Mineralien / Minerals / Minerales > Achate / Agates
Achat Pseudomorphosen Skolezit-Achate usw.
Donat:
Schöner Skolezitachat,
vorige Woche gefunden ,Größe 5 x 5 cm
Gruß
Donat
schleifer:
Hallo zusammen
Ich kann euch alle beruhigen: die Achate von Wendelsheim und Nack sind Skolezit-Achate.
Es hat mir keine Ruhe gelassen, deshalb bin ich meine Literaturen durchgegangen. Und siehe da:
"Übersicht der Mineralien und Gesteine der Rheinpfalz"
Autoren: Dr.Heinrich Arndt, Dr.Otto M. Reis und Dr.Adolf Schwager
Sonderabdruck aus den Geognost. Jahresheften 1918/1919
Verlag von Piloty & Loehle
München 1920
Ich zittiere wörtlich:
Skolezit:
Auf dieses Mineral ist folgendes Vorkommen zurückzuführen: Im O b e r e n A r n b a c h NW. von K i r c h h e i m b o l a n d e n in vereinzelten Funden, geradezu massenhaft aber im Porphyriterguß des Grenzlagers zwischen M ö r s f e l d und W e n d e l s h e i m; zwischen W a i d m a n n s l u s t und K r ä m e r s k o p f SW. von Wendelsheim, endlich an der Obergrenze des Mittellagers bei
G a n g e l s b e r g - T a l b ö c k e l h e i m finden sich große Knollen aus mehr und weniger reinem Chalcedon und Achat, der eine Anzahl langstengeliger Kristalle ( bis über 6 cm groß und 6 mm dick ) umhüllt. Diese Kristalle sind zwar nicht mehr selbst erhalten, sondern ihr früherer Körper ist durch hellen, drusig gewachsenen Quarz erfüllt, dagegen ist durch die Achatumhüllung vor ihrer Auslaugung ein sehr scharfer Abguß der früheren äußeren Form gegeben.......
Artikel im Buch ist noch etwas länger, aber ich glaube das genügt, um alle Zweifel aus der Welt zu schaffen.
Kann also jeder diese Achate von Nack und Wendelsheim mit sicherem Gewissen als Skolezit-Achat bezeichnen.
Gruß Robert
noelli:
danke
agatefreak:
Hallo Robert ,
zuerst einmal vielen Dank für den Hinweis auf den Artikel. Bisher war mir das Schriftstück nicht bekannt. Damit können wir die verwirrende Diskussion beenden, Auch wenn nicht jeder Achat mit Pseudo`s aus Rheinhessen einem Mineral direkt zugeordnet werden kann. Der Oberbegriff "Skolezitachat" wird somit untermauert. In meiner Sammlung von mehreren hundert Skolezitachaten hat diese Bezeichnung schon seit über 30 Jahren bestand und läßt sich nicht durch unsehlige Diskussionen wegdiskutieren. Ich habe große Freude an dieser Art von Achaten und finde sie besonders unter der Lupe oder dem Mikroskop hoch interessant. Besonders die Zwickelfüllungen mit Achat sind wunderschön. Ich kann mich noch gut an die Fundsituation der 1970er und 1980er Jahre in Wendelsheim erinnern. Damals lagen noch reichlich Skolezitachate auf den Feldern und in den Weinbergen , ich habe sie immer gerne aufgesammelt. Andere Sammler haben sie früher links liegen gelassen. Heute sind die Funde weitaus seltener geworden und Achate mit kräftigen Farben und ausgeprägten Kristallmustern sind begehrte Sammlerstücke.
Mein bisher größter Skolezitachat hatte beachtliche 24,5kg auf die Waage gebracht , dies ist aber natürlich die Ausnahme. Die meisten Stücke sind von 3-10cm groß und wiegen seltener mehr als 500gr. Schöne Exemplare kann man auch auf der Website von Klaus Schäfer finden:
www.mineralworld.de
Viele Grüße und viel Freude beim Sammeln
Peter
Mineralroli:
Hallo an alle Diskussionsfreudige
Zu beachten sei beim Artikel von Robert das Alter der Ausgabe.
Ich zitiere:
Sonderabdruck aus den Geognost. Jahresheften 1918/1919
Verlag von Piloty & Loehle
München 1920
Es ist doch mehr als verständlich das viele alte Theorien (z.B über die Achatgenese und andere) durch neuste wissenschaftliche Erkenntnisse,hervorgerufen durch neuste Methoden der Analyse umgeschrieben werden mußten.Wer sagt uns denn das diese Theorie noch richtig ist?
Ich bin nach wie vor der Meinung das erst neuste chemische Analysen endgültige Erkenntnisse bringen können denn schließlich reden wir heute auch nicht mehr von den Theorien von Noggerath oder Haidinger höchsten falls als kulturhistorische Wissenschaftliche Abhandlung von einst.
Beste Grüße
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