Die 60. Rhein-Neckar-Mineralienbörsehttps://www.mineraliengrosshandel.comhttps://crystalparadise.de/

Autor Thema: Achate schneiden  (Gelesen 38305 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline Stephkling

  • ***
  • Beiträge: 318
Achate schneiden
« am: 04 Mar 07, 22:35 »
Was spricht gegen das schneiden von Achaten mit Fließenschneidemaschinen aus dem Baumarkt? Diese sind doch preislich recht atraktiv und wassergekühlt sind die auch. Gut, die Größe der Steine ist dabei wahrscheinlich recht eingeschrängt, aber sonst? Hat jemand Erfahrungen, oder ist es einfach unter der Würde mit so einem zu Arbeiten? Genauso mit modifizierten Schleifmaschinen von der "Stange"
Freue mich auf Antwort
Stephan

Offline Mineralroli

  • ******
  • Beiträge: 2.466
Re: Achate schneiden
« Antwort #1 am: 05 Mar 07, 06:03 »
Gegen das Arbeiten mit einer Fliesenschneidmaschine ist gar nichts einzuwenden.Durch das Halten mit der Hand ist zwar der Schnitt nicht 100%-ig und  durch das Schleifen entsteht eine Mehrarbeit jedoch dürfen für die Schneidarbeiten nicht die Diamantblätter aus dem Baumarkt genommen werden (keine Chance damit etwas zu bewirken).Nach wie vor sind da mechanische oder gesinterte Blätter zu benutzen.

Offline HeikoB

  • ***
  • Beiträge: 104
Re: Achate schneiden
« Antwort #2 am: 05 Mar 07, 11:28 »
Hallo Stephkling,

Das Schneiden von Achaten mit Fliesenschneidern von Hand habe ich auch am Anfang praktiziert. Für kleinere,
nicht so brüchige Achate geht es ganz gut. Ich benutzte eine Maschine von T.I.P (180 mm), die durch eigenen Umbau
mit größerem Dia-Blatt (230mm) lief. Ich habe bei ebay da ein Dia-Blatt mit Naturdiamant bestellt. Naturdiamanten sind
scharfkantiger und man schneidet damit wesentlich besser und es wird nicht gleich so stumpf wie die billigen
Baumarktblätter.

Größere Achate bis 8 cm habe ich durch Drehen des Stückes beim Sägen erreicht. Dadurch brechen die Stücke
auch am Rand nicht so aus, wie dies leicht am Ende beim Sägen des Stückes passieren kann, wenn man es
nur durchschiebt. Mit etwas Übung geht das, aber man muß erst den richtigen Dreh rausbekommen.

Der Nachteil ist, dass ich keine plane (ebene) Flächer erreiche und ich später mehr Aufwand betreiben muß um
die Stücke eben zu bekommen. Was sich bei größeren Stücken wesentlich schwieriger gestaltet, als dies bei
kleineren Achaten der Fall ist. Deshalb bin ich auf eine Eigenbausäge umgestiegen, die plane Schnitte liefert
(die Stücke sind dabei fest eingespannt).

Achtung !   Auf jeden Fall mit Schutzbrille (Splitterflug) arbeiten , Gehörschutz und Schutzhandschuhe tragen und
                    das Blatt mit Wasser kühlen (z.B.Gartenschlauch). Das Tragen von einer Schürze oder Regenjacke ist
                    auch angebracht.


Viel  Spass beim ausprobieren !

HeikoB

P.S. Schau doch auch mal auf meiner Homepage bei www.achatikas.de unter Achatbearbeitung nach.

Hier der Link:  http://www.achatikas.de/index.php?go=Achatgalerie&navi=a07990a2e2d0b53485dcc498c059c566

Offline Mineralroli

  • ******
  • Beiträge: 2.466
Re: Achate schneiden
« Antwort #3 am: 05 Mar 07, 17:14 »
Die Trennscheiben aus dem Baumarkt eignen sich nicht da diese rel. dick sind und somit viel Meterial geschnitten werden muß.Es dauert länger und an kleineren Stücken fehlt viel Material und die Schnittqualität ist eigentlich für`n A.....
Man sollte schon die richtigen Trennscheiben für die Mineralien nehmen denn diese sind schnell durch das Material und halten bei guter Kühlung lange.Der Arbeitsaufwand ist während des Schneidens und nach dem Schnitt bedeutend weniger.
Beste Grüße

