuvor noch ein größerer Schotterhaufen genau auf dem Bonebed gelagert hatte, und zwar schon seit Jahren, nun aber wohl für eine geplante Sprengung abgeräumt worden war. War es nun die andauernde Feuchtigkeit unter dem Schotter, die davor auffahrenden Bagger und Kipplader - jedenfalls hatte sich das Bonebed hier in großen Platten samt der Knochen auf der Unterseite vom Liegenden abgelöst! Und das auch noch an einer Stelle, wo sich besonders viele Wirbeltierreste in Kolken angereichert hatten! Wir schenkten uns an diesem Tag die Profilaufnahme und stemmten fleißig die Platten hoch, und wurden mit einer reichen Ausbeute an sehr guterhaltenen und optisch attraktiven Rippen, Wirbeln, Armknochen und Haifischzähnen belohnt, von denen die meisten außer kurzem Abbürsten mit Ameisensäure keiner weiteren Präparation mehr bedurften. So einfach wird es einem im Muschelkalk nur höchst selten gemacht!  ;D

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