Hallo,
Sorry, meinte natürlich Tochterisotope/Zerfallsprodukte.
Man datiert das Alter von Erzgängen auch mit der U-Pb-Zerfallsreihe in Pechblende. Dies ist aber ungleich schwieriger und ungenauer als etwa den 40K-Zerfall der hydrothermal alterierten Feldspäte/Biotite/Amphibole des Nebengesteins heranzuziehen. Pechblende kann nämlich sehr entweder Fremdelemente einbauen oder eng mit Pb-Sulfid verwachsen sein. Auch diffundieren Zerfallsprodukte leicht über Risse heraus.
Für solche Anwendungen ist die Frage, wie z.B. das Blei in der Pechblende oder im Zirko gebunden wird, sehr interessant und über Zirkon gibt es zumindest Forschungen.
In jedem Falle sind die radioaktiven Zerfallsprodukte hier Störstellen. In Zirkon liegt U z.B. in der Wertigkeit +IV vor, die mit dem Zr4+ gut übereinstimmt. Pb liegt dagegen als Pb2+ vor. Hier ist die Ausgangsfrage tatsächlich gut: Werden ständig neue Bindungen geknüpft? In der Tat wohl eher nicht. In der Realität entstehen lokale Ladungsdefekte (2+ statt 4+ usw.). Dies führt schließlich zu einer Zerstörung des Gitters, der Kristall wird isotrop (metamikt).
Selbst wenn neue Bindungen geknüpft würden (wüsste aber nicht, dass das in der Realität passiert), würde der Kristall das nicht lange mitmachen. So zerfällt Radium (+2) zu Radon (+0) und dieses weiter zu Polonium (+2,+6). Und dies innerhalb von nur wenigen Tagen. Eine Verbindung mit vierwertigem U würde hieran wohl in jedem Falle zu knabbern haben.
Glück Auf!
Smoeller