Offline Lausitz

  • ******
  • Beiträge: 1.232
Re: Achate schneiden
« Antwort #4 am: 05 Mar 07, 17:31 »
Hallo Stephkling
Also ich schneide meine Achate die ich hier finde auch selbst. Dazu hab ich mir selbst eine Säge gebaut bei der ich die  Auflagefläche so gestaltet hab das eine max. Schneidflächengrösse entsteht. Ich führe von Hand denn es ist kaum möglich eine Haltevorrichtung zu bauen.  Nach anfänglichen schwierigkeiten wurden die Schnitte auch annehmbar. ( Langsam und gleichmäßig führen).Schleifarbeit danach mal etwas mehr manchmal auch weniger(Grobschliff).Als Blätter verwende ich "Baumarktblätter"mit Wasserkühlung die hin und wieder durch ansägen eines Klinkers geschärft werden. (auf die Blattdicke achten,es gibt auch dünne)Diese Blätter sind kostengünstig und ich erreiche damit zufriedenstellende Ergebnisse. Ich will noch erwähnen das ich nur für mein Hobby säge,ich machs nicht professinell von daher schleif ich auch mal eine viertelstunde länger an einem Stück.
Bernd Janot , Brieske

Offline Stephkling

  • ***
  • Beiträge: 318
Re: Achate schneiden
« Antwort #5 am: 06 Mar 07, 22:42 »
 :D vielen Dank für eure Beiträge, mal sehen was ich mache.
Tolle Homepage Heiko, hab sie mir angesehen
Grüße Stephan :)

Offline HeikoB

  • ***
  • Beiträge: 104
Re: Achate schneiden
« Antwort #6 am: 31 Oct 07, 14:54 »
Hallo Freunde des Forums, liebe Achatfreunde,

ich schneide meine Achate selbst und verwende ein Steinschneideöl der Firma Tübben aus Neukirchen-Vluyn.
Es nennt sich Oportet PLD und ist ein medizinische Weißöl. Dieses schneidet wirklich gut ist aber recht teuer
und was mich stört ist die Entsorgung, da es wie Altöl behandelt werden muß.

Nun ist  es zudem ja auch mit  Sägeschlamm und Splittern vermischt und die Entsorgung ist nicht so einfach.

Meine Frage an Euch: Gibt es ein 100% biologisch abbaubares Steinschneideöl, was man so mit dem Sägeschlamm
                                             zurück in die Natur entsorgen kann ?

Wie macht Ihr das ?    Welches Steinschneideöl verwendet Ihr ?

Auf jeden Fall kann man mit den Achatsägeblättern aus dem Fachhandel nicht nur mit Wasser sägen, weil es
nach kürzester Zeit stumpf wird und dann gar nichts mehr geht. Reinsägen in einen Schärfestein bringt da eher wenig.

Würde mich über eine rege Anteilnahme sehr freuen, denn ich denke ich stehe mit dem Problem nicht alleine da.

Vielen Dank schon mal  im voraus für Eure Antworten.

HeikoB


Offline trommeln

  • *****
  • Beiträge: 935
    • Unsere Steinseite
Re: Achate schneiden
« Antwort #7 am: 31 Oct 07, 17:27 »
Ich habe den Satz gelesen, dass man Altöl wieder dem Hersteller zurückgeben kann...??

Offline Lausitz

  • ******
  • Beiträge: 1.232
Re: Achate schneiden
« Antwort #8 am: 31 Oct 07, 17:38 »
Beim sägen mit kühlöl muß die säge auch sehr dicht sein damit das öl nicht unkontrolliert umher spritzt. Deshalb zieh ich wasser als kühlmittel vor. Wenn das blatt stumpf wird säge ich in einen klinker; mit gutem erfolg.
Gruß aus Brieske

Offline kugel-frank

  • ***
  • Beiträge: 251
  • Sammlungs-Schwerpunkt: Schneekopfkugeln
    • schneekopfkugel.de
Re: Achate schneiden
« Antwort #9 am: 31 Oct 07, 19:07 »
Hallo Stephan, Heiko und alle anderen Interssierten!

Wegen der Entsorgung habe ich keine Probleme seit ich herkömmliches Pflanzen, in meinem Fall Leinsam-Öl verwende.
Der Kompost freut sich wenn er den Schneid-Abrieb samt Öl bekommt....
Der Nachteil ist natürlich; die Stücke sind alle soz. Öl getränkt, die weitere Bearbeitung stört das nicht, der (in meinem Fall meißt Porphyr) nimmt natürlich was davon auf, durch "Auskochen" bekommt man sie aber völlig sauber.
Ich denke vor einer ganzen Weile haben wir das in diesem Forum schon (begonnen von Ralph)  schon diskutiert, dort habe ich auch einige Bilder von zwei meiner Sägen- weil doch die Frage der Halte-Vorrichtung war, habe mir erst jetzt eine durch einen pensionierten Schlosser eine üfr etwas größere Stücken nach fertigen lassen, kann auch mal ein, zwei Bilder einstellen...!?

Also bis später

Grüße und Glück Auf

Frank

Offline Donat

  • *****
  • Beiträge: 694
Re: Achate schneiden
« Antwort #10 am: 31 Oct 07, 19:29 »
Hallo
Ich säge auch mit einem Fliesenschneider und dazu ein 200ter Diamant Sägeblatt für Edelsteine.Ich glaube nur 0,75mm dick.
Der Nachteil dabei ist das die Fliesenschneider zu schnell laufen und die Kühlflüßigkeit dabei ganz schön durch die Gegend fliegt.Deshalb säge ich auch mit Mundschutz.
Aber Weihnachten,dann, ;D ;D ;D :D :D :D  :o :o :o :-X

@kugel-frank,ja ölig werden meine Steine auch,aber in Sägemehl oder Katzenstreu wird das Öl größtenteils wieder aufgesaugt.Und danach spüle ich sie nochmal mit warmen Wasser und Spülmittel ab.

@HeikoB Mein Kühlmittel(Auf Rapsölbasis)ist biologisch abbaubar.Ich hol`s mir immer bei einem mir bekannten Achatschleifer.Nur wo der es her bekommt weiß ich leider nicht.
Wenn`s dreckig ist geht`s in den Garten.
Gruß
Donat

Offline HeikoB

  • ***
  • Beiträge: 104
Re: Achate schneiden
« Antwort #11 am: 01 Nov 07, 12:06 »
Hallo zusammen,


@ Trommeln:  Ja, habe ich auch mal gehört, dass man Altöl wieder beim Hersteller abgeben kann, aber ich   
                              habe es aus Neukirchen-Vluyn und da müsste ich es schon per DHL etc. versenden und
                              das ist wiederum teuer.

@ Lausitz:          Mit Wasser habe ich es, wie oben beschrieben, auch schon probiert, aber die speziellen
                               Achatsägeblätter werden, wenn man ohne Schneidöl sägt, äußerst schnell stumpf. Die von
                               den  Herstellern angebotenen Schärfesteine, in die man reinsägen soll, bringen nur sehr
                               begrenzt  Erfolg.  Das Schneidöl ist anscheinend schon sehr wichtig. Mit Wasser habe ich
                               früher an einer "Baustellensäge" gesägt, was auch funktionierte. Das liegt wohl auch an
                               der Bauart der Diamantsägeblätter. Diese Art des  Sägens ist, so denke ich, mehr etwas für 
                               Gangstücke,  wenn da  am Ende etwas wegbricht, fällt das weniger auf als bei einer Mandel
                               oder Kugel.
                               Ein Hineinsägen in einen Klinker, wird wohl für meinen Fall ähnlich wirken, wie das reinsägen
                               in einen Schärfestein. Was für ein Sägeblatt verwendest Du ?  Klappt das auch bei großen
                               Rohsteinen,  wenn man nur mit Wasser sägt ?

@ Kugel-Frank: Leinsamenöl, klingt sehr interessant. Muß ich jetzt unbedingt mal ausprobieren.
                                Danke für den guten Tipp !

@ Donat:             mein Sägeblatt ein 360er ist auch 0.75 mm dick und ein spezielles Achatsägeblatt.                               
                                Rapsöl gibt es auch bei der BayWa glaube ich, da habe ich mal gelesen, das es nicht ganz
                                100%ig abbbaubar ist. Vielleicht ist das aber mit irgendeinem Additiv versetzt und das was
                                Du verwendest nicht. Ob Rapsöl, oder wie Frank meint,ein Leinsamenöl, werde ich beides mal
                                austesten.

Super, herzlichen Dank für Eure guten Tipps !!


Viele Güsse

und Glück Auf !

HeikoB



Offline minuwe

  • inaktiver User
  • ******
  • Beiträge: 1.137
Re: Achate schneiden
« Antwort #12 am: 01 Nov 07, 13:35 »
Zitat
Rapsöl gibt es auch bei der BayWa glaube ich

...im Supermarkt reines Rapsöl- Raffinat für 0,85 €/ Liter (Aldi, Kaufland). Wird in der Sägehitze sehr dünnflüssig (Vorteil), hinterlässt an den Geräten aber allmählich einen zähen braunen Film. Mit Lösungsmittel abwischbar.

Hat jemand Erfahrung mit Wasserstrahlschneiden? Da wird nur mit einem dünnen Hochdruckstrahl das Material geschnitten. Habe das mal auf einer Metall- Messe gesehen. Die haben da aus einem hellen Geröll einen 20 cm großen Fisch rausgeschnitten, dann die selbe Form aus einem dunklen Stein, dann den dunklen Fisch in den hellen Durchbruch eingesteckt. Ev. bei Achaten zu teuer???

Glück Auf
Uwe
« Letzte Änderung: 01 Nov 07, 13:38 von minuwe »

Offline trommeln

  • *****
  • Beiträge: 935
    • Unsere Steinseite
Re: Achate schneiden
« Antwort #13 am: 01 Nov 07, 14:23 »
Hallo Uwe
das habe ich im Tessin in Granit-Steinbrüchen gesehen - die haben auch Küchenplatten geschnitten. Waren aber Riesenmaschinen für Küchenbau und so...Im Nachbardorf hier gibt es eine Firma, die macht das.. habe nämlich auch Interesse.
« Letzte Änderung: 01 Nov 07, 14:56 von trommeln »

Offline caliastos

  • inaktiver User
  • ******
  • Beiträge: 1.569
Re: Achate schneiden
« Antwort #14 am: 01 Nov 07, 15:42 »
also mit wasserstrahlschneider wird hier wohl genausowenig jemand erfahrung haben wie mit hochfrequenzlasern.

liegt einfach in der technik begründet. wasserstrahlschneider habe ich jedenfalls noch nie in heimgröße gesehen, und die meisten sind bei 5-6-stelligen beträgen und mehr. das sind eher techniken für industrie und forschung, nicht für private. bestenfalls kleinbetriebe.
in der summe viel zu teuer. saumäßig teure anschaffung. dazu noch wasser und strom für den kompressor. da kommt keine normale säge ran. und zudem sau gefährlich. reicht ja schon, wenn ne dichtung platzt.
lohnen wird sich das sicher nicht. schnitt kostet, wenn man ihn machen läßt bzw. selebr macht wesentlich weniger.


das problem mit dem wasser und den trennscheiben kenne ich. damit schneidet man echt nicht lange. weiches zeug bis etwa härte 5 geht ja noch. aber achat, granit, amphibole, silikate und anderes zähes zeugs.... ne, die sägegeschwindigkeit ist da sehr schnell im keller und der erste hinweis auf ein stumpfwerdendes blatt. und von da an ist es nur noch ein kleiner schritt, ehe das metall warm wird und plastisch wird. da gibt es nen ruck und es steht alles still, weil das blatt so breit wurde, daß es verkantet. ---> ende gelände, blatt mit frosch. und mit glück saust der stein gleich noch mit davon. hatte das schon mal, daß es mir nen 300g stein aus der klammer dabei gerissen hat. bis ich den gefunden hatte.... 20m weit hat es den weggepfeffert. und das so schnell, daß ich den nicht gesehen habe. bekommt den mal an die birne.
lieber doch öl.

 

Mineralienatlas - Fossilienatlas - Info-Center

Neueste Beiträge Neueste Beiträge