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Autor Thema: Mineral und Schlacke aus Grube Gonderbach  (Gelesen 7340 mal)

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Offline DonPedro

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Mineral und Schlacke aus Grube Gonderbach
« am: 05 Aug 07, 09:06 »
Hallo,

beide stammen aus der Grube Gonderbach bei Bad Laasphe. Die Schlacke habe ich im Wald oberhalb des Teiches gefunden. Muß da nochmal untersuchen, ob es ein Verhüttungsplatz oder nur ein Abladeplatz für Schlacke war. Da ist kaum ein durchkommen, weil der Sturm Kyrill dort gewütet hat und die Harvester den Rest besorgen....
 
Vermutlich Kupfer- oder Bleischlacke. Weil Blei, Kupfer und Silber (Rotgültig) dort gefördert wurde. Gibt es einen einfachen Weg, das Metall zu bestimmen?

Das Mineral stammt auch von einer dortigen Halde. Was könnte das in den Gängen sein?
« Letzte Änderung: 05 Aug 07, 09:10 von DonPedro »

Offline smoeller

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Re: Mineral und Schlacke aus Grube Gonderbach
« Antwort #1 am: 05 Aug 07, 10:13 »
Hallo,

Das erste ist in der Tat ein Stück Schlacke. Dürfte vor allem der silikatische Anteil sein, der oben auf der Schlackenhaut schwimmt. Metallschlacken sind dichter und dunkler und verraten sich durch auffällige Sekundärminerale. Ist vermutlich SiO2 mit Olivin (Fayalit) und möglicherweise geringen Mengen Pyroxenen und Ca-Silikaten. Eine genaue Bestimmung der Mineralien in der Schlacke erfordert Röntgendiffraktometrie. Für die Elementbestimmung brauchst du EDX oder Massenspektrometrie. Eine Analyse mit allem kostet so 60-70 Euro. Einfache Tests: Wenn auffällige Sekundärbildungen vorhanden wären, könnte man aus deren Farbe ein wenig auf die Zusammensetzung schließen, zudem lassen sich daran dann einfache Tests auf die Elemente Kupfer, Blei oder Zink machen. Silber kann man schlecht auf diese Weise untersuchen, man braucht dann schon konzentrierte Salpetersäure, Blausäure oder Quecksilber (ziemlich giftig und für den Hausgebrauch nicht zu empfehlen), oder halt die oben genannten Analysemethoden.

Das zweite sieht nach einer durch ein Karbonat (Siderit, Ankerit, eisenhaltiger Dolomit) verkitteten Quarzbrekzie aus. Das Karbonat ist oberflächlich zersetz und in Limonit (gelbbraun, "Rost") umgewandelt.

Glück Auf!
Smoeller

Offline DonPedro

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Re: Mineral und Schlacke aus Grube Gonderbach
« Antwort #2 am: 11 Aug 07, 07:50 »
Das zweite sieht nach einer durch ein Karbonat (Siderit, Ankerit, eisenhaltiger Dolomit) verkitteten Quarzbrekzie aus.

Hallo,

besten Dank für die Bestimmung! Habe in der Firma ein Nikon-Mikroskop mit angebauter Digicam ausprobiert und dieses stark vergrößerte Bild von Malachit gemacht. Stammt auch von einer Halde der Grube Gonderbach. Was könnten denn die schwarzen Kristalle im rechten, oberen Bereich sein? Galenit?  ???  (Sind mir erst beim betrachten der Bilder aufgefallen.)
« Letzte Änderung: 11 Aug 07, 08:06 von DonPedro »

Offline smoeller

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Re: Mineral und Schlacke aus Grube Gonderbach
« Antwort #3 am: 11 Aug 07, 09:55 »
Hallo,

Denke eher, dass es sich um stark in Limonit umgewandelten Kupferkies oder Pyrit handelt. Kupferkies wäre auch als Lieferant für das Kupfer für die Sekundärbildung (möglicherweise Brochantit, genau aber so nur per XRD zu bestimmen) anzusehen.

Glück Auf!
Smoeller

Offline DonPedro

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Re: Mineral und Schlacke aus Grube Gonderbach
« Antwort #4 am: 11 Aug 07, 11:23 »
Kupferkies wäre auch als Lieferant für das Kupfer für die Sekundärbildung (möglicherweise Brochantit, genau aber so nur per XRD zu bestimmen) anzusehen.

Hallo,

Du hältst das "Grüne" für Brochantit? Kein Malachit?

Offline smoeller

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Re: Mineral und Schlacke aus Grube Gonderbach
« Antwort #5 am: 11 Aug 07, 11:31 »
Hallo,

Könnte beides sein. Allerdings bin ich bei solchen grünen derben Haldenbildungen vorsichtig. Viele derartige Bildunge stellen sich letztlich als Sulfate (oder bei Anwesenheit von Fahlerz Arsenate) wie z.B. Brochantit heraus. Malachit neigt in viel stärkerem Maße zur Bildung idiomorpher xx. Rein optisch ist das Mineral jedoch nicht bestimmbar, könnte alles sein.

Glück Auf!
Smoeller

Offline transluX

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Re: Mineral und Schlacke aus Grube Gonderbach
« Antwort #6 am: 25 Nov 12, 09:17 »
Die Schlacke oberhalb des Dammes im Gonderbachtal gehört zu einem vermutlich mittelalterlichen Rennofen. Etwa 50 m weiter oberhalb ist der nächste Ofen mit Schlacke. Einzelne Schlackehalden ziehen sich das ganze Tal hinauf  bis fast nach Sohl. Bei einem Ofen habe ich Roteisenstein, vermutlich aus dem Dillenburgischen, gefunden. Kein Wunder, die Eisenstraße ist ja nicht weit. Unten im Tal sind aber vermutlich auch Kupfererze verhüttet worden. Grube Alexandershoffnung war ja schon recht früh aktiv.

Das zweite Bild ist vergammelter Dolomit. Findet man öfter.

Das dritte Bild zeigt Kupfererz. Die grünlichen Anflüge, die auf den Gonderbacher Halden gelegtlich zu finden sind, sind Mischformen verschiedener Mineralien. Dabei spielen Umwandlungsprodukte von Fahlerz und Kupfererzen eine Rolle. Zumindest ist das einer chemischen Untersuchung zu entnehmen.

Offline Lithos

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Re: Mineral und Schlacke aus Grube Gonderbach
« Antwort #7 am: 25 Nov 12, 09:45 »
Die "schwarzen" Kristalle sind meiner Meinung nach kleine Quarz xx, überdeckt mit Verwitterungsprodukten / Tonmineralen. Dem Malachit würde ich mich auch anschließen.

 

